
Amerikas Immobilienmarkt im Sinkflug: Baubeginne stĂŒrzen auf das tiefste Niveau seit der Corona-Pandemie

Es ist ein Alarmsignal, das man in den Vereinigten Staaten nicht so schnell ĂŒberhört: Der amerikanische Wohnungsbaumarkt taumelt â und zwar gewaltig. Die Zahl der neu begonnenen Bauprojekte brach im Mai um sage und schreibe 15,4 Prozent gegenĂŒber dem Vormonat ein. Analysten hatten lediglich mit einem mickrigen RĂŒckgang von zwei Prozent gerechnet. Das ist nicht bloĂ ein Ausrutscher, das ist ein regelrechter Absturz â und der schlimmste seit MĂ€rz 2024.
Wenn der Beton nicht mehr flieĂt
Was hier passiert, ist mehr als nur eine Statistik fĂŒr Wirtschaftsnerds. Die sogenannten Housing Starts â also die annualisierte Rate der Baubeginne â fielen auf den tiefsten Stand seit der Corona-Pandemie. Erst im April hatte man noch den höchsten Wert seit 2024 vermeldet. Nun folgt die kalte Dusche. Bereits im April war ĂŒbrigens ein RĂŒckgang von 8,5 Prozent zu Buche gestanden, der nachtrĂ€glich noch nach unten korrigiert wurde. Wer hier ein Muster erkennt, liegt richtig.
Besonders dramatisch fiel der Einbruch im Mehrfamilienhaus-Segment aus â jenem Bereich also, der fĂŒr die Mietwohnungen der breiten Bevölkerung steht. Hier kollabierten die Baubeginne förmlich:
- EinfamilienhĂ€user: RĂŒckgang von 899.000 auf 882.000 Einheiten
- MehrfamilienhÀuser: Absturz von 486.000 auf nur noch 284.000 Einheiten
Man muss kein Hellseher sein, um zu erahnen, was das bedeutet. Die vielbeschworene âRenter Nation" â also die Vorstellung von einer Gesellschaft, in der immer mehr Menschen zur Miete wohnen, weil sie sich Eigentum schlicht nicht mehr leisten können â gerĂ€t ins Wanken.
Hohe Zinsen, volle Lager, schwindendes Vertrauen
Doch woran liegt es? Die Antwort ist denkbar einfach und zugleich entlarvend: An den gestiegenen Hypothekenzinsen und an LagerbestĂ€nden, die lĂ€ngst aus allen NĂ€hten platzen. Die HĂ€user stehen, doch die KĂ€ufer bleiben aus. Der Verkauf stockt, die BestĂ€nde stauen sich â und plötzlich verfliegt die selbstgefĂ€llige Zuversicht der Bauunternehmer wie Morgennebel in der Sonne.
Selbst die Baugenehmigungen fĂŒr MehrfamilienhĂ€user gingen zurĂŒck â von 491.000 auf 474.000. Lediglich bei den EinfamilienhĂ€usern gab es einen leichten Anstieg auf 886.000.
Die Stimmung unter den Hausbauern dĂŒrfte nach diesen Zahlen weiter in den Keller rauschen. Und das ist kein rein amerikanisches PhĂ€nomen, sondern ein LehrstĂŒck, das auch hierzulande gehört werden sollte.
Was lehrt uns das fĂŒr Deutschland?
Wer glaubt, die Immobilie sei die ewig sichere Bank, der irrt gewaltig. Steigende Zinsen, schwĂ€chelnde Nachfrage und ĂŒberhitzte MĂ€rkte â das sind keine fernen Schreckgespenster aus Ăbersee. Auch in Deutschland kĂ€mpft die Baubranche mit explodierenden Kosten, einer ĂŒberbordenden BĂŒrokratie und einer politisch gewollten Verteuerung durch immer absurdere Energie- und Klimaauflagen. Das ambitionierte Ziel der KlimaneutralitĂ€t bis 2045, frisch im Grundgesetz verankert, wird den Wohnungsbau hierzulande nicht gerade beflĂŒgeln. Im Gegenteil.
Die vermeintliche Sicherheit von Beton und Mörtel ist eben doch nur so stabil wie das Fundament der Politik, die darĂŒber wacht â und das bröckelt bekanntlich an allen Ecken und Enden.
Sachwerte, die unabhÀngig bleiben
WĂ€hrend Immobilien an Zinsen, Bauauflagen und schwankender Nachfrage hĂ€ngen, kennen physische Edelmetalle wie Gold und Silber solche AbhĂ€ngigkeiten nicht. Sie lassen sich nicht durch politische Klimaziele verteuern, nicht durch Hypothekenzinsen entwerten und nicht durch volle LagerbestĂ€nde blockieren. Als krisenfeste Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen behaupten sie seit Jahrtausenden ihren Wert â ganz ohne Bauantrag und ohne Behördenstempel.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar und gibt ausschlieĂlich die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder. Investitionen in Immobilien, Wertpapiere, Edelmetalle oder andere Anlageklassen sind stets mit Risiken verbunden. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigenstĂ€ndig zu recherchieren und gegebenenfalls fachkundigen Rat einzuholen. FĂŒr getroffene Anlageentscheidungen trĂ€gt jeder Leser die alleinige Verantwortung.
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