
Trumps Kriegsrhetorik gegen Iran: Wenn Fakten der Propaganda weichen müssen

Während die Welt gebannt auf die fragilen Atomverhandlungen in Genf blickt, dreht US-Präsident Donald Trump die Eskalationsschraube weiter – und bedient sich dabei einer Methode, die man aus Washington nur allzu gut kennt: der gezielten Übertreibung einer vermeintlichen Bedrohung, um militärische Abenteuer zu rechtfertigen.
Phantombedrohung aus dem Nahen Osten?
In seiner jüngsten Rede vor dem Kongress behauptete Trump, Iran entwickle Raketen, die bald die Vereinigten Staaten erreichen könnten. Wörtlich erklärte er, Teheran habe bereits Raketen entwickelt, die Europa und amerikanische Stützpunkte in Übersee bedrohen könnten, und arbeite nun daran, Geschosse zu bauen, die „bald die Vereinigten Staaten von Amerika erreichen" würden.
Das Problem? Die eigenen Geheimdienste des Präsidenten widersprechen dieser Darstellung fundamental. Die Defense Intelligence Agency (DIA) schätzte 2025, dass Iran frühestens 2035 eine militärisch einsatzfähige Interkontinentalrakete besitzen könnte – wohlgemerkt nur dann, wenn Teheran sich überhaupt dazu entschließen sollte, eine solche Fähigkeit zu entwickeln. Und genau diese Entscheidung sei nach Erkenntnissen der US-Geheimdienste bislang nicht gefallen.
Die nackten Zahlen entlarven die Rhetorik
Ein Blick auf die Fakten genügt, um Trumps Behauptungen als das zu entlarven, was sie sind: politische Stimmungsmache. Das amerikanische Festland liegt rund 10.000 Kilometer von der iranischen Westgrenze entfernt. Irans weitreichendste Rakete schafft derzeit knapp 3.000 Kilometer. Das ist eine gewaltige Lücke – keine, die man eben mal so schließt. Irans gesamtes Raketenprogramm war stets auf den regionalen Erzfeind Israel ausgerichtet, nicht auf den amerikanischen Kontinent.
Besonders pikant: In der gesamten Geschichte der Vereinigten Staaten hat es keinen einzigen Terroranschlag gegeben, der von einem iranischen schiitischen Agenten auf amerikanischem Boden verübt wurde. Nicht einen. Doch solche unbequemen Wahrheiten passen offenbar nicht in das Narrativ, das man dem amerikanischen Volk verkaufen möchte.
Genf als letzte Chance für die Diplomatie
Dabei gibt es durchaus Anzeichen für eine diplomatische Lösung. Berichten zufolge sei Teheran bereit, seine Urananreicherung von 60 Prozent auf etwa 3,6 Prozent zurückzufahren und die Anreicherungsaktivitäten für sieben Jahre auszusetzen – ein Rahmenabkommen, das in Genf verhandelt werde. Ein solches Zugeständnis wäre bemerkenswert und würde die Bedrohungslage, die Trump so dramatisch zeichnet, noch absurder erscheinen lassen.
Das altbekannte Drehbuch
Wer sich an die Vorgeschichte des Irakkriegs 2003 erinnert, dem dürfte bei Trumps Rhetorik ein kalter Schauer über den Rücken laufen. Auch damals wurden Bedrohungsszenarien aufgebauscht, Geheimdiensterkenntnisse ignoriert oder zurechtgebogen, um einen Militärschlag zu legitimieren. Die angeblichen Massenvernichtungswaffen Saddam Husseins existierten bekanntlich nie. Millionen Menschen bezahlten den Preis für diese Lüge.
Nun wiederholt sich das Muster – mit dem massiven Pentagon-Aufmarsch in der Region als bedrohlicher Kulisse. Doch die amerikanische Öffentlichkeit scheint diesmal skeptischer zu sein. Umfragen deuten darauf hin, dass eine Mehrheit der Amerikaner die Kriegsrhetorik nicht kauft. Ob diese Skepsis ausreicht, um einen weiteren kostspieligen Militäreinsatz zu verhindern, bleibt abzuwarten.
Europa als Kollateralschaden?
Für Europa – und insbesondere für Deutschland – hätte eine militärische Eskalation im Nahen Osten verheerende Konsequenzen. Steigende Energiepreise, neue Flüchtlingsströme und eine weitere Destabilisierung der ohnehin fragilen geopolitischen Ordnung wären die absehbaren Folgen. Dass die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz bislang auffällig still zu Trumps Säbelrasseln geblieben ist, spricht Bände über den Zustand der deutschen Außenpolitik. Statt klare Kante zu zeigen und auf Diplomatie zu drängen, duckt man sich in Berlin einmal mehr weg.
In Zeiten solch geopolitischer Unsicherheit zeigt sich einmal mehr, warum physische Edelmetalle als Bestandteil eines breit diversifizierten Portfolios ihre Berechtigung haben. Gold und Silber haben sich über Jahrhunderte als Krisenwährung bewährt – gerade dann, wenn politische Entscheidungsträger die Welt an den Rand bewaffneter Konflikte manövrieren und die Märkte in Aufruhr versetzen.
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