
Zentralbanken im Krisenmodus: Droht eine Rückkehr der Zinserhöhungen?

Während die Welt gebannt auf den eskalierenden Konflikt zwischen den USA und dem Iran blickt, stehen die wichtigsten Notenbanken des Planeten vor einer Entscheidungswoche, die es in sich hat. Von Washington über Frankfurt bis Tokio – überall ringen geldpolitische Entscheidungsträger mit derselben brisanten Frage: Wie reagiert man auf einen Inflationsschock, den man selbst nicht kontrollieren kann?
Der Iran-Krieg als Brandbeschleuniger der Inflation
Die Sperrung der Straße von Hormus – jener strategischen Meerenge, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Ölhandels fließt – hat die Energiepreise in schwindelerregende Höhen katapultiert. Öl, Gas und zahlreiche weitere Rohstoffe werden knapp, die Preise am Weltmarkt steigen rasant. Und damit steht eine unbequeme Wahrheit im Raum: Die mühsam erkämpften Zinssenkungen des vergangenen Jahres könnten sich als Makulatur erweisen.
Noch 2024 hatte die EZB ihren Leitzins aggressiv von 4 auf 2 Prozent halbiert. Die Federal Reserve folgte mit vorsichtigeren Schritten. Man wähnte sich auf dem richtigen Weg. Doch nun? Nun preisen die Märkte bereits Zinserhöhungen für die Eurozone und Großbritannien ein – eine dramatische Kehrtwende, die vor wenigen Wochen noch undenkbar schien.
Dabei drängt sich eine fundamentale Frage auf, die erstaunlich selten gestellt wird: Was genau sollen Zinserhöhungen bewirken, wenn die Inflation nicht durch eine überhitzte Binnennachfrage, sondern durch einen geopolitischen Konflikt und die daraus resultierende Verknappung von Energieträgern angetrieben wird? Zentralbanken können keine Kriegsschiffe in den Persischen Golf schicken. Sie können keine Ölquellen öffnen. Sie können lediglich die Kreditkosten verteuern – und damit eine ohnehin fragile Wirtschaft weiter belasten.
Die Fed: Gefangen zwischen zwei Mandaten
Die US-Notenbank Federal Reserve steht vor einem klassischen Dilemma. Einerseits schwächelt der Arbeitsmarkt – die jüngsten Turbulenzen sind unübersehbar. Andererseits treiben die explodierenden Ölpreise die Inflation an. Diese beiden Mandate – Preisstabilität und Vollbeschäftigung – stehen nun in direktem Konflikt zueinander.
Es wird allgemein erwartet, dass die Fed bei ihrer Sitzung am 17. und 18. März die Zinsen unverändert lässt. Doch die Annahme, dass diese abwartende Haltung problemlos monatelang Bestand haben könnte, wurde durch die jüngsten Entwicklungen gründlich erschüttert. Die Geldmärkte implizieren derzeit eine Wahrscheinlichkeit von 90 Prozent für eine Zinssenkung um einen Viertelpunkt – allerdings erst im Jahr 2026, frühestens ab September. Von den noch vor Kurzem erwarteten 100 Basispunkten an Senkungen in diesem Jahr ist kaum noch die Rede.
Ökonomen formulieren es nüchtern: Sollte der Krieg schnell enden, könnte sich die Kerninflation abkühlen und Zinssenkungen ermöglichen. Zieht sich der Konflikt jedoch hin, hält die Energiepreise hoch und treibt die Inflationserwartungen in die Höhe, werde die Kalkulation „weitaus schwieriger". Eine diplomatische Umschreibung für: Dann hat die Fed ein gewaltiges Problem.
EZB: Das Gespenst von 2022 kehrt zurück
In Frankfurt dürfte der EZB-Rat den Einlagensatz am Donnerstag ebenfalls unverändert belassen. Doch die Krise im Nahen Osten hat die Europäische Zentralbank aus jener „guten Position" vertrieben, die Präsidentin Christine Lagarde und ihre Kollegen noch vor Kurzem so selbstbewusst für sich reklamierten. Der Anstieg der Energiepreise hat Spekulationen auf Zinserhöhungen befeuert und zwingt den EZB-Rat nun zu erklären, wie sich die Inflationsrisiken verschoben haben.
Investoren ziehen bereits Parallelen zur Energiekrise von 2022 nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine. Damals zeichnete sich die EZB durch ihren hartnäckigen Widerstand gegen den Marktdruck für höhere Zinsen aus – ein Fehler, den sie teuer bezahlte und der die Inflation in der Eurozone auf Rekordhöhen trieb. Diesmal, so die Erwartung, werde die Zentralbank eine Wiederholung vermeiden wollen, ohne jedoch eine Zinserhöhung zu überstürzen.
Die Markterwartungen sprechen dennoch eine deutliche Sprache: Händler setzen darauf, dass die EZB die Zinsen im Jahr 2026 mindestens einmal anheben wird. Eine Erhöhung um einen Viertelpunkt sei ab Juli vollständig eingepreist, eine zweite Anhebung bis Jahresende werde mit einer Wahrscheinlichkeit von 70 Prozent gehandelt. Für die ohnehin angeschlagene europäische Wirtschaft wären das keine guten Nachrichten.
Trumps Politik als globaler Störfaktor
Es ist bemerkenswert, dass der Iran-Krieg bereits das zweite Mal in etwas mehr als einem Jahr ist, dass die Politik von US-Präsident Donald Trump die globalen Zentralbanken kollektiv erschüttert. Erst die sogenannten „Liberation Day"-Zölle im April, die den Welthandel neu ordnen sollten – mit 20 Prozent auf EU-Importe und 34 Prozent auf chinesische Waren. Nun ein militärischer Konflikt, der die Energiemärkte in Aufruhr versetzt. Diese permanente Unsicherheit wird dafür sorgen, dass die Nerven der geldpolitischen Entscheidungsträger in den kommenden Monaten angespannt bleiben.
Für Deutschland und Europa bedeutet diese Gemengelage nichts Gutes. Die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz hat gerade erst ein 500 Milliarden Euro schweres Sondervermögen für Infrastruktur auf den Weg gebracht – finanziert auf Pump, versteht sich. Sollten die Zinsen nun tatsächlich wieder steigen, würde die Schuldenlast für kommende Generationen noch drückender. Merz hatte versprochen, keine neuen Schulden zu machen. Dieses Versprechen hat sich längst in Luft aufgelöst, und steigende Zinsen würden die fiskalische Situation weiter verschärfen.
Von Tokio bis Bern: Niemand bleibt verschont
Auch die Bank of Japan steht vor heiklen Entscheidungen. Gouverneur Kazuo Ueda dürfte betonen, dass die Entwicklungen angesichts der starken Abhängigkeit des Landes von Ölimporten aus dem Nahen Osten genau beobachtet werden müssten. Anhaltend hohe Rohölpreise könnten Japans Wirtschaft schaden, würden aber gleichzeitig den Inflationsdruck verstärken – ein Teufelskreis. Händler gehen von einer Zinserhöhung um einen Viertelpunkt bis Juli aus.
Die Bank of England wiederum sieht sich mit der Prognose konfrontiert, dass die Inflation auf mehr als das Doppelte des 2-Prozent-Ziels ansteigen könnte, sollte sich der jüngste Anstieg der Öl- und Gaspreise als dauerhaft erweisen. Dabei gab es bereits vor dem aktuellen Energieschock Anzeichen für ein stockendes Wachstum – die britische Wirtschaft ist im Januar unerwartet nicht gewachsen.
Selbst die Schweizerische Nationalbank, die ihren Leitzins bei null belässt, steht unter Druck. Der Franken hat gegenüber dem Euro ein Zehnjahreshoch erreicht, und die SNB hat eine erhöhte Bereitschaft zu Devisenmarktinterventionen signalisiert. In Australien wiederum hat die Reserve Bank bereits im vergangenen Monat die Zinsen angehoben und könnte am Dienstag nachlegen – die Märkte tendieren zu drei weiteren Zinserhöhungen im Jahr 2026.
Gold als sicherer Hafen in stürmischen Zeiten
Was bedeutet das alles für den gewöhnlichen Bürger und Sparer? Die Botschaft ist unmissverständlich: Die Ära des billigen Geldes ist vorbei, möglicherweise für lange Zeit. Steigende Energiepreise fressen die Kaufkraft auf, höhere Zinsen verteuern Kredite und Hypotheken, und die geopolitische Unsicherheit macht jede langfristige Planung zum Glücksspiel.
In einem solchen Umfeld zeigt sich einmal mehr der zeitlose Wert physischer Edelmetalle. Während Papierwährungen durch Inflation entwertet werden und Zentralbanken zwischen Pest und Cholera wählen müssen, bleibt Gold das, was es seit Jahrtausenden ist: ein verlässlicher Wertspeicher in Zeiten der Unsicherheit. Wer sein Vermögen langfristig sichern möchte, sollte physische Edelmetalle als unverzichtbaren Bestandteil eines breit gestreuten Portfolios in Betracht ziehen.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Die dargestellten Informationen und Einschätzungen dienen ausschließlich der allgemeinen Information und spiegeln die Meinung unserer Redaktion wider. Jede Anlageentscheidung sollte auf Basis eigener gründlicher Recherche und gegebenenfalls nach Rücksprache mit einem qualifizierten Finanzberater getroffen werden. Für etwaige Verluste, die aus Anlageentscheidungen resultieren, die auf Grundlage dieses Artikels getroffen werden, übernehmen wir keinerlei Haftung.

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