
UN-Generalsekretär warnt: Internationale Zusammenarbeit liegt auf dem Sterbebett

In seiner letzten großen Grundsatzrede vor dem Ende seiner Amtszeit im Jahr 2026 hat UN-Generalsekretär António Guterres ein düsteres Bild der Weltlage gezeichnet. Die internationale Kooperation befinde sich gewissermaßen auf der Intensivstation, so der scheidende Diplomat. Geopolitische Verwerfungen, systematische Verstöße gegen das Völkerrecht und drastische Kürzungen bei der humanitären Hilfe würden das multilaterale System an den Rand des Zusammenbruchs treiben.
Ein System unter Beschuss
„Der Kontext ist Chaos", erklärte Guterres vor den versammelten Delegierten mit ungewöhnlich deutlichen Worten. Die Welt sei übersät mit Konflikten, Straflosigkeit, Ungleichheit und Unberechenbarkeit. Ohne Namen zu nennen – doch die Anspielung auf die Vereinigten Staaten unter Präsident Trump war kaum zu überhören – kritisierte er jene Regierungen, die aktiv daran arbeiteten, das internationale System zu schwächen.
Die Ironie der Geschichte könnte kaum größer sein: Ausgerechnet in einer Zeit, in der globale Zusammenarbeit dringender denn je benötigt werde, zeige sich die Weltgemeinschaft am wenigsten bereit, in diese zu investieren. „Manche versuchen, die internationale Kooperation auf die Sterbestation zu verlegen", so Guterres. „Ich kann Ihnen versichern: Wir werden nicht aufgeben."
Von der Ukraine bis zum Sudan – eine Welt in Flammen
Der UN-Chef verwies auf die zahlreichen Brandherde, die derzeit den Globus erschüttern: Der Ukraine-Krieg, der Gaza-Konflikt, die Krise im Jemen und der Bürgerkrieg im Sudan. Millionen Menschen seien in Teufelskreisen aus Gewalt, Hunger und Vertreibung gefangen. Frieden bedeute mehr als nur die Abwesenheit von Krieg, mahnte Guterres. Armut, mangelnde Entwicklung und schwache Institutionen schüfen erst die Bedingungen für weitere Gewalt.
„Nachhaltiger Frieden erfordert nachhaltige Entwicklung."
Moskau stimmt überraschend zu
Bemerkenswert ist, dass am selben Tag auch der russische Präsident Wladimir Putin eine ähnliche Einschätzung der Weltlage abgab – wenngleich aus völlig anderer Perspektive. Bei einem Empfang für neue Botschafter im Kreml erklärte Putin mit einem Lächeln, die internationale Situation verschlechtere sich zusehends. Alte Konflikte würden sich verschärfen, neue gefährliche Krisenherde entstünden.
Ohne die USA oder Trump beim Namen zu nennen, kritisierte der russische Staatschef jene, die „kraft des Rechts der Stärke" anderen ihren Willen aufzwingen, Belehrungen erteilen und Befehle ausgeben würden. Russland hingegen bekenne sich aufrichtig zu den Idealen einer multipolaren Welt.
Westliche Doppelmoral im Fokus
Russische Regierungsvertreter wiesen in den vergangenen Tagen darauf hin, wie absurd heuchlerisch es sei, wenn der Westen Moskau belehre, während Washington gleichzeitig unprovoziert in Länder wie Venezuela einmarschiere, um Regierungen zu stürzen, und neue Kriege gegen den Iran androhe.
Die Kritik trifft einen wunden Punkt. Denn tatsächlich zeigt sich das internationale System zunehmend als zahnloser Tiger. Die regelbasierte Weltordnung, von der westliche Politiker so gerne sprechen, scheint nur dann zu gelten, wenn es den eigenen Interessen dient. Diese Doppelmoral untergräbt das Vertrauen in multilaterale Institutionen nachhaltig – und gibt autoritären Regimen willkommene Argumente an die Hand.
Was bleibt von der Nachkriegsordnung?
Die Vereinten Nationen, einst als Garant für Frieden und Stabilität nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet, stehen vor ihrer vielleicht größten Bewährungsprobe. Die Frage, ob das System noch reformierbar ist oder ob wir Zeugen seines schleichenden Niedergangs werden, bleibt offen. Guterres' Abschiedsworte klingen jedenfalls weniger nach Optimismus als nach einem Hilferuf an eine Welt, die nicht mehr zuhören will.
Silber-Explosion 2026:Das unterschätzte Edelmetall
Keine Kreditkarte erforderlich • Keine versteckten Kosten
Ihre Experten im Webinar:

Dominik Kettner
CEO Kettner Edelmetalle

Ernst Wolff
Der Systemkritiker

Jochen Staiger
Der Rohstoff-Realist
Top-Experten
Dominik Kettner & Star-Gäste
Live Q&A
Ihre Fragen
15.000€ Gold
zu gewinnen
- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik














