Kostenlose Beratung
+49 7930-2699
280.000
Kunden
Sicherer
Versand
Kettner Edelmetalle
17.09.2026
07:31 Uhr
KI-generiert

Aktenberg-Rekord: 1,1 Millionen Strafverfahren bleiben liegen

Aktenberg-Rekord: 1,1 Millionen Strafverfahren bleiben liegen
Symbolbild: KI-generiert

Deutschlands Strafverfolger versinken in Papier. Zur Jahresmitte 2026 lagen bundesweit erstmals mehr als 1,1 Millionen Ermittlungsverfahren gegen namentlich bekannte Beschuldigte unerledigt bei den Staatsanwaltschaften – rund 125.700 Fälle oder 13 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Das geht aus einer Erhebung der vom Deutschen Richterbund herausgegebenen „Deutschen Richterzeitung“ bei den Landesjustizverwaltungen hervor.

Sechs Jahre, 56 Prozent mehr Rückstau

Ein Blick zurück macht die Dimension klar: Mitte 2025 waren es 981.633 offene Verfahren, Ende 2020 noch 709.367. Der Berg ist seither um rund 56 Prozent gewachsen. Das ist kein statistischer Ausrutscher, sondern ein Trend, der sich Jahr für Jahr verfestigt.

Und der Zulauf bricht nicht ab. Allein im ersten Halbjahr 2026 gingen den Angaben zufolge mehr als 2,7 Millionen neue Verfahren ein – etwa 52.000 mehr als im Vorjahreszeitraum. Für das Gesamtjahr zeichnen sich damit erneut deutlich über fünf Millionen neue Fälle ab.

Schleswig-Holstein mit dem stärksten Zuwachs

Regional fällt das Bild drastisch auseinander. In Schleswig-Holstein stapelten sich Ende Juni 47.831 unerledigte Verfahren – gut 43 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. In Mecklenburg-Vorpommern lag das Plus bei knapp 40 Prozent. Den größten Aktenberg trägt Nordrhein-Westfalen mit mehr als 300.000 offenen Ermittlungsverfahren.

Auch Niedersachsen meldet Zuwächse: 82.135 unbearbeitete Fälle nach 73.741 im Vorjahr, bei 289.092 neuen Verfahren im ersten Halbjahr gegenüber 272.289 zuvor. Bemerkenswert: Rheinland-Pfalz ist laut der Umfrage das einzige Land, das den Bestand senkte – von 33.077 auf 32.165 Verfahren, und das trotz gestiegener Eingangszahlen. Im Saarland und in Thüringen wuchs der Rückstand dagegen selbst bei sinkenden Eingängen.

„Strafverfolgung nach Kassenlage“

Der Richterbund sieht die Justiz am Anschlag. Bundesgeschäftsführer Sven Rebehn wurde mit deutlichen Worten zitiert:

„Den Strafverfolgern steht die Verfahrensflut bis zum Hals.“

Die Landesregierungen müssten angesichts der Rekordzahlen konsequent gegensteuern, so der Verband. Rebehn warnte demnach, die Politik werde weiteres Vertrauen in der Bevölkerung verlieren, wenn sich der Eindruck einer „Strafverfolgung nach Kassenlage“ verfestige. Zwar würden in einigen Ländern zusätzliche Stellen geschaffen – doch die Verfahrenszahlen wüchsen schneller als die Personaldecke. Nach Verbandsangaben fehlen bundesweit rund 2.000 Staatsanwälte und Strafrichter.

Was aus Sicht unserer Redaktion wirklich auf dem Spiel steht

Ein Staat, der Straftaten erfasst, aber nicht mehr zügig ahndet, verliert seine wichtigste Währung: Glaubwürdigkeit. Die Polizeiliche Kriminalstatistik weist ein Rekordniveau bei der registrierten Kriminalität und einen deutlichen Anstieg von Messerangriffen aus – gleichzeitig wachsen die Aktenberge. Für viele Bürger ist das eine bittere Rechnung.

Bemerkenswert ist der Kontrast der Prioritäten. Für Infrastruktur und Klimaziele wurden dreistellige Milliardenbeträge mobilisiert, teils grundgesetzlich verankert. Bei Gerichten und Staatsanwaltschaften hingegen, dem harten Kern staatlicher Kernaufgaben, geht es um einige Tausend Stellen – und selbst die kommen offenbar zu langsam. Kritiker sehen darin ein Symptom politischer Schwerpunktsetzung, die den Rechtsstaat verwaltet statt ihn zu stärken.

Wer das Vertrauen in den Rechtsstaat erhalten will, muss ihn arbeitsfähig halten. Sonst bleibt am Ende nur die Statistik – und die Erfahrung der Bürger, dass Anzeigen im Aktenschrank verschwinden.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Er gibt die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder.

Wissenswertes zum Thema

Erhalten Sie kostenlose Tipps um Ihr Vermögen zu schützen und als erster von neuen Produkten zu erfahren

Sie möchten regelmäßig über Produktneuheiten, spannende Finanznachrichten und exklusive Sonderangebote informiert werden? Dann melden Sie sich hier für den kostenfreien Kettner Edelmetalle Newsletter an.

Durch Eingabe Ihrer E-Mail-Adresse und Anklicken des Buttons „Abschicken“ geben Sie die folgende Einwilligungserklärung ab: „Ich bin damit einverstanden, per E-Mail über Produktneuheiten, spannende Finanznachrichten und exklusive Sonderangebote informiert zu werden und willige daher in die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse zum Zwecke der Zusendung des Newsletters ein. Diese Einwilligung kann ich jederzeit und ohne Angabe von Gründen mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. Die Rechtmäßigkeit der bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung bleibt im Falle des Widerrufs unberührt.“

Willst du Teil unserer Erfolgsstory sein?

Werde jetzt Teil vom #TeamGold

Offene Stellen