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Kettner Edelmetalle
18.02.2026
14:39 Uhr

Zekiwa am Ende: Europas einstiger Kinderwagen-Gigant aus der DDR meldet Insolvenz an

Es ist ein Bild, das symptomatischer kaum sein könnte für den Zustand der deutschen Wirtschaft: Ein Unternehmen, das einst 450.000 Kinderwagen pro Jahr produzierte und ganz Europa belieferte, steht vor dem Aus. Die Zeitzer Kinderwagenindustrie – kurz Zekiwa – aus dem sachsen-anhaltinischen Kretzschau hat Insolvenz angemeldet. Wieder eine Traditionsmarke, die im Strudel aus Kostendruck, Nachfrageschwund und wirtschaftlicher Stagnation zu versinken droht.

Vom sozialistischen Vorzeige-Betrieb zum Sanierungsfall

Wer in der DDR aufwuchs, kannte Zekiwa. Der Name war Programm, der Kinderwagen aus Zeitz eine Institution. Mit stolzen 2.200 Mitarbeitern rollten in Spitzenzeiten Hunderttausende Wagen vom Band – nicht nur für den Ostblock, sondern auch für westdeutsche Handelshäuser wie Neckermann. Zeitz, die 28.000-Einwohner-Stadt im Burgenlandkreis, galt als Wiege der deutschen Kinderwagenproduktion. Bereits 1846 hatte der Stellmacher Ernst-Albert Naether dort seine Werkstatt gegründet. Eine Geschichte, die fast zwei Jahrhunderte überdauerte – und nun möglicherweise ihr jähes Ende findet.

Die Geschäftsführung macht keinen Hehl aus den Ursachen. Rückläufige Umsätze, explodierende Kosten und eine anhaltende Ergebnisbelastung hätten das Unternehmen in die Knie gezwungen. Besonders pikant: Als wesentlichen Faktor nennt die Firmenleitung den dramatischen Geburtenrückgang in Deutschland.

Wenn eine Nation keine Kinder mehr bekommt

Und genau hier liegt der eigentliche Skandal. Denn die Insolvenz von Zekiwa ist nicht bloß die Geschichte eines einzelnen Unternehmens, das den Anschluss verpasst hat. Sie ist ein Spiegelbild einer Gesellschaft, die ihre eigene Zukunft verspielt. Deutschland verzeichnet seit Jahren sinkende Geburtenraten. 2023 kamen so wenige Kinder zur Welt wie seit der Wiedervereinigung nicht mehr. Wer braucht schon Kinderwagen, wenn kaum noch Kinder geboren werden?

Statt Familien zu fördern, statt jungen Paaren Mut zu machen und ihnen wirtschaftliche Sicherheit zu geben, hat die Politik jahrelang andere Prioritäten gesetzt. Genderdebatten, Klimakleber, identitätspolitische Grabenkämpfe – all das schien wichtiger als die schlichte Frage, wie eine alternde Gesellschaft ihren Fortbestand sichern will. Die Quittung kommt nun in Form von Insolvenzen bei genau jenen Unternehmen, deren Geschäftsmodell auf dem Fundament einer funktionierenden Familiengesellschaft ruht.

Produktion längst nach Osteuropa verlagert

Bezeichnend ist auch, dass die Fertigung bei Zekiwa längst nicht mehr in Deutschland stattfindet. Während Entwicklung und Vertrieb noch in Kretzschau angesiedelt sind, wird größtenteils in Osteuropa produziert. Ein Muster, das man aus unzähligen deutschen Industriezweigen kennt: Der Standort Deutschland ist schlicht zu teuer geworden. Energiekosten, Bürokratie, Lohnnebenkosten – das Gesamtpaket macht es für mittelständische Produzenten nahezu unmöglich, hierzulande wettbewerbsfähig zu fertigen.

Letzte Hoffnung: Sanierung und Investorensuche

Noch ist Zekiwa nicht endgültig Geschichte. Der Betrieb läuft vorerst weiter. Der Magdeburger Sanierungsexperte Nico Kämpfert wurde mit der Investorensuche beauftragt, als vorläufiger Insolvenzverwalter fungiert Ulrich Luppe aus Halle. Die Unternehmensführung setzt auf eine Neuausrichtung – insbesondere den Ausbau des Online-Handels. Ob das reicht, um eine Marke zu retten, deren Kinderwagen heute vor allem bei Sammlern begehrt sind, darf bezweifelt werden.

Die Insolvenz von Zekiwa reiht sich ein in eine besorgniserregende Serie. Automobilzulieferer, IT-Unternehmen, Metallverarbeiter – die Liste der Traditionsunternehmen, die in den vergangenen Monaten aufgeben mussten, wird immer länger. Deutschland deindustrialisiert sich in atemberaubendem Tempo, und die neue Große Koalition unter Friedrich Merz scheint diesem Trend bislang wenig entgegenzusetzen. Das geplante 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen für Infrastruktur mag auf dem Papier beeindruckend klingen – doch was nützen Straßen und Brücken, wenn die Fabriken, die sie nutzen sollten, eine nach der anderen schließen?

„In den vergangenen Monaten war die wirtschaftliche Entwicklung durch rückläufige Umsätze, steigende Kosten und eine anhaltende Ergebnisbelastung geprägt."

So nüchtern beschreibt die Geschäftsführung den Niedergang. Man möchte hinzufügen: So nüchtern lässt sich auch der Zustand der gesamten deutschen Volkswirtschaft zusammenfassen. Rückläufig, teuer, belastet. Ob Zekiwa überlebt, entscheidet sich in den kommenden Monaten. Ob Deutschland als Industriestandort überlebt, entscheidet sich in den kommenden Jahren. Die Uhr tickt – und sie tickt nicht zugunsten der Traditionsmarken dieses Landes.

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