
Trumps Pokerspiel am Persischen Golf: Ultimatum verschoben, doch die Bomben fallen weiter

Was sich derzeit im Nahen und Mittleren Osten abspielt, gleicht einem geopolitischen Schachspiel von atemberaubender Komplexität – und gefährlicher Unberechenbarkeit. US-Präsident Donald Trump hat seine ultimativ angedrohten Angriffe auf iranische Kraftwerke vorerst ausgesetzt und spricht von „sehr guten und produktiven Gesprächen" mit Teheran. Gleichzeitig fliegen weiterhin Raketen und Drohnen in beide Richtungen. Ein Widerspruch? Willkommen in der Realität der Trumpschen Außenpolitik.
Das Ultimatum, das keines war
Ursprünglich hatte Trump dem Iran eine Frist bis in die Nacht zum Montag gesetzt: Teheran sollte die für den globalen Öl- und Gasmarkt strategisch bedeutsame Straße von Hormus öffnen – andernfalls würden iranische Kraftwerke zerstört. Eine Drohung, die die Weltmärkte erzittern ließ und den Ölpreis in die Höhe trieb. Doch statt der angekündigten Eskalation kam die Kehrtwende. Trump verkündete auf seiner Plattform Truth Social, er werde weitere fünf Tage auf Attacken gegen Kraftwerke und Energieinfrastruktur verzichten. Der Ölpreis sank daraufhin prompt, die Börsen atmeten auf. An der Tokioter Leitbörse legte der Nikkei-Index um 0,77 Prozent zu.
Man mag von Trumps brachialer Verhandlungstaktik halten, was man will – eines muss man dem 47. Präsidenten der Vereinigten Staaten zugestehen: Er versteht es meisterhaft, Druck aufzubauen und diesen dann als Verhandlungsmasse einzusetzen. Ob diese Strategie am Ende zu einem tragfähigen Ergebnis führt, steht freilich auf einem ganz anderen Blatt.
Teheran dementiert – und verhandelt womöglich doch
Die Signale aus dem Iran könnten widersprüchlicher kaum sein. Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf dementierte kategorisch, dass es Verhandlungen mit den USA gegeben habe. Die Berichte seien „Fake News", die genutzt würden, um Finanz- und Ölmärkte zu manipulieren und dem „Sumpf zu entkommen, in dem die USA und Israel feststecken". Starke Worte – die allerdings durch Berichte renommierter Medien konterkariert werden.
Nach Informationen des US-Nachrichtenportals „Axios" hätten Ägypten, Pakistan und die Türkei am Sonntag zwischen Washington und Teheran vermittelt. Ziel sei es gewesen, ein Telefonat zwischen Ghalibaf und Trumps Team zu arrangieren. Mehr noch: Die vermittelnden Länder versuchten demnach, ein persönliches Treffen in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad zu organisieren. Auf iranischer Seite würden Ghalibaf und weitere Beamte teilnehmen, auf amerikanischer Seite der Sondergesandte Steve Witkoff, Trumps Schwiegersohn Jared Kushner und möglicherweise sogar Vizepräsident J.D. Vance. Auch das „Wall Street Journal" bestätigte, dass arabische Vermittler getrennte Gespräche mit beiden Seiten geführt hätten.
Trumps 15-Punkte-Einigung – oder doch nur Wunschdenken?
Trump selbst zeigte sich gegenüber Reportern in Florida betont optimistisch. Man habe sich mit dem Iran in rund 15 Punkten geeinigt. „Sie werden nie Atomwaffen haben. Sie haben dem zugestimmt", erklärte der Präsident. Die USA wollten zudem das angereicherte Uran übernehmen, das sich im Iran befinde. Der Iran wolle unbedingt einen Deal – und die USA ebenfalls.
Doch wie belastbar sind diese Aussagen? Solange Teheran jegliche Verhandlungen öffentlich bestreitet, bleibt Trumps Darstellung eine einseitige Erzählung. Es wäre nicht das erste Mal, dass der US-Präsident diplomatische Fortschritte verkündet, die sich bei näherer Betrachtung als deutlich weniger substanziell erweisen. Andererseits gehört es zum Wesen orientalischer Diplomatie, dass man öffentlich dementiert, was hinter verschlossenen Türen längst besprochen wird.
Israel macht weiter – mit voller Härte
Während Trump die diplomatische Karte spielt, setzt Israel seine militärischen Operationen unvermindert fort. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu ließ keinen Zweifel daran, dass die Angriffe im Iran und im Libanon weitergehen werden. „Wir zerschlagen das Raketenprogramm und das Atomprogramm", verkündete er in einer Videobotschaft. Gleichzeitig räumte er ein, dass Trump eine Chance sehe, die militärischen Erfolge durch ein Abkommen zu verwirklichen, das Israels „vitale Interessen" schütze.
In der Nacht war Israels Luftabwehr erneut wegen mehrerer Raketenangriffe des Iran im Einsatz. Auch Saudi-Arabien und Bahrain meldeten Beschuss durch Drohnen und Raketen – ein deutliches Zeichen dafür, dass der Konflikt längst über die bilaterale Ebene hinausgewachsen ist und die gesamte Region destabilisiert.
Der Libanon als zweite Front
Besonders besorgniserregend ist die Lage im Libanon. Die mit dem Iran verbündete Hisbollah-Miliz hatte Anfang März in den Krieg eingegriffen und erstmals seit einer Waffenruhe vom November 2024 Israel wieder mit Raketen beschossen. Israels Armee führt seitdem im Südlibanon „gezielte Bodeneinsätze" durch und wirft der libanesischen Armee Versagen bei der Entwaffnung der Miliz vor. Am Sonntag seien mehrere bewaffnete Miliz-Mitglieder gefangen genommen und „zur weiteren Befragung" nach Israel gebracht worden. Deutschland und andere Länder warnen vor einer größeren Bodenoffensive – eine Warnung, die angesichts der Dynamik des Konflikts durchaus berechtigt erscheint.
Die Lehren für Europa – und für Deutschland
Was bedeutet diese hochexplosive Gemengelage für Deutschland und Europa? Zunächst einmal zeigt sich einmal mehr, wie abhängig die europäische Wirtschaft von geopolitischen Entwicklungen ist, auf die sie keinerlei Einfluss hat. Die Straße von Hormus, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Ölhandels fließt, könnte jederzeit zum Nadelöhr werden, das die ohnehin fragile europäische Energieversorgung weiter unter Druck setzt.
Für die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz stellt sich die Frage, wie Deutschland in diesem Konflikt positioniert sein will. Die bisherige deutsche Außenpolitik der vergangenen Jahre war geprägt von moralischen Appellen und diplomatischer Zurückhaltung – eine Strategie, die in einer Welt der Machtpolitik zunehmend an ihre Grenzen stößt. Während Trump mit maximaler Drohkulisse verhandelt und Israel militärische Fakten schafft, beschränkt sich Berlin auf mahnende Worte. Ob das den Interessen Deutschlands und seiner Bürger dient, darf bezweifelt werden.
In Zeiten derartiger geopolitischer Unsicherheit zeigt sich einmal mehr der Wert physischer Edelmetalle als Instrument der Vermögenssicherung. Wenn Raketen fliegen, Ölpreise schwanken und Börsen nervös reagieren, bieten Gold und Silber jene Stabilität, die Papierwerte in Krisenzeiten regelmäßig vermissen lassen. Wer sein Portfolio klug diversifiziert und physische Edelmetalle als Beimischung nutzt, ist für solche Verwerfungen deutlich besser gewappnet.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investitionsentscheidung sollte auf eigener, sorgfältiger Recherche basieren. Wir übernehmen keine Haftung für finanzielle Entscheidungen, die auf Grundlage dieses Artikels getroffen werden.

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