
Trumps Machtpoker mit Big Tech: Konzerne sollen eigene Kraftwerke bauen – oder zahlen

Was klingt wie eine Szene aus einem dystopischen Wirtschaftsthriller, wird in Washington gerade Realität: Die mächtigsten Technologiekonzerne der Welt werden nächste Woche im Weißen Haus vorstellig, um feierlich zu geloben, dass ihre stromfressenden Rechenzentren nicht die Energierechnungen gewöhnlicher Amerikaner in die Höhe treiben werden. Ein bemerkenswerter Vorgang – und einer, der auch für Europa und Deutschland Signalwirkung haben dürfte.
Der „Rate Payer Protection Pledge" – ein Versprechen mit Zähnen?
Am 4. März sollen Vertreter von Amazon, Google, Meta, Microsoft, xAI, Oracle und OpenAI im Weißen Haus zusammenkommen, um den sogenannten „Rate Payer Protection Pledge" zu unterzeichnen. Dieses Versprechen, das Präsident Trump bereits während seiner aufsehenerregenden State-of-the-Union-Rede am 24. Februar ankündigte, verpflichtet die Tech-Giganten dazu, für ihre neuen KI-Rechenzentren eine eigene Energieversorgung aufzubauen, zu beschaffen oder zuzukaufen. Die Botschaft ist unmissverständlich: Wer Milliarden mit künstlicher Intelligenz verdient, soll gefälligst auch selbst für den dafür nötigen Strom sorgen.
„Wir sagen den großen Technologieunternehmen, dass sie die Verpflichtung haben, für ihren eigenen Energiebedarf zu sorgen", erklärte Trump während seiner Rede vor dem Kongress. Sie könnten ihre eigenen Kraftwerke als Teil ihrer Anlagen errichten, sodass die Strompreise für niemanden steigen würden – in vielen Fällen würden die Preise für die umliegenden Gemeinden sogar „erheblich sinken".
Der unersättliche Energiehunger der KI-Revolution
Hinter dieser Initiative steckt ein Problem von geradezu monumentalem Ausmaß. Die explosionsartige Expansion von KI-Rechenzentren verschlingt Unmengen an Elektrizität. Bereits im Juli 2025 hatte Trump eine Exekutivanordnung erlassen, die darauf abzielte, den Bau von Rechenzentren in den USA zu beschleunigen und bürokratische Hürden abzubauen. Jedes Projekt müsse dabei mehr als 100 Megawatt an neuer Last aufweisen, die für KI-Inferenz, Training, Simulation oder synthetische Datengenerierung bestimmt sei.
Die Zahlen, die aus den betroffenen Bundesstaaten kommen, sind alarmierend. In New Jersey zahlten Kunden im Jahr 2025 durchschnittlich 19 Prozent mehr für Energie als noch im Vorjahr. In Virginia, wo die Strompreise zwischen 2020 und 2023 bereits um 30 Prozent gestiegen waren, drohen bis 2027 weitere Erhöhungen von bis zu 21 Prozent. Es verwundert kaum, dass die explodierenden Energiekosten durch Rechenzentren zu einem der bestimmenden Themen bei den Gouverneurswahlen in beiden Bundesstaaten wurden.
Konkrete Großprojekte bereits in Planung
Die Dimensionen der geplanten Vorhaben sind beeindruckend – und beängstigend zugleich. Meta plant ein 400-Megawatt-Erdgaskraftwerk im ohioischen New Albany. Amazon und Energy Northwest wollen gemeinsam die sogenannte „Cascade Advanced Energy Facility" nahe Richland im Bundesstaat Washington errichten. Projekte dieser Größenordnung können ganze regionale Stromnetze an ihre Belastungsgrenze bringen.
Ein Lehrstück für Deutschland?
Während Trump pragmatisch handelt und die Verantwortung dorthin verlagert, wo sie hingehört – nämlich zu den Verursachern –, darf man sich fragen, wie eine vergleichbare Situation in Deutschland gehandhabt würde. Hierzulande, wo die Strompreise ohnehin zu den höchsten weltweit gehören und die Energiewende den Bürgern bereits astronomische Kosten aufbürdet, wäre ein solcher Ansatz geradezu revolutionär. Doch statt die Industrie in die Pflicht zu nehmen, subventioniert die deutsche Politik lieber mit Steuergeldern und belastet den kleinen Mann.
Die neue Große Koalition unter Friedrich Merz hat mit ihrem 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen bereits die nächste Schuldenexplosion eingeleitet. Ob sie den Mut aufbringen würde, Tech-Konzernen ähnliche Bedingungen zu diktieren wie Trump, darf bezweifelt werden. Stattdessen wird man vermutlich weiter zusehen, wie die Energiekosten steigen – und den Bürgern erklären, das sei eben der Preis des Fortschritts.
Trumps Vorstoß zeigt jedenfalls eines mit aller Deutlichkeit: Es ist durchaus möglich, technologischen Fortschritt zu fördern, ohne die arbeitende Bevölkerung dafür bluten zu lassen. Man muss es nur wollen – und den Mut haben, den Mächtigen die Stirn zu bieten. Eine Lektion, die man in Berlin offenbar noch nicht gelernt hat.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investitionsentscheidung – sei es in Technologieaktien, Energiewerte oder andere Anlageklassen – sollte auf eigener, gründlicher Recherche basieren. In Zeiten steigender Energiekosten und wachsender wirtschaftlicher Unsicherheit können physische Edelmetalle wie Gold und Silber als bewährter Baustein zur Vermögenssicherung eine sinnvolle Ergänzung eines breit diversifizierten Portfolios darstellen. Für individuelle Anlageentscheidungen übernehmen wir keinerlei Haftung.

- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik











