
Windkraft-Desaster: Abo Energy vernichtet Anlegergelder in beispiellosem Ausmaß

Was als vermeintlich zukunftssichere Investition in die grüne Energiewende begann, entpuppt sich für tausende Privatanleger als finanzielles Fiasko. Der Windkraftprojektierer Abo Energy erlebt einen dramatischen Absturz an den Kapitalmärkten, der seinesgleichen sucht. Die Unternehmensanleihe aus dem Jahr 2024 notiert mittlerweile bei erschreckenden 16 Prozent ihres ursprünglichen Nennwerts – ein Verlust von über 80 Prozent, der vielen Anlegern schlaflose Nächte bereiten dürfte.
Der Markt spricht ein vernichtendes Urteil
Wer glaubt, der Kursverfall sei lediglich eine vorübergehende Marktlaune, der irrt gewaltig. Ein Anleihepreis von 16 Prozent ist kein Schnäppchen für mutige Investoren, sondern ein unmissverständliches Alarmsignal. Der Markt preist hier schlicht und ergreifend ein massives Rückzahlungsrisiko ein. Die vermeintlich sichere Anleihe, die viele Privatanleger als defensive Beimischung in ihr Portfolio aufgenommen haben, entpuppt sich als tickende Zeitbombe.
Parallel zum Anleihe-Crash ist auch die Aktie des Unternehmens um mehr als 80 Prozent eingebrochen. Ein doppelter Schlag für all jene, die auf die Zukunft der Windkraft gesetzt haben. Der Einbruch kam dabei nicht über Nacht, sondern in mehreren schmerzhaften Stufen. Nach der ersten Gewinnwarnung im November halbierte sich die Anleihe-Notierung zunächst, um dann noch weiter abzurutschen. Für Anleger bedeutet dies: Erst schmilzt der Buchwert im Depot dahin, dann wird jeder Verkaufsversuch zur brutalen Verlustrealisierung.
Verlustprognose explodiert: Von schlimm zu katastrophal
Die Zahlen, die Abo Energy präsentiert, lesen sich wie ein wirtschaftlicher Albtraum. Zunächst prognostizierte das Unternehmen für 2025 einen Verlust von 95 Millionen Euro – schon das eine erschreckende Summe. Doch damit nicht genug: Kurze Zeit später wurde die Prognose auf unfassbare 170 Millionen Euro Konzernjahresfehlbetrag nach oben korrigiert. Solche Sprünge zerstören jegliches Vertrauen und machen Kreditgespräche zu einem nahezu aussichtslosen Unterfangen.
Als Begründung führt das Unternehmen ein „aktuell besonders herausforderndes nationales und internationales Marktumfeld" an. Hinzu kommen die Mechanismen der Wind-an-Land-Auktionen: Überzeichnete Ausschreibungen drücken die Erlöse, weil die erwarteten Einspeisevergütungen sinken. Massive Sonderabschreibungen auf neu bewertete Projekte taten ihr Übriges, um die Bilanz in den Keller zu treiben.
Privatanleger als Leidtragende der grünen Träumerei
Besonders bitter trifft es die vielen Privatanleger, die über die Anleihen in das Unternehmen investiert haben. Die Einstiegshürde war mit 1.000 Euro Mindestanlage bewusst niedrig gehalten – ein Lockmittel für Kleinsparer, die an die Energiewende glauben wollten. Die erste Anleihe aus 2021, vertrieben weitgehend über die sozial-ökologische GLS Bank, läuft neun Jahre und trägt 3,5 Prozent Zins. Da sie nicht börsennotiert ist, zeigt sich der Schaden weniger offensichtlich – das Risiko bleibt dennoch bestehen.
Die zweite Anleihe aus 2024 war mit einem Volumen von 80 Millionen Euro und einem verlockenden Zinssatz von 7,75 Prozent ausgestattet. Genau diese Handelbarkeit an der Börse offenbart nun die ganze Härte der Situation. Hohe Zinsen mögen in Prospekten attraktiv wirken, doch sie verlieren jegliche Schutzwirkung, wenn der Markt das Ausfallrisiko neu bewertet.
Stillhaltevereinbarung: Ruhe vor dem Sturm?
Abo Energy kämpft ums Überleben und hat mit wesentlichen Fremdkapitalgebern eine Stillhaltevereinbarung geschlossen. Banken kündigen damit vorerst nicht, solange Gespräche laufen. Doch für Anleger bedeutet dies keineswegs Entwarnung. In solchen Sanierungsphasen verhandeln Gläubiger regelmäßig neue Bedingungen – Laufzeitverlängerungen, Zinsverzicht oder andere schmerzhafte Einschnitte sind keine Seltenheit.
Die Gläubiger der 2024er Anleihe sollen in Kürze über den Beitritt zur Stillhaltevereinbarung und Änderungen der Anleihebedingungen abstimmen. Eine Informationsveranstaltung ist für den 5. Februar angesetzt, die Abstimmung selbst soll vom 10. bis 12. Februar laufen. Die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) empfiehlt den Anlegern, ihre Interessen zu bündeln und geschlossen gegenüber dem Unternehmen aufzutreten.
Eine „Blackbox" für Anleger
Die Informationslage gilt als äußerst schwierig. Nicht umsonst wird Abo Energy als „Blackbox" für Anleger bezeichnet. Das Unternehmen betont zwar, über ein „signifikantes und werthaltiges Projektportfolio" zu verfügen, doch am Markt zählt letztlich nur die kurzfristige Zahlungs- und Refinanzierungsfähigkeit. Der Verkauf von drei Solarprojekten in Frankreich mit zusammen 85 Megawatt mag zwar Liquidität bringen, ersetzt jedoch keine stabile Ertragsbasis.
Dieser Fall zeigt einmal mehr, wie riskant Investments in die vermeintlich sichere Energiewende sein können. Die grüne Transformation, von der Politik als alternativlos propagiert, entpuppt sich für viele Anleger als teures Lehrgeld. Während die Bundesregierung weiterhin Milliarden in fragwürdige Klimaprojekte pumpt, bleiben die Verluste bei den Bürgern hängen, die an die schönen Versprechen geglaubt haben.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger ist für seine Investitionsentscheidungen selbst verantwortlich und sollte vor jeder Anlageentscheidung eine ausführliche eigene Recherche durchführen sowie gegebenenfalls professionelle Beratung in Anspruch nehmen. Für Verluste, die aus Anlageentscheidungen resultieren, übernehmen wir keine Haftung.

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