
Wasser predigen, Audi fahren: Die Dienstwagen-Heuchelei der Linken-Chefin Reichinnek
Es gibt Bilder, die mehr sagen als tausend Parteiprogramme. Eines davon zeigt die Linke-Fraktionsvorsitzende Heidi Reichinnek neben einem Audi A8 – jenem Fahrzeug der Oberklasse, das mit einem Listenpreis von rund 100.000 Euro aufwartet. Gut ausgestattet dürfte der Wagen sogar zwischen 120.000 und 150.000 Euro kosten. Für eine Politikerin, deren Partei den Kapitalismus am liebsten abschaffen würde und die sich als Kämpferin für soziale Gerechtigkeit inszeniert, ist das – gelinde gesagt – ein optisches Problem.
Die Fakten hinter dem Foto
Nachdem das Bild und ein Video in den sozialen Netzwerken die Runde machten, entbrannte eine hitzige Debatte. Die AfD griff das Thema dankbar auf. Der ehemalige AfD-Politiker Georg Pazderski sprach auf der Plattform X von „SED-Nomenklatura" und wies darauf hin, dass das Kennzeichen des Fahrzeugs offenbar personalisierte Initialen trage – B HR 419, was auf Heidi Reichinneks Initialen und ihr Geburtsdatum am 19. April hindeuten würde. Auch die AfD-Politikerin Beatrix von Storch legte nach und kommentierte spitz, wer gegen den Kapitalismus sei, müsse eben Trabant fahren und nicht Audi.
Die Linke reagierte – oder besser gesagt: Sie reagierte kaum. Auf mehrfache Nachfrage teilte die Bundestagsfraktion lediglich mit, dass in einem Artikel des Magazins „Stern" bereits „alles Richtige und Wichtige gesagt" sei. Man könne dem „nichts hinzufügen". Eine bemerkenswert wortkarge Antwort für eine Partei, die sonst zu jedem Thema seitenlange Stellungnahmen verfasst.
Dienstwagen oder Privatvergnügen?
Tatsächlich handelt es sich bei dem Fahrzeug offenbar um einen geleasten Dienstwagen, der dem Fraktionsvorstand zur Verfügung steht und aus Fraktionsmitteln finanziert wird. Das ist, man muss es der Fairness halber erwähnen, bei Bundestagsfraktionen durchaus üblich. Auch andere Parteien unterhalten Fuhrparks mit Fahrzeugen der gehobenen Klasse. Dass das Kennzeichen personalisierte Initialen trägt, sei bei Spitzenpolitikern keine Seltenheit, heißt es.
Doch genau hier liegt der Kern des Problems. Es geht nicht darum, ob Frau Reichinnek formal berechtigt ist, einen solchen Wagen zu nutzen. Es geht um die Glaubwürdigkeit einer politischen Bewegung, die den Reichen am liebsten alles wegnehmen würde, während ihre Führungsfiguren selbst im Luxus durch Berlin chauffiert werden. Wer tagein, tagaus gegen Vermögensungleichheit wettert und gleichzeitig in einem Fahrzeug sitzt, das sich die meisten deutschen Arbeitnehmer nicht einmal als Lebenstraum leisten könnten, der muss sich die Frage nach der Doppelmoral gefallen lassen.
Sympathisanten sprechen von „Lügengeschichte"
Unterstützer der Linken-Politikerin versuchten derweil, die Debatte als gezielte Kampagne der politischen Rechten abzutun. Einige behaupteten, die verbreiteten Bilder seien verwechselt oder gar durch Künstliche Intelligenz manipuliert worden. Ein Nutzer sprach von einer „Lügengeschichte". Ob manipuliert oder nicht – die Fraktion selbst hat die Existenz des Fahrzeugs nicht bestritten, sondern lediglich auf dessen Status als Dienstwagen verwiesen.
Ein Symptom des politischen Establishments
Diese Episode ist mehr als eine bloße „Dienstwagen-Posse", wie die Berliner Linke das Ganze verniedlichend nannte. Sie ist symptomatisch für eine politische Klasse, die sich zunehmend von der Lebensrealität der Bürger entfernt hat. Während Millionen Deutsche unter steigenden Lebenshaltungskosten ächzen, während die Inflation – nicht zuletzt befeuert durch das 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen der neuen Bundesregierung – die Ersparnisse der Mittelschicht auffrisst, gönnen sich die selbsternannten Anwälte der kleinen Leute personalisierte Luxuslimousinen auf Steuerzahlerkosten.
Man erinnere sich: Die Linke fordert regelmäßig eine Vermögenssteuer, höhere Spitzensteuersätze und die Vergesellschaftung von Wohnraum. Gleichzeitig scheint man beim eigenen Komfort wenig Berührungsängste mit dem so verhassten Kapitalismus zu haben. Es ist diese Art von Widerspruch, die das Vertrauen der Bürger in die Politik nachhaltig zerstört – und die erklärt, warum die Linke bei der letzten Bundestagswahl nur noch mit Mühe und Not den Einzug ins Parlament schaffte.
Friedrich Engels besaß bekanntlich eine Fabrik, während er gemeinsam mit Marx das Kommunistische Manifest verfasste. Manche Traditionen, so scheint es, sind in der sozialistischen Bewegung eben zeitlos. Der Audi A8 ist gewissermaßen die moderne Fabrik – nur dass er nicht Mehrwert produziert, sondern lediglich Steuergelder verbrennt.

- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik











