
Während Deutschland debattiert, baut China die Zukunft: Shenzhen wird zur Drohnen-Hauptstadt der Welt
Man stelle sich vor: Eine Großstadt, in der Kaffee und warme Mahlzeiten nicht mehr vom Fahrradkurier, sondern von einer Drohne geliefert werden – innerhalb weniger Minuten, zuverlässig, effizient. Was hierzulande nach ferner Science-Fiction klingt, ist in der südchinesischen Technologiemetropole Shenzhen längst gelebter Alltag. Und während sich Deutschland in endlosen Bürokratieschleifen, Genderdebatten und ideologischen Grabenkämpfen verliert, schafft das Reich der Mitte knallhart Fakten.
310 Flugrouten und 1.200 Landeanlagen – eine Infrastruktur, die sprachlos macht
Die Zahlen, die während der Jahrestagung des städtischen Volkskongresses in Shenzhen präsentiert wurden, sind beeindruckend: 310 aktive Logistikrouten für den Niedrigluftverkehr seien mittlerweile in Betrieb, davon allein 82 neue Routen im Jahr 2025. Parallel dazu habe die Stadt mehr als 1.200 Start- und Landeanlagen für unbemannte Luftfahrzeuge errichtet. Diese Infrastruktur bilde das Rückgrat der sogenannten „Low-Altitude Economy" – eines Wirtschaftszweigs, der den kommerziellen Einsatz von Drohnen und anderen Fluggeräten in niedrigen Höhen umfasse.
Shenzhen, Heimatstadt des weltweit führenden Drohnenherstellers DJI, habe sich zum unangefochtenen Zentrum der unbemannten Luftfahrt entwickelt. Nach offiziellen Angaben würden dort 70 Prozent aller chinesischen Verbraucherdrohnen und 50 Prozent der Industriedrohnen gefertigt. Eine Dominanz, die ihresgleichen sucht.
Milliarden fließen in Forschung statt in ideologische Projekte
Was den technologischen Vorsprung Chinas besonders bedrohlich für den Westen macht, ist die schiere Investitionskraft. Zwischen 2020 und 2024 seien die Forschungs- und Entwicklungsausgaben Shenzhens von 151 Milliarden Yuan – umgerechnet rund 21,7 Milliarden US-Dollar – auf stolze 245 Milliarden Yuan gestiegen. Das entspreche einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 12,9 Prozent. Zum Vergleich: In Deutschland diskutiert man derweil darüber, ob man sich ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen leisten kann, das zu großen Teilen in marode Brücken und ideologisch motivierte Klimaprojekte fließen soll, statt in echte Zukunftstechnologien.
Die chinesische Zentralregierung habe die Low-Altitude Economy offiziell als neuen Wachstumstreiber anerkannt. Die zivile Luftfahrtbehörde CAAC prognostiziere, dass der Sektor bereits ein Marktvolumen von 1,5 Billionen Yuan erreicht habe. Bis 2035 solle dieser Wert auf 3,5 Billionen Yuan anwachsen. Zahlen, bei denen einem schwindelig werden kann.
Zehn Ministerien ziehen an einem Strang
Besonders bemerkenswert ist die koordinierte Vorgehensweise Pekings. Zehn Ministerien und Behörden arbeiteten gemeinsam an einem einheitlichen Standardisierungsrahmen. Bis 2027 solle ein grundlegendes Normensystem stehen, bis 2030 mehr als 300 verbindliche Standards für Bereiche wie Luftfahrzeuge, Infrastruktur, Flugsicherung und Anwendungsszenarien vorliegen. Man mag von Chinas politischem System halten, was man will – aber diese Fähigkeit, Ressourcen zu bündeln und strategische Ziele konsequent zu verfolgen, nötigt Respekt ab. In Deutschland bräuchte man vermutlich allein drei Jahre, um die zuständige Behörde zu bestimmen.
Drohnenlieferung als Alltag – nicht als Zukunftsvision
In der Praxis zeigt sich, was möglich ist, wenn Technologie und politischer Wille zusammentreffen. Der Lieferdienst Meituan betreibe bereits Zustellrouten in mehreren Stadtparks und habe eine landesweite Betriebsgenehmigung für seine selbst entwickelten Lieferdrohnen erhalten. Ein Kaffee koste umgerechnet etwa 3,20 Euro, die Liefergebühr betrage gerade einmal 1,15 Euro. Die Zustellung erfolge innerhalb weniger Minuten zu einem Landepunkt, an dem die Ware per QR-Code abgeholt werde.
In Online-Foren berichten Nutzer, dass der Service in Parks wie dem Talent Park im Bezirk Nanshan verfügbar sei – für viele Einheimische mittlerweile weniger technologische Neuheit als schlicht eine praktische Alltagsoption. Kein Staunen mehr, kein Kopfschütteln. Einfach Normalität.
Ein Weckruf für den Westen – und besonders für Deutschland
Was sich in Shenzhen abspielt, sollte Europa und insbesondere Deutschland als drastischer Weckruf dienen. Während China systematisch die Infrastruktur der Zukunft aufbaut, versinkt die Bundesrepublik in regulatorischem Dickicht und politischer Selbstbeschäftigung. Die neue Große Koalition unter Friedrich Merz hat zwar vollmundige Versprechen zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts gemacht – doch ob den Worten auch Taten folgen, bleibt abzuwarten. Die bisherige Bilanz deutscher Technologiepolitik ist, gelinde gesagt, ernüchternd.
Der technologische Wettlauf um die Vorherrschaft in Schlüsselindustrien wie der Drohnentechnologie, der künstlichen Intelligenz und der autonomen Mobilität wird nicht in Parlamentsdebatten gewonnen, sondern in Laboren, Fabriken und auf Teststrecken. China hat das verstanden. Deutschland offenbar noch nicht. Und mit jedem Jahr, das verstreicht, wird der Rückstand größer – und die Chance, ihn aufzuholen, geringer.
Wer heute nicht in die Technologien von morgen investiert, wird morgen die Produkte von gestern kaufen müssen – und zwar aus China.
Für den deutschen Bürger, der um seine wirtschaftliche Zukunft und die seiner Kinder bangt, sind solche Nachrichten aus Fernost mehr als nur exotische Meldungen aus einer fernen Welt. Sie sind eine Mahnung. Eine Mahnung daran, dass Wohlstand nicht vom Himmel fällt, sondern erarbeitet werden muss – mit Fleiß, Innovationsgeist und einer Politik, die den Standort stärkt, statt ihn mit immer neuen Auflagen und Abgaben zu erdrosseln.

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