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Kettner Edelmetalle
23.02.2026
14:11 Uhr

Trump-Imperium expandiert nach Down Under: Wolkenkratzer soll Australiens Skyline dominieren

Während die halbe Welt über die Zollpolitik des 47. US-Präsidenten stöhnt, baut sein Familienimperium munter weiter – diesmal am anderen Ende der Welt. An der legendären Gold Coast im australischen Queensland soll der erste Trump-Tower des Kontinents in den Himmel wachsen. 91 Stockwerke, 335 Meter Höhe, geschätzte Kosten von 1,5 Milliarden australischen Dollar – umgerechnet rund 915 Millionen Euro. Man muss Donald Trump eines lassen: An Bescheidenheit hat der Mann noch nie gelitten.

Ein „neues Wahrzeichen" für den Pazifik

Die Trump Organization hat nach eigenen Angaben eine verbindliche Vereinbarung mit dem australischen Projektentwickler Altus Property Group unterzeichnet. Der geplante Luxuskomplex soll im Stadtteil Surfers Paradise entstehen – ein Name, der wie maßgeschneidert für die Marke Trump klingt. Vorgesehen seien ein Resort-Hotel, mehrere Hundert Apartments, Einzelhandelsflächen, Gastronomie, ein Beach Club und selbstverständlich ein Swimmingpool. Auf der Unternehmenswebsite ist bereits vollmundig von einem „neuen Wahrzeichen mit Blick auf den Pazifik" die Rede.

Pikantes Detail: Die Trump-Familie tritt bei diesem Projekt nicht als Bauherr auf. Das Geld komme ausschließlich aus australischen Quellen, das Gebäude werde von australischen Firmen errichtet. Lediglich die Design- und Markenstandards der Trump Organization müssten eingehalten werden. Ein klassisches Lizenzmodell also – die Trumps kassieren für ihren Namen, das finanzielle Risiko tragen andere.

Fast zwei Jahrzehnte Verhandlungen

Altus-Chef David Young erklärte, er habe sich seit beinahe zwanzig Jahren um ein Trump-Projekt in Australien bemüht. Bereits 2007 habe er erstmals Kontakt zur Familie aufgenommen. Die endgültige Vereinbarung sei schließlich am 14. Februar – ausgerechnet am Valentinstag – im berühmten Anwesen Mar-a-Lago in Florida unterzeichnet worden. Man könnte sagen: eine Liebesbeziehung, die lange reifen musste.

Der Turm soll auf dem Gelände des nie verwirklichten „Spirit Tower" errichtet werden, für das bereits eine Hochhausgenehmigung vorlag. Die Einstiegspreise für die Apartments dürften bei rund fünf Millionen australischen Dollar liegen – umgerechnet etwa drei Millionen Euro. Wer also ein Feriendomizil mit Trump-Logo sucht, sollte schon einmal das Sparschwein schlachten.

Geschäft und Politik – eine heikle Mischung

Eric Trump, Sohn des amtierenden US-Präsidenten und Manager der Trump Organization, sprach von einem „Meilenstein" und einem bedeutenden Einstieg der Marke in den australischen Markt. Das Projekt solle internationale Käufer anziehen und die Gold Coast als Luxusdestination weiter aufwerten.

Doch so beeindruckend die Zahlen klingen mögen – die Vermischung von Präsidentenamt und Familiengeschäft bleibt ein Thema, das kritische Beobachter zu Recht umtreibt. Während Trump als Staatsoberhaupt Handelskriege führt, Zölle von 20 Prozent auf EU-Importe erhebt und ganze Volkswirtschaften unter Druck setzt, expandiert sein Unternehmensimperium ungeniert in neue Märkte. Die Frage, ob ausländische Regierungen und Investoren durch solche Projekte politischen Einfluss erkaufen könnten, steht wie ein Elefant im Raum.

Für Deutschland, das unter den drastischen US-Zöllen besonders leidet, hat diese Nachricht einen bitteren Beigeschmack. Während die deutsche Wirtschaft unter dem Druck der amerikanischen Handelspolitik ächzt und die neue Große Koalition unter Friedrich Merz händeringend nach Antworten sucht, baut die Trump-Familie fröhlich Luxustürme am Strand. Es ist ein Sinnbild unserer Zeit: Die einen tragen die Lasten, die anderen vergolden ihre Marke.

Ob der Wolkenkratzer tatsächlich jemals fertiggestellt wird, bleibt abzuwarten. Die Geschichte der Trump-Projekte weltweit ist durchaus von gescheiterten Vorhaben und geplatzten Träumen durchzogen. Doch sollte der Turm eines Tages tatsächlich die Skyline der Gold Coast überragen, wäre er zumindest eines: ein Monument für den unbändigen Willen einer Familie, ihren Namen buchstäblich überall auf der Welt in den Himmel zu schreiben.

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