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Kettner Edelmetalle
18.08.2026
04:31 Uhr
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5000 Wachleute bei der Bahn: Wenn Bahnhöfe zur Sicherheitszone werden

5000 Wachleute bei der Bahn: Wenn Bahnhöfe zur Sicherheitszone werden
Symbolbild: KI-generiert

Die Deutsche Bahn rüstet auf – nicht bei Schienen und Weichen, sondern beim Wachpersonal. Innerhalb von zwölf Monaten stieg die Zahl der für den Konzern eingesetzten Sicherheitskräfte von 4500 auf 5000. Das teilte ein Bahnsprecher auf Anfrage eines Medienhauses mit, die Zahlen beziehen sich auf den Stand Mai 2026.

Ein Plus von rund elf Prozent in nur einem Jahr. Zum Vergleich: Im Bereich „Service am Bahnhof“ arbeiteten Ende 2025 etwa 6800 Menschen. Auf zehn Servicekräfte kommen damit rechnerisch mehr als sieben Wachleute.

Wenn Aufpassen fast so viel Personal bindet wie Helfen

Diese Relation sagt mehr über den Zustand des Landes aus als jede Sonntagsrede. Ein Bahnhof war einmal ein Ort des Ankommens, des Abschieds, der Reiselust. Heute ist er für viele Fahrgäste vor allem eines: ein Ort, an dem man abends lieber nicht länger als nötig verweilt.

Die Bahn selbst begründet den Personalaufbau breiter: Man investiere verstärkt in operatives Personal, um das wachsende Fahrgastaufkommen zu bewältigen, altersbedingte Abgänge auszugleichen und den Betrieb robuster aufzustellen. Rund 20.000 neue Mitarbeiter sollen allein in diesem Jahr eingestellt werden, darunter etwa 5200 Nachwuchskräfte.

Auch beim Zugpersonal wuchsen die Zahlen: Ende 2025 waren rund 13.100 Beschäftigte im „Service im Zug“ tätig, 2020 waren es 12.300. Die Zahl der Lokführer stieg im selben Zeitraum von etwa 19.300 auf 20.200. Doch kein Bereich legte prozentual so schnell zu wie die Sicherheit.

Die amtlichen Zahlen sind ernüchternd

Wie es an Deutschlands Bahnhöfen tatsächlich zugeht, zeigt eine Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage aus dem Februar 2026. Nach vorläufigen Zahlen der Bundespolizei wurden im Jahr 2025 im Bahnbereich registriert:

  • 27.818 Gewaltdelikte (2024: 27.150)
  • 2209 Sexualdelikte
  • 1578 Waffendelikte – nach 1234 im Vorjahr
  • 52.849 Eigentumsdelikte

Besonders auffällig ist der Sprung bei den Waffendelikten: ein Anstieg um fast 28 Prozent binnen eines Jahres. Bei den Gewaltdelikten führte die Statistik den Angaben zufolge 11.274 deutsche und 9.091 nicht-deutsche Tatverdächtige, bei über 6400 Fällen blieb die Staatsangehörigkeit unbekannt. Medienberichten zufolge verzeichnete der Leipziger Hauptbahnhof 2025 mit 859 Gewaltdelikten die höchste Zahl bundesweit.

Sicherheit als teurer Reparaturbetrieb

Aus Sicht unserer Redaktion offenbaren diese Zahlen ein politisches Versäumnis, das sich nicht mehr wegmoderieren lässt. Wenn ein Staatskonzern Jahr für Jahr mehr privates Wachpersonal einkaufen muss, um Reisende und eigene Mitarbeiter zu schützen, dann übernimmt am Ende der Fahrgast die Rechnung – über Ticketpreise und Steuermittel.

Kritiker der Migrations- und Sicherheitspolitik der vergangenen Jahre sehen darin eine direkte Folge zu lange aufgeschobener Entscheidungen. Für viele Bürger ist es schlicht eine Zumutung: Der Staat hat das Gewaltmonopol – organisiert wird die Ordnung an Bahnsteigen aber zunehmend von Sicherheitsdiensten.

Mehr Wachleute lösen kein Problem. Sie verwalten es. Was fehlt, ist eine Politik, die Ursachen angeht statt Symptome zu bewachen.

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