
Washington und Teheran am Verhandlungstisch: Trumps riskantes Pokerspiel mit dem Iran
Die geopolitische Bühne erlebt eine bemerkenswerte Wendung: Nach Monaten der Drohgebärden und militärischen Spannungen wollen die USA und der Iran an diesem Freitag im Golfstaat Oman neue Verhandlungen aufnehmen. Was auf den ersten Blick wie ein diplomatischer Durchbruch erscheint, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als hochkomplexes Machtspiel mit ungewissem Ausgang.
Trumps Verhandlungsteam: Familienbande statt Diplomatie-Profis
Für die amerikanische Seite reisen der Sondergesandte Steve Witkoff sowie – man höre und staune – Jared Kushner, der Schwiegersohn von Präsident Donald Trump, in die omanische Hauptstadt Maskat. Diese Personalwahl wirft Fragen auf: Während Kushner sich in Trumps erster Amtszeit bereits an den Abraham-Abkommen im Nahen Osten versuchte, bleibt fraglich, ob familiäre Loyalität die nötige diplomatische Expertise ersetzen kann.
Die Tagesordnung der Gespräche offenbart bereits tiefe Gräben zwischen beiden Parteien. Teheran möchte sich auf das iranische Atomprogramm und eine mögliche Lockerung der lähmenden Sanktionen beschränken. Washington hingegen pocht darauf, auch Irans Raketenprogramm sowie die Unterstützung von Verbündeten wie Hamas, Hisbollah und den Huthi-Rebellen auf den Tisch zu bringen.
Chamenei im Visier: Trumps verbale Drohkulisse
Der amerikanische Präsident ließ keinen Zweifel daran, dass er trotz Gesprächsbereitschaft die Zügel fest in der Hand behalten will. Auf die Frage, ob Ajatollah Ali Chamenei besorgt sein sollte, antwortete Trump dem Sender NBC News mit gewohnter Direktheit: „Ich würde sagen, er sollte sehr besorgt sein."
Sollte der Iran versuchen, sein Atomprogramm wiederaufzubauen, drohte der US-Präsident der Führung des Landes mit „schlimmen Dingen". Diese Mischung aus Zuckerbrot und Peitsche ist typisch für Trumps Verhandlungsstil – doch ob sie bei der iranischen Führung verfängt, steht auf einem anderen Blatt.
Vizepräsident Vance skeptisch: Das Chamenei-Paradoxon
Selbst innerhalb der Trump-Administration herrscht Skepsis. Vizepräsident JD Vance bezeichnete Diplomatie mit dem Iran als „außerordentlich schwierig". Der Grund liegt in der bizarren Machtstruktur des Landes: Während Chamenei als Oberster Führer alle strategischen Entscheidungen trifft, spricht er nicht direkt mit den USA. Der iranische Präsident hingegen habe „kaum Einfluss".
„Es ist bizarr, dass wir nicht einfach mit der tatsächlichen Führung eines Landes sprechen können. Das erschwert Diplomatie ganz erheblich."
Die vergessenen Opfer: Irans Protestbewegung fürchtet Verrat
Besonders bitter dürften die Verhandlungen für jene Iraner sein, die Anfang Januar noch unter Einsatz ihres Lebens gegen das autoritäre Regime demonstrierten. Tausende Protestierende sollen in den Nächten des 8. und 9. Januar getötet worden sein – ein Massaker, das international kaum Beachtung fand. Diese Menschen fordern einen Machtwechsel und befürchten nun zu Recht, dass neue Gespräche der Regierung in Teheran den Rücken stärken könnten.
Die Verhandlungen in Maskat werden zeigen, ob Trump tatsächlich an einer nachhaltigen Lösung interessiert ist oder ob es sich lediglich um ein weiteres Kapitel im endlosen Katz-und-Maus-Spiel zwischen Washington und Teheran handelt. In Zeiten globaler Unsicherheit bleibt eines gewiss: Physische Edelmetalle wie Gold und Silber bieten Anlegern einen bewährten Schutz gegen geopolitische Turbulenzen und sollten in keinem diversifizierten Portfolio fehlen.

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