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Kettner Edelmetalle
18.12.2025
08:24 Uhr

182 Millionen Euro für externe Berater: Der teure Wissensimport der Bundesregierung

Während der deutsche Steuerzahler jeden Cent zweimal umdrehen muss, gönnt sich die Bundesregierung weiterhin ein üppiges Beratungsbudget. Rund 182,2 Millionen Euro flossen im Jahr 2024 an externe Consultants – eine Summe, die zwar geringer ausfällt als im Vorjahr, aber dennoch Fragen aufwirft, die bis ins Mark der demokratischen Legitimation reichen.

Ein Rückgang, der keiner ist

Das Bundesfinanzministerium präsentierte dem Haushaltsausschuss des Bundestages kürzlich die aktuellen Zahlen zum Beraterwesen der Ministerien. Mit 182,2 Millionen Euro lagen die Ausgaben zwar rund 58 Millionen Euro unter dem Vorjahreswert von 240 Millionen Euro, doch von Sparsamkeit kann hier wohl kaum die Rede sein. Die Summe entspricht in etwa dem Niveau von 2022 – jenem Jahr, in dem die Ampelkoalition noch vollmundig Effizienz und Transparenz versprach.

Man fragt sich unweigerlich: Verfügt die Bundesregierung nicht über ausreichend qualifiziertes Personal in den eigenen Reihen? Oder ist es schlicht bequemer, die Verantwortung für schwierige Entscheidungen an externe Dienstleister auszulagern?

Das Verkehrsministerium als Spitzenreiter

Besonders auffällig ist die Entwicklung im Bundesverkehrsministerium. Mit gut 36 Millionen Euro führt das Ressort die Liste der Beraterausgaben an – ein deutlicher Anstieg gegenüber den 25,4 Millionen Euro aus dem Jahr 2023. Rund 80 Prozent dieser Gesamtausgaben entfielen auf Beratungsaufträge des Ministeriums selbst.

Die Ironie könnte kaum größer sein: Ausgerechnet jenes Ministerium, das für marode Brücken, verspätete Züge und eine chronisch unterfinanzierte Infrastruktur verantwortlich zeichnet, leistet sich den teuersten externen Sachverstand. Man könnte meinen, die Berater hätten bislang wenig Brauchbares geliefert.

Demokratische Legitimation auf dem Prüfstand

Die Linken-Vorsitzende Ines Schwerdtner, Mitglied im Haushaltsausschuss, brachte das grundlegende Problem auf den Punkt:

„Externe Beratungsunternehmen sind nicht demokratisch legitimiert, üben aber erheblichen Einfluss auf politische Entscheidungen aus."
Sie forderte mehr Transparenz und verlangte, dass jeder, der für die Bundesregierung arbeitet, öffentlich benannt werden müsse.

Diese Forderung ist mehr als berechtigt. Der Bürger hat ein Recht darauf zu erfahren, wer tatsächlich die Fäden zieht, wenn weitreichende politische Entscheidungen getroffen werden. Die Vorstellung, dass hochbezahlte Consultants aus der Privatwirtschaft maßgeblichen Einfluss auf Gesetze und Verordnungen nehmen, ohne jemals vom Wähler legitimiert worden zu sein, sollte jeden Demokraten beunruhigen.

Ein strukturelles Problem

Die Abhängigkeit von externen Beratern offenbart ein tiefgreifendes strukturelles Defizit der deutschen Verwaltung. Über Jahrzehnte wurde der öffentliche Dienst kaputtgespart, während gleichzeitig immer komplexere Aufgaben bewältigt werden mussten. Das Ergebnis: Eine Bürokratie, die ohne teuren externen Sachverstand kaum noch handlungsfähig erscheint.

Dass die Ausgaben nun leicht gesunken sind, mag ein Schritt in die richtige Richtung sein. Doch solange die Bundesregierung nicht grundlegend umdenkt und in die eigene Kompetenz investiert, werden die Steuerzahler weiterhin für ein System zur Kasse gebeten, das weder effizient noch transparent ist. Die 182 Millionen Euro des vergangenen Jahres sind letztlich nichts anderes als ein Armutszeugnis für den Zustand unserer staatlichen Institutionen.

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