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Kettner Edelmetalle
20.01.2026
13:14 Uhr

Washington lenkt Venezuelas Ölgeschäfte: Vitol lockt China mit Rabattpreisen

Washington lenkt Venezuelas Ölgeschäfte: Vitol lockt China mit Rabattpreisen

Die geopolitischen Verwerfungen auf dem globalen Energiemarkt nehmen immer groteskere Züge an. Der US-Rohölhändler Vitol bietet nun chinesischen Käufern venezolanisches Öl mit einem Preisnachlass von rund fünf Dollar pro Barrel gegenüber der Referenzsorte Brent an. Die Lieferungen sollen bereits in der zweiten Aprilhälfte erfolgen – ein bemerkenswerter Vorgang, der die neue Realität der amerikanischen Rohstoffpolitik unter Präsident Donald Trump eindrücklich illustriert.

Amerikas Griff nach Venezuelas schwarzem Gold

Was sich hier abspielt, ist nichts weniger als eine fundamentale Neuordnung der Machtverhältnisse in Südamerika. Nach der Entmachtung des früheren Diktators Nicolás Maduro hat Trump angekündigt, Venezuela auf unbestimmte Zeit faktisch unter US-Verwaltung zu stellen. Washington will bis zu 50 Millionen Barrel Öl selbst vermarkten – die Erlöse sollen zwar an das südamerikanische Land zurückfließen, allerdings unter strenger Kontrolle der amerikanischen Regierung.

Man muss sich diese Dimension einmal vor Augen führen: Die Vereinigten Staaten übernehmen de facto die Kontrolle über die Ölexporte eines souveränen Staates und bestimmen, wer das Rohöl zu welchen Konditionen erhält. Vitol hat den Zuschlag für die Vermarktung erhalten und agiert nun als verlängerter Arm amerikanischer Interessen auf dem Weltmarkt.

Bessere Preise als unter dem Maduro-Regime?

Die US-Regierung behauptet, die Preise für das venezolanische Öl würden deutlich über den Erlösen liegen, die das frühere Maduro-Regime zuletzt erzielen konnte. Das venezolanische Merey-Rohöl gehört seit Langem zu den günstigsten Sorten weltweit. Vor der amerikanischen Intervention wurden die Barrel mit Preisnachlässen von bis zu 15 Dollar gegenüber Brent gehandelt – nun sind es nur noch fünf Dollar.

Ob diese Rechnung tatsächlich aufgeht und dem venezolanischen Volk zugutekommt, darf bezweifelt werden. Die Geschichte lehrt uns, dass derartige Arrangements selten zum Vorteil der betroffenen Bevölkerung ausfallen. Vielmehr drängt sich der Verdacht auf, dass hier handfeste wirtschaftliche Interessen hinter dem Deckmantel humanitärer Rhetorik verfolgt werden.

China als größter Abnehmer unter Druck

Besonders pikant ist die Rolle Chinas in diesem Machtspiel. Die Volksrepublik ist der mit Abstand größte Abnehmer venezolanischen Rohöls – 2023 gingen laut US-Daten knapp 70 Prozent der Ölexporte dorthin. Für Peking macht das etwa vier Prozent der gesamten Importe aus. Die US-Sanktionen hatten Venezuela zuvor gezwungen, sein Öl mit hohen Abschlägen zu verkaufen, häufig an kleinere chinesische Raffinerien.

Ende Dezember hatten die USA mehrere Lieferungen auf See blockiert – ein aggressiver Schritt, der die Entschlossenheit Washingtons unterstreicht, die Kontrolle über diese strategische Ressource zu erlangen. Dass nun ausgerechnet ein amerikanischer Händler den Chinesen das Öl mit Rabatt anbietet, entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Es zeigt aber auch, wie pragmatisch die Trump-Administration vorgeht, wenn es um wirtschaftliche Vorteile geht.

Geopolitische Implikationen für den Energiemarkt

Diese Entwicklung fügt sich nahtlos in das größere Bild einer zunehmend fragmentierten Weltwirtschaft ein. Die Zeiten, in denen Rohstoffe frei und ohne politische Einmischung gehandelt wurden, scheinen endgültig vorbei. Stattdessen erleben wir eine Rückkehr zu Einflusssphären und machtpolitischen Kalkülen, die an vergangene Epochen erinnern.

Für Anleger bedeutet diese Entwicklung vor allem eines: erhöhte Unsicherheit. Wenn Regierungen nach Belieben in Handelsströme eingreifen und ganze Volkswirtschaften unter ihre Kontrolle bringen können, verlieren traditionelle Marktmechanismen an Bedeutung. In solchen Zeiten gewinnen sichere Häfen wie physische Edelmetalle an Attraktivität, da sie unabhängig von politischen Entscheidungen ihren Wert behalten.

Die Kontrolle über Energieressourcen war schon immer ein Instrument der Macht – doch selten wurde dies so unverhohlen demonstriert wie im Fall Venezuelas.

Es bleibt abzuwarten, wie China auf diese neue Situation reagieren wird. Die Volksrepublik hat in der Vergangenheit bewiesen, dass sie durchaus in der Lage ist, alternative Bezugsquellen zu erschließen. Doch kurzfristig dürfte Peking wenig Alternativen haben, als das Angebot von Vitol anzunehmen – zu den Bedingungen, die Washington diktiert.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Investitionen in Rohstoffe und andere Anlageklassen sind mit Risiken verbunden. Jeder Anleger ist für seine Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte sich vor einer Investition umfassend informieren sowie gegebenenfalls professionelle Beratung in Anspruch nehmen.

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