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Kettner Edelmetalle
20.09.2026
07:31 Uhr
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2,45 Euro für Diesel: Jetzt brennen weltweit die Reifen

2,45 Euro für Diesel: Jetzt brennen weltweit die Reifen
Symbolbild: KI-generiert

Der Diesel in Deutschland ist so teuer wie nie. Am Mittwoch kostete der Liter im bundesweiten Tagesdurchschnitt 2,453 Euro und übertraf damit laut ADAC-Zahlen den bisherigen Rekord aus dem April um 0,6 Cent. Benzin markierte am selben Tag mit 2,314 Euro bereits das fünfte Hoch in Folge.

Während in Deutschland noch Brandbriefe geschrieben werden, brennen anderswo schon die Barrikaden.

Eine Million Euro Mehrkosten – pro Fuhrpark

Der Spediteurverband BGL hat sich direkt an Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) gewandt. Die Lage der Branche sei dramatisch, erklärte Vorstandssprecher Dirk Engelhardt. Seine Rechnung ist so simpel wie brutal.

Nach der jüngsten Eskalation im Nahen Osten sei der Dieselpreis netto um rund 60 Cent je Liter gestiegen. Bei 10.000 Kilometern Fahrleistung im Monat bedeute das 1.800 Euro Mehrkosten pro Lastwagen. Bei einer Flotte von 50 Fahrzeugen summiere sich das auf über eine Million Euro im Jahr.

Und die Antwort aus Berlin? Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) brachte eine befristete Senkung der Mehrwertsteuer auf Kraftstoffe ins Spiel, Unions-Fraktionschef Thorsten Frei ebenfalls. Für Unternehmen ist das allerdings ein Nullsummenspiel: Sie ziehen die Vorsteuer ohnehin beim Finanzamt ab.

Das Versprechen aus dem Koalitionsvertrag – bis heute uneingelöst

Der BGL fordert stattdessen, was Schwarz-Rot längst zugesagt hat: die Abschaffung der doppelten CO₂-Belastung. Gemeint ist, dass Spediteure den CO₂-Preis beim Tanken zahlen – und zusätzlich den CO₂-Aufschlag bei der Lkw-Maut. Der Verband kritisiert diese Mehrfachbelastung seit Jahren; im Koalitionsvertrag steht ihre Beseitigung ausdrücklich drin. Passiert ist bislang nichts.

Man muss kein Ökonom sein, um zu ahnen, wo diese Kosten landen: im Supermarktregal. Jede Palette Mehl, jede Kiste Wasser fährt mit Diesel.

Auch die Pflege ächzt. Bei einem ambulanten Dienst im niedersächsischen Duderstadt seien die Spritkosten binnen eines Jahres um rund 55 Prozent gestiegen, berichtet Inhaberin Sonja Gerhardy, zugleich Vorstandsmitglied im Verband Deutscher Alten- und Behindertenhilfe. Sie fordert eine Refinanzierung über die Pflegekassen.

Von Sète bis Manila: Der Zorn hat viele Sprachen

International ist die Stimmung längst gekippt. In Sète blockierten Medienberichten zufolge rund 100 Fischer die Zufahrt zu einem Öldepot, errichteten Barrikaden und zündeten Reifen an – am Donnerstag versperrten Fischerboote die Hafeneinfahrt von Nizza. In Portugal hupen Autofahrer bei sogenannten „Buzinões" im Schritttempo über Hauptverkehrsachsen.

Berichtet wird zudem von Protesten in Indonesien, auf den Philippinen, in Syrien, Bangladesch und Sri Lanka. In Guatemala kam es bei Demonstrationen von Transportarbeitern und indigenen Gruppen in Villa Nueva zu gewaltsamen Ausschreitungen.

Italien handelt, Deutschland diskutiert

Ein Blick nach Rom zeigt, dass es auch anders geht. Ministerpräsidentin Giorgia Meloni kündigte an, die Kfz-Steuer ab 2027 für Fahrzeuge bis 80 kW und Motorräder weitgehend auszusetzen – je ein Fahrzeug pro Bürger. Zudem verlängerte der Ministerrat die gesenkte Verbrauchsteuer auf Diesel: ab 18. September um 12,2 Cent, ab 26. September nur noch um 6,1 Cent.

Bemerkenswert bleibt, dass der Staat am Zapfhahn kräftig mitverdient – bei E10 machen Steuern und Abgaben Berichten zufolge mehr als die Hälfte des Preises aus. Wer die Bürger entlasten will, müsste also zuerst bei sich selbst anfangen. Wer sein Vermögen gegen solche Kaufkraftverluste absichern will, greift historisch oft zu physischem Gold und Silber – als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Er gibt die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenständig recherchieren.

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