
Zehn-Tage-Waffenruhe zwischen Israel und Libanon – doch wie lange hält der fragile Frieden?

Inmitten eines eskalierenden Nahostkonflikts, der die globalen Energiemärkte erschüttert und die Ölpreise in die Höhe treibt, verkündete US-Präsident Donald Trump am Donnerstag eine zehntägige Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon. Ab 21 Uhr GMT trat die Vereinbarung in Kraft – vermittelt durch Washington, doch begleitet von tiefem Misstrauen auf beiden Seiten. Die Frage, die sich jeder nüchterne Beobachter stellen muss: Ist dies der Beginn eines echten Friedensprozesses oder lediglich eine diplomatische Atempause vor dem nächsten Sturm?
Trumps Telefondiplomatie als Katalysator
Das Weiße Haus teilte mit, Trump habe sowohl mit dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun als auch zweimal mit dem israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu telefoniert, um die Vereinbarung auf den Weg zu bringen. Beide Staatschefs sollen in den kommenden ein bis zwei Wochen nach Washington eingeladen werden – für das, was Trump als „bedeutungsvolle Gespräche" bezeichnete. Man muss dem amerikanischen Präsidenten zugutehalten, dass er hier eine Handlungsfähigkeit demonstriert, die man von europäischen Staatslenkern seit Jahren vergeblich sucht. Während Brüssel sich in endlosen Beratungsrunden verliert, greift Trump zum Hörer und schafft Fakten.
Das US-Außenministerium erklärte, Israel und der Libanon hätten sich auf ein Sechs-Punkte-Memorandum geeinigt. Darin bekunden beide Seiten ihre Absicht, auf einen dauerhaften Frieden hinzuarbeiten, die gegenseitige Souveränität und territoriale Integrität anzuerkennen und echte Sicherheit entlang der gemeinsamen Grenze herzustellen – wobei Israels inhärentes Recht auf Selbstverteidigung gewahrt bleibe.
Netanjahu bleibt hart – kein Rückzug aus dem Süden
Doch die Risse in dieser vermeintlichen Einigung sind bereits jetzt unübersehbar. Netanjahu stellte in einer Videobotschaft unmissverständlich klar, dass Israel nicht der Forderung der Hisbollah nachkommen werde, seine im Südlibanon stationierten Truppen hinter die internationale Grenze zurückzuziehen. Stattdessen werde Israel eine ausgedehnte „Sicherheitszone" bis zur syrischen Grenze aufrechterhalten. Die zentrale israelische Forderung bleibe zudem bestehen: Die Hisbollah müsse aufgelöst werden.
Man kann Netanjahus Position durchaus nachvollziehen. Ein Staat, der seit Jahrzehnten von einer iranisch finanzierten Terrororganisation bedroht wird, hat jedes Recht, seine Sicherheitsinteressen kompromisslos zu verteidigen. Die Hisbollah, 1982 von Irans Revolutionsgarden gegründet, ist keine Volkspartei – sie ist ein bewaffneter Arm Teherans auf libanesischem Boden.
Die Hisbollah pocht auf ihr „Widerstandsrecht"
Erwartungsgemäß fiel die Reaktion der Hisbollah wenig versöhnlich aus. In einer Erklärung betonte die Miliz, jede Waffenruhe dürfe Israel keine Bewegungsfreiheit innerhalb des Libanon gewähren. Die Präsenz israelischer Truppen auf libanesischem Territorium gewähre dem Libanon und seinem Volk das „Recht auf Widerstand". Der hochrangige Hisbollah-Abgeordnete Hassan Fadlallah erklärte gegenüber Nachrichtenagenturen, alles hänge davon ab, ob Israel sämtliche Feindseligkeiten einstelle. Die diplomatischen Bemühungen Irans hätten die mögliche Waffenruhe erst ermöglicht.
In Beirut zeigte sich der libanesische Arzt Fadi Sharara wenig optimistisch: Es sei unmöglich, dass die Hisbollah ihre Waffen niederlege, und die Organisation habe kein Vertrauen in eine solche Vereinbarung. Eine Einschätzung, die angesichts der Geschichte des Nahostkonflikts kaum überraschen dürfte.
Der Libanon – zerrissen zwischen Regierung und Miliz
Besonders aufschlussreich ist der tiefe Riss innerhalb des Libanon selbst. Die libanesische Regierung unter Premierminister Nawaf Salam begrüßte Trumps Ankündigung und betonte, die Waffenruhe sei während des gesamten Krieges die Hauptforderung des Libanon gewesen. Doch die Regierung steht in scharfem Gegensatz zur Hisbollah, deren Entscheidung, am 2. März zur Unterstützung Teherans in den Krieg einzutreten, sie vehement ablehnt. Seit einem Jahr bemüht sich Beirut um eine friedliche Entwaffnung der Miliz – bislang ohne jeden Erfolg.
Dass israelische und libanesische Botschafter am Dienstag in Washington zu seltenen Gesprächen zusammenkamen – trotz ausdrücklicher Einwände der Hisbollah –, zeigt, wie sehr die libanesische Regierung versucht, sich von der Geiselhaft durch die iranische Proxy-Miliz zu befreien. Ein Unterfangen, das Respekt verdient, dessen Erfolgsaussichten aber düster bleiben.
Verheerende Bilanz des Konflikts
Die Zahlen sprechen eine erschütternde Sprache. Seit dem 2. März haben israelische Angriffe nach libanesischen Angaben mehr als 2.100 Menschen im Libanon getötet und über 1,2 Millionen zur Flucht gezwungen. Auf israelischer Seite starben zwei Zivilisten durch Hisbollah-Angriffe, 13 israelische Soldaten fielen im Libanon. Israelische Streitkräfte haben Gebiete im Südlibanon besetzt und Dörfer zerstört, um eine Pufferzone zu schaffen, die bis zum Litani-Fluss reicht – rund 30 Kilometer nördlich der israelischen Grenze.
Besonders bezeichnend: Ein israelischer Luftangriff zerstörte die letzte verbliebene Brücke über den Litani in den Süden und schnitt das Gebiet damit vollständig vom Rest des Landes ab. In der Grenzstadt Bint Jbeil, einer Hisbollah-Hochburg, tobten die Kämpfe auch am Donnerstag weiter. Ein hochrangiger libanesischer Beamter äußerte die Vermutung, Israel wolle dort einen militärischen Sieg erringen, bevor diplomatische Fortschritte möglich würden.
Globale Auswirkungen und der Schatten Irans
Israels Feldzug im Libanon hat sich als eines der größten Hindernisse für das von Trump angestrebte Friedensabkommen zur Beendigung des Krieges mit dem Iran erwiesen, den er Ende Februar gemeinsam mit Israel begonnen hatte. Dieser Konflikt hat den globalen Energiehandel massiv gestört und die Ölpreise in die Höhe getrieben – mit potenziell verheerenden wirtschaftlichen Folgen auch für Europa und Deutschland.
Amerikanische und iranische Vertreter erwägen derzeit eine zweite Runde persönlicher Gespräche in Islamabad. Pakistans Außenministerium hatte zuvor betont, dass Frieden im Libanon eine wesentliche Voraussetzung für diese Verhandlungen sei, bei denen es auch um Teherans nukleare Ambitionen gehen soll. Eine Beruhigung der Lage im Libanon könnte also den Weg für Fortschritte bei weiteren heiklen Themen ebnen.
Trump erklärte, er habe Vizepräsident J.D. Vance, Außenminister Marco Rubio und den Vorsitzenden der Vereinigten Stabschefs Dan Caine angewiesen, mit beiden Ländern an einem dauerhaften Frieden zu arbeiten. „Beide Seiten wollen FRIEDEN, und ich glaube, das wird schnell geschehen!", schrieb er auf Truth Social. Ein typisch trumpscher Optimismus, der allerdings an der Realität vor Ort gemessen werden muss.
Ein historischer Moment – oder nur eine Fußnote?
Bemerkenswert ist, dass Israel und der Libanon sich seit der Staatsgründung Israels 1948 offiziell im Kriegszustand befinden. Trump hatte angekündigt, die Staatschefs beider Länder würden erstmals seit Jahrzehnten miteinander sprechen. Doch libanesische Offizielle stellten klar, dass Präsident Aoun am Donnerstag nicht mit Netanjahu gesprochen habe und dies auch in naher Zukunft nicht tun werde. Ein Detail, das die Fragilität der gesamten Vereinbarung unterstreicht.
Für Deutschland und Europa bedeutet dieser Konflikt vor allem eines: steigende Energiepreise, wachsende geopolitische Unsicherheit und die bittere Erkenntnis, dass man auf der Weltbühne kaum noch eine Rolle spielt. Während Trump – bei all seiner Polarisierung – zumindest handelt, beschränkt sich die europäische Außenpolitik auf besorgte Pressemitteilungen. In Zeiten wie diesen zeigt sich einmal mehr, wie wichtig es ist, das eigene Vermögen gegen geopolitische Verwerfungen abzusichern. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich über Jahrtausende als Krisenwährung bewährt – und angesichts der aktuellen Weltlage dürfte ihre Bedeutung als Vermögensanker weiter zunehmen.
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