
4,9 Prozent: CDU fliegt aus dem Landtag – und Merz dankt der SPD

Es ist der bitterste Abend in der Geschichte der Christdemokraten: Bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern am Sonntag scheiterte die CDU nach vorläufigem Ergebnis mit 4,89 Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde. Am Montag trat Bundeskanzler Friedrich Merz im Konrad-Adenauer-Haus vor die Presse – und räumte ein, seine Partei sei nur noch in „einigen Teilen des Landes“ eine Volkspartei.
Erstmals raus aus einem Landtag – ein historischer Einschnitt
Die Zahlen sind brutal. Laut vorläufigem Ergebnis holte die AfD in Schwerin 38,2 Prozent und stellt künftig 32 Abgeordnete, die SPD kam auf 35,5 Prozent und 29 Sitze. Linke (6,5) und Grüne (5,7) schafften den Sprung, BSW (4,8) und FDP (1,0) nicht.
Die CDU stürzte von 13,3 Prozent im Jahr 2021 ab – und ist nun in keinem einzigen Sitz mehr vertreten. Zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik fliegt die Union aus einem Landesparlament. Bemerkenswert: Die Wahlbeteiligung stieg auf 78,1 Prozent, ein Plus von über sieben Punkten. Von Wahlmüdigkeit also keine Spur – die Bürger gingen hin, nur eben nicht zur CDU.
Merz: „Das wird für uns lange nachhallen“
Der Kanzler nannte das Ergebnis dem Bericht zufolge „ein in Deutschland einmaliges Ergebnis, dass die CDU aus einem Landtag fliegt“, und sprach von einem „schweren Schlag“, der „lange nachhallen“ werde. Man wolle im Präsidium beraten, „wo wir stehen, wo wir hin wollen und wo wir nicht bleiben können“.
Dann folgte der Satz, über den viele Beobachter staunen dürften:
„Ich bin dankbar, dass wir heute Morgen von den Sozialdemokraten hören, dass sie an der Koalition in Berlin festhalten wollen“
Ein Kanzler, dessen Partei gerade aus einem Landtag geflogen ist, bedankt sich beim Koalitionspartner dafür, dass dieser das Bündnis nicht aufkündigt. Für Kritiker ist das weniger Führung als Erleichterung – und ein Symptom.
Auch in Berlin ein Debakel
In der Hauptstadt verlor die CDU dem vorläufigen Ergebnis zufolge 9,5 Punkte und landete mit 18,8 Prozent hinter der Linken, die mit 25,7 Prozent ihr bestes Berliner Ergebnis aller Zeiten einfuhr. Die AfD kam auf 16,3 Prozent, die SPD stürzte auf historische 12,1 Prozent ab. Merz bezeichnete das Berliner Abschneiden trotzdem als „beachtlich“ – Spitzenkandidat Stefan Evers habe unter „schwierigsten Bedingungen“ Verantwortung übernommen.
80 Prozent sagen: Merz schadet seiner Partei
Besonders unangenehm für den Kanzler dürfte eine Erhebung der Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF in Mecklenburg-Vorpommern sein: Demnach meinten 80 Prozent der Befragten, Merz schade der CDU – unter den CDU-Wählern selbst 70 Prozent. Nur ein Prozent hielt ihn für hilfreich.
Merz räumte ein, Bundespolitik und seine Person hätten „eine Rolle gespielt“, die Gründe reichten aber „weit“ darüber hinaus. Aus Sicht unserer Redaktion ist genau das die Kernfrage: Wer Rekordschulden, ausufernde Bürokratie und ungelöste Migrations- und Sicherheitsprobleme mit Beratungsschleifen beantwortet, verliert Vertrauen – und zwar dauerhaft.
Was das für Bürger bedeutet
Politische Instabilität, wachsende Schuldenberge und eine schwächelnde Wirtschaft sind keine abstrakten Begriffe – sie treffen Sparer und Familien direkt. Viele Bürger setzen in solchen Phasen auf Substanz: physisches Gold und Silber gelten traditionell als Ergänzung zur Absicherung eines breit gestreuten Vermögens.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger muss eigenständig recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Entscheidungen selbst.
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