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Kettner Edelmetalle
23.02.2026
14:10 Uhr

Trumps Pilgerreise nach Peking: Ein geschwächter Präsident sucht den Schulterschluss mit Xi

Was auf den ersten Blick wie ein diplomatischer Coup wirkt, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als das stille Eingeständnis einer doppelten Schwäche. Donald Trump hat für Ende März einen Staatsbesuch in Peking angekündigt – und die Umstände könnten für den amerikanischen Präsidenten kaum ungünstiger sein. Innenpolitisch unter Druck, wirtschaftlich angeschlagen und seines schärfsten Handelsinstruments beraubt, begibt sich der mächtigste Mann der westlichen Welt auf eine Reise, die mehr über die Verwundbarkeit Amerikas verrät als über dessen Stärke.

Der Supreme Court zieht Trump den Zahn

Das Timing könnte kaum brisanter sein. Nur wenige Tage vor der Ankündigung hat der Supreme Court Trump seinen wirkungsvollsten Hebel in der Handelspolitik entzogen. Die weitreichenden Notstandszölle, mit denen der Präsident binnen kürzester Zeit massiven wirtschaftlichen Druck auf Handelspartner aufbauen konnte, stehen ihm nicht mehr zur Verfügung. Was bleibt, ist ein deutlich langsamerer, politisch begrenzter Instrumentenkasten. Die bestehenden Section-301-Zölle wirken zwar weiter, doch neue Maßnahmen erfordern aufwendige Verfahren. Die zusätzlich verhängten globalen Zölle gelten ohnehin nur vorübergehend – ihre Frist endet im Sommer nach 150 Tagen.

Für einen Verhandler, der stets mit dem Holzhammer agierte, ist das ein dramatischer Machtverlust. Trump reist nach Peking wie ein Pokerspieler, dem man die besten Karten aus der Hand genommen hat. Und Xi Jinping weiß das.

Amerikas Wirtschaft wankt – und Trump braucht Ergebnisse

Die wirtschaftliche Lage in den Vereinigten Staaten gibt wenig Anlass zum Optimismus. Das Wachstum hat sich zum Jahresende deutlich verlangsamt. Der Government Shutdown hat Ausgaben gebremst und das Vertrauen in die Handlungsfähigkeit der Regierung nachhaltig beschädigt. Der Konsum schwächelt, am Arbeitsmarkt zeigen sich erste Risse, und die Inflation verharrt hartnäckig über dem Zielwert der Federal Reserve.

Für einen Präsidenten, der wirtschaftliche Stärke zum Fundament seiner politischen Erzählung gemacht hat, ist das eine denkbar ungünstige Ausgangslage. Besonders bitter: Die beim Busan-Treffen großspurig angekündigten chinesischen Käufe amerikanischer Energie- und Agrarprodukte sind schlicht ausgeblieben. Bei Soja und Rohöl zeigt sich sogar ein deutlicher Rückgang. Die Narrative des „großen Deals" bröckelt – und mit ihr Trumps Glaubwürdigkeit als Verhandlungsführer.

Flucht auf die Weltbühne?

Vor diesem Hintergrund drängt sich der Verdacht auf, dass die Reise nach Peking weniger einem strategischen Kalkül entspringt als vielmehr dem Wunsch, dem innenpolitischen Kleinklein zu entfliehen. Der Ton aus dem Weißen Haus ist auffallend freundlich, beinahe werbend. Trump spricht von einer „sehr guten Beziehung" zu Xi Jinping, von einem „außergewöhnlichen Treffen". Doch die Symbolik liest sich eher wie die eines geschwächten Herrschers, der dem Kaiser auf dem Drachenthron seine Aufwartung macht.

Auch China steht unter Druck – mehr als Peking zugeben möchte

Wer nun glaubt, Xi Jinping könne sich entspannt zurücklehnen, irrt gewaltig. Auch die Volksrepublik kämpft an mehreren Fronten gleichzeitig. Die Binnenwirtschaft bietet keinen stabilen Anker. Das Wachstum verlangsamt sich, der Konsum bleibt schwach, und die Immobilienkrise – dieses Damoklesschwert über Chinas Mittelschicht – belastet Vermögen und Vertrauen gleichermaßen.

China hat seine Handelsströme zwar neu ausgerichtet, doch nicht ohne erhebliche Kosten. Neue Absatzmärkte in Afrika und Lateinamerika bringen Volumen, aber keine vergleichbaren Margen. Die Wege werden länger, die Zahlungsrisiken höher, die Nachfrage weniger verlässlich. Ein fragmentierter Markt ersetzt eben keinen integrierten Wirtschaftsraum – schon gar nicht den amerikanischen Konsumenten mit seiner schier unersättlichen Kaufkraft.

Hinzu kommt die schleichende Verlagerung von Produktionskapazitäten nach Südostasien. Vietnam, Malaysia – Länder, die einst im Schatten des chinesischen Industriegiganten standen, entwickeln sich zu ernsthaften Konkurrenten. China liefert zwar weiterhin Vorprodukte und Maschinen, verliert aber genau dort an Boden, wo die größte Wertschöpfung entsteht: bei der Endfertigung.

Energie als Achillesferse

Besonders deutlich zeigt sich Chinas Verwundbarkeit im Energiesektor. Ein erheblicher Teil der chinesischen Kostenvorteile beruhte auf günstigen Importen aus sanktionierten Staaten. Schweröl aus Venezuela, iranisches Rohöl – diese Quellen versiegen oder werden zunehmend teurer. Ersatz kommt aus anderen Regionen, etwa aus Kanada, aber zu höheren Preisen und mit anderen technischen Eigenschaften. Es ist kein plötzlicher Ausfall, sondern ein schleichender Anstieg der Kostenbasis. Und genau das trifft ein System, das auf hauchdünne Margen angewiesen ist.

Die technologische Abhängigkeit verschärft die Lage zusätzlich. Hochleistungschips aus den USA bleiben schwer ersetzbar. Exportkontrollen begrenzen den Zugang zu modernster Rechenleistung und damit die Geschwindigkeit der technologischen Entwicklung. Eigene Lösungen existieren, erreichen aber nicht das gleiche Niveau und lassen sich kaum skalieren.

Das stille Eingeständnis: „Chinamerica" lebt weiter

Was bedeutet das alles für das Treffen Ende März? Im Kern ist es das stille Eingeständnis beider Seiten, dass das System „Chinamerica" – diese symbiotische Verflechtung der beiden größten Volkswirtschaften – weiter besteht. Die USA brauchen günstige Konsumgüter, China einen verlässlichen Absatzmarkt. Aus den chinesischen Exportüberschüssen fließen weiterhin Milliarden in amerikanische Staatsanleihen, mal offen, mal über Umwege. Dieses Recycling stabilisiert den Dollarraum und hält den amerikanischen Konsum am Laufen.

Die optimistische Lesart: Interdependenz zwingt beide Seiten zur Kooperation. Die pessimistische – und wohl realistischere – Lesart ist härter: Beide Strategien sind an ihre Grenzen gestoßen. Die USA können sich nicht von China lösen, ohne sich selbst wirtschaftlich schwer zu treffen. China wiederum ist verwundbarer, als es die Propagandamaschine in Peking glauben machen möchte.

Was Europa und Deutschland daraus lernen sollten

Für Deutschland und Europa sollte dieses geopolitische Schauspiel ein Weckruf sein. Während sich die beiden Supermächte in einem Tanz der gegenseitigen Abhängigkeit befinden, droht Europa zum bloßen Zuschauer zu degradieren. Die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz hat zwar vollmundig eine stärkere außenpolitische Rolle Deutschlands angekündigt, doch von konkreten Ergebnissen ist bislang wenig zu sehen. Stattdessen versenkt man 500 Milliarden Euro in ein Sondervermögen, das kommende Generationen mit Zinszahlungen belasten wird, während die eigene industrielle Basis weiter erodiert.

In Zeiten solcher geopolitischer Unsicherheiten zeigt sich einmal mehr der Wert von physischen Edelmetallen als Vermögenssicherung. Gold und Silber kennen keine Handelsblockaden, keine Zollschranken und keine politischen Launen. Sie sind seit Jahrtausenden der ultimative Wertspeicher – unabhängig davon, ob in Washington oder Peking gerade ein Machtkampf tobt. Wer sein Portfolio klug diversifiziert und physische Edelmetalle als Beimischung nutzt, schafft sich ein Fundament, das auch den heftigsten geopolitischen Stürmen standhält.

Am Ende bleibt kein Sieg, sondern ein Gleichgewicht unter Druck. Zwei Systeme, die einander misstrauen und dennoch aufeinander angewiesen sind.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investitionsentscheidung sollte auf eigener, gründlicher Recherche basieren. Wir empfehlen, vor jeder Anlageentscheidung einen qualifizierten Finanzberater zu konsultieren. Für etwaige Verluste, die aus der Umsetzung der in diesem Artikel genannten Informationen resultieren, übernehmen wir keinerlei Haftung.

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