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Kettner Edelmetalle
18.02.2026
20:37 Uhr

Vatikan erteilt Trumps „Friedensrat" eine Absage – und setzt lieber auf die UN

Es ist ein diplomatischer Paukenschlag, der in seiner Tragweite kaum zu unterschätzen ist: Der Heilige Stuhl wird dem von US-Präsident Donald Trump ins Leben gerufenen „Board of Peace" fernbleiben. Kardinal Pietro Parolin, der ranghöchste Diplomat des Vatikans, verkündete die Entscheidung am Dienstag in Rom – und machte dabei unmissverständlich klar, dass internationale Konflikte nach Auffassung des Papstes weiterhin vorrangig über die Vereinten Nationen gelöst werden sollten.

Trumps Parallelstruktur zur UN spaltet die Weltgemeinschaft

Das „Board of Peace" wurde ursprünglich als Koordinierungsgremium für den Wiederaufbau des Gazastreifens konzipiert. Trump hatte es Anfang des Jahres auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos der Weltöffentlichkeit präsentiert. Doch wie so oft bei Initiativen aus dem Weißen Haus wuchs der Anspruch schnell über das ursprüngliche Mandat hinaus. Inzwischen soll das Gremium nichts Geringeres leisten, als globale Konflikte und Krisen „effizienter" zu lösen – eine kaum verhohlene Kampfansage an die Vereinten Nationen, denen Trump vorwirft, weder den Ukraine-Krieg noch den Nahost-Konflikt in den Griff zu bekommen.

Man mag Trump in diesem Punkt nicht einmal widersprechen wollen. Die UN haben sich in den vergangenen Jahren tatsächlich als erschreckend zahnlos erwiesen. Ob im Donbass, in Gaza oder anderswo – die Bilanz der Weltorganisation ist bestenfalls ernüchternd. Doch die Frage bleibt: Ist eine von Washington dominierte Parallelstruktur wirklich die Antwort?

Wer mitmacht – und wer nicht

Die Mitgliederliste des „Board of Peace" liest sich wie ein geopolitisches Kuriositätenkabinett. Neben den USA sitzen EU-Staaten wie Bulgarien und Ungarn am Tisch – also ausgerechnet jene Länder, die ohnehin als Washingtons treueste Verbündete in Europa gelten. Hinzu kommen Israel, Ägypten, die Vereinigten Arabischen Emirate, Argentinien, Indonesien und die Türkei. Auch postsowjetische Staaten wie Aserbaidschan, Armenien, Kasachstan und Usbekistan haben ihre Teilnahme zugesagt.

Auffällig ist hingegen, wer fehlt. Deutschland und Frankreich – die beiden Schwergewichte der EU – äußerten sich skeptisch. Kanada wurde von Trump sogar kurzerhand wieder ausgeladen, was einmal mehr die Launenhaftigkeit amerikanischer Außenpolitik unter dem 47. Präsidenten illustriert. Und nun also auch der Vatikan. Die Absage des Heiligen Stuhls wiegt schwer, denn sie verleiht der Kritik an Trumps Initiative eine moralische Dimension, die über bloße Realpolitik hinausgeht.

Italien geht einen anderen Weg

Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang die Haltung Italiens. Kardinal Parolin erklärte diplomatisch, man habe „zur Kenntnis genommen", dass sich die Regierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni für eine Teilnahme am Friedensrat entschieden habe. Meloni, die sich als konservative Reformerin profiliert hat und enge Beziehungen zu Washington pflegt, geht damit einen deutlich anderen Weg als der Vatikan – obwohl beide Institutionen nur wenige Kilometer voneinander entfernt residieren. Die Äußerungen fielen bei einer hochrangig besetzten Feier zum Jahrestag der Lateranverträge, an der auch Staatspräsident Sergio Mattarella teilnahm.

Der Vatikan als moralische Instanz – nicht als geopolitischer Spieler

Die Entscheidung des Heiligen Stuhls fügt sich nahtlos in dessen traditionelle Rolle ein. Als ständiger Beobachter bei den Vereinten Nationen und diplomatischer Partner von über 180 Staaten versteht sich der Vatikan seit jeher eher als moralische Instanz denn als geopolitischer Machtakteur. Im Kontext des Gaza-Konflikts pflegt der Heilige Stuhl Beziehungen sowohl zu Israel als auch zu Palästina und setzt sich seit Jahrzehnten für eine Zwei-Staaten-Lösung ein.

Man darf diese Absage durchaus als stille, aber unmissverständliche Warnung lesen: Wer internationale Institutionen durch ad-hoc-Gremien ersetzt, die letztlich von einer einzigen Supermacht dominiert werden, riskiert nicht weniger als die Erosion der gesamten multilateralen Ordnung. Ob man diese Ordnung nun für funktionsfähig hält oder nicht – eine Welt, in der jeder Großmachtpräsident seinen eigenen „Friedensrat" gründet, dürfte kaum friedlicher werden.

Für Deutschland und Europa stellt sich unterdessen eine ganz grundsätzliche Frage: Wie positioniert man sich zwischen einem zunehmend unberechenbaren Washington und einer dysfunktionalen UN? Die neue Große Koalition unter Friedrich Merz hat sich bislang skeptisch gezeigt – zu Recht. Denn wer sich in Trumps Orbit begibt, verliert schnell die eigene Handlungsfähigkeit. Das hat Kanada auf schmerzhafte Weise erfahren müssen.

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