
UN-Botschafter Somalias in Medicaid-Betrugsskandal verwickelt – Amerikanische Steuerzahler um Millionen betrogen

Was sich derzeit in den Vereinigten Staaten abspielt, liest sich wie ein schlechter Krimi aus der Welt der internationalen Diplomatie. Der somalische UN-Botschafter Abukar Dahir Osman, seines Zeichens aktueller Präsident des UN-Sicherheitsrates, steht im Zentrum eines handfesten Betrugsskandals. Das amerikanische Gesundheitsministerium (HHS) hat nun offiziell bestätigt, was viele bereits vermuteten: Der hochrangige Diplomat ist mit einem Unternehmen verbunden, das wegen Medicaid-Betrugs verurteilt wurde.
Doppelleben zwischen Diplomatie und dubiosem Geschäftsgebaren
Die Enthüllung ist brisant. Jim O'Neill, stellvertretender Gesundheitsminister, bestätigte in einer Stellungnahme auf der Plattform X, dass Botschafter Osman tatsächlich mit Progressive Health Care Services verbunden sei – einem Pflegedienst aus Cincinnati, Ohio. Das Unternehmen wurde bereits wegen Medicaid-Betrugs belangt. Die genauen Details der Betrugsfälle und die ergriffenen Maßnahmen blieben zunächst im Dunkeln.
Besonders pikant erscheint der zeitliche Zusammenhang. Laut Screenshots seines LinkedIn-Profils, die von dem Social-Media-Account "Libs of TikTok" verbreitet wurden, fungierte Osman von 2014 bis Mai 2019 als "Managing Director" des besagten Unternehmens. Diese Zeitspanne überschneidet sich exakt mit seiner Tätigkeit als ständiger Vertreter Somalias bei den Vereinten Nationen in New York. Weitere öffentlich zugängliche Dokumente listen ihn sogar als Präsidenten und Geschäftsführer der Firma.
Ein Symptom systematischen Betrugs
Der Fall des UN-Botschafters ist dabei nur die Spitze eines gewaltigen Eisbergs. Die amerikanischen Behörden ermitteln derzeit in mehreren Bundesstaaten wegen großangelegter Betrugsmaschen bei staatlich finanzierten Programmen. In Minnesota etwa hat der sogenannte "Feeding Our Future"-Fall – mittlerweile die größte Betrugsanklage im Zusammenhang mit der Pandemie in der US-Geschichte – bereits zu Dutzenden Verurteilungen geführt.
Die Dimensionen sind erschütternd. Bundesbeamte schätzen, dass allein bei einer Teilmenge der Medicaid-Programme in Minnesota der Betrugsschaden neun Milliarden Dollar übersteigen könnte. FBI-Direktor Kash Patel enthüllte kürzlich, dass Bundesbeamte Dutzende Personen wegen eines mutmaßlichen 250-Millionen-Dollar-Betrugsschemas angeklagt haben.
Politische Konsequenzen zeichnen sich ab
Die Trump-Administration hat bereits Maßnahmen ergriffen. Bundesgelder für Kinderbetreuung in Minnesota wurden eingefroren, nachdem mutmaßlich betrügerische Kindertagesstätten-Programme aufgedeckt wurden. Die Small Business Administration hat fast 6.900 Kreditnehmer aus Minnesota von künftigen Bundeskreditprogrammen ausgeschlossen – diese hatten rund 400 Millionen Dollar an nun unter Ermittlung stehenden Darlehen erhalten.
Inmitten der wachsenden Kritik kündigte Minnesotas demokratischer Gouverneur Tim Walz am 5. Januar an, nicht erneut kandidieren zu wollen. Er wolle sich stattdessen auf die Betrugsbekämpfung konzentrieren – eine Aussage, die angesichts der Umstände fast zynisch anmutet.
Die Frage der Verantwortung
Dass ein amtierender Präsident des UN-Sicherheitsrates mit einem wegen Betrugs verurteilten Unternehmen in Verbindung gebracht wird, wirft fundamentale Fragen auf. Wie konnte ein Mann mit solchen geschäftlichen Verstrickungen eine derart einflussreiche Position in der internationalen Diplomatie erlangen? Weder Osman noch die somalische UN-Mission haben bislang auf Anfragen reagiert.
Dieser Fall verdeutlicht einmal mehr, wie dringend notwendig strenge Kontrollen und Transparenz bei internationalen Institutionen sind. Die hart arbeitenden amerikanischen Steuerzahler haben ein Recht darauf zu erfahren, wohin ihre Gelder fließen – und wer davon profitiert.
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