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23.10.2026
16:07 Uhr
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Amerikas Verbraucher im Tief: Gold kämpft um die 4.000-Dollar-Marke

Amerikas Verbraucher im Tief: Gold kämpft um die 4.000-Dollar-Marke
Symbolbild: KI-generiert

In den USA bleibt die Stimmung der Verbraucher im Keller, gleichzeitig wächst die Angst vor der Inflation. Die University of Michigan meldete am Freitag für Oktober einen endgültigen Wert von 48 Punkten für ihr Verbraucherstimmungs-Barometer. Gold hielt sich danach knapp über der wichtigen Marke von 4.000 US-Dollar je Unze.

Auf den ersten Blick ist das Ergebnis eine kleine Überraschung. Ökonomen hatten im Schnitt mit 46,3 Punkten gerechnet, so viel hatte auch die vorläufige Erhebung ergeben. Verglichen mit September (48,1 Punkte) hat sich jedoch so gut wie nichts verändert. Und der Wert liegt weiterhin auf einem Niveau, das historisch kaum je unterschritten wurde.

Zweitschlechtester Wert seit 74 Jahren

Wie ernst die Lage ist, zeigt der Blick zurück. US-Medien zufolge ist der aktuelle Stand der zweitniedrigste in der 74-jährigen Geschichte der Umfrage. Und das wenige Wochen vor den Zwischenwahlen in den USA, bei denen die Lebenshaltungskosten für Präsident Trump zum Problem werden dürften.

Umfrageleiterin Joanne Hsu zufolge haben sich die Werte bei Republikanern und Demokraten leicht verbessert, unabhängige Wähler seien dagegen pessimistischer geworden. Die Erwartungen an die Geschäftslage im kommenden Jahr hätten sich zwar um etwa 14 Prozent verbessert, lägen aber immer noch 16 Prozent unter dem Wert vom Oktober 2024.

Besonders schwach war die Bereitschaft, langlebige Güter wie Autos, Möbel oder Haushaltsgeräte zu kaufen. Dieser Teilwert sei um 18 Prozent eingebrochen, so Hsu, wegen der höheren Zinsen und weil sich viele Menschen solche Anschaffungen schlicht nicht mehr leisten könnten. Die Kaufkraft beherrsche das Bild, das die Verbraucher von der Wirtschaft hätten.

„Sentiment is now 10% below a year ago and 15% less than February, just prior to the Iran conflict."

Die Inflationsangst wird größer

Deutlicher fallen die Zahlen zur erwarteten Teuerung aus. Für die nächsten zwölf Monate rechnen die Befragten mit einer Inflation von 4,7 Prozent, nach 4,6 Prozent im Vormonat. Im Februar, also vor dem Iran-Konflikt, waren es noch 3,4 Prozent.

Auch die langfristigen Erwartungen sind gestiegen, von 3,4 auf 3,5 Prozent. 2024 lagen sie noch zwischen 2,8 und 3,2 Prozent. Damit sind beide Werte zum zweiten Mal in Folge gestiegen und so hoch wie seit Mai nicht mehr. Für die US-Notenbank ist das ein schlechtes Zeichen: Wenn die Bürger dauerhaft mit höheren Preisen rechnen, wird es deutlich schwerer, die Inflation wieder zu senken.

Warum Gold trotzdem unter Druck steht

Eigentlich müsste das Gold antreiben. Kurzfristig wirkt aber vor allem ein anderer Faktor. Marktberichten zufolge hat ein Drohnenangriff auf die saudische Ölanlage Shaybah den Ölpreis nach oben getrieben. Seitdem rechnen Anleger wieder stärker damit, dass die Fed die Zinsen anhebt, laut Händlern mit einer Wahrscheinlichkeit von zeitweise rund 89 Prozent für Dezember. Höhere Zinsen machen das zinslose Gold vorübergehend weniger attraktiv.

Mitte der Woche rutschte der Goldpreis Berichten zufolge sogar erstmals seit Juli unter 4.000 Dollar. Nach den Michigan-Daten notierte er bei 4.014,71 Dollar, ein Plus von 0,24 Prozent. Zur Einordnung: Ende Januar 2026 hatte Gold Medienberichten zufolge zeitweise über 5.500 Dollar gekostet.

Großanleger sehen die Lage gelassen

Gleichzeitig kaufen große Marktteilnehmer weiter. Die kanadische Großbank CIBC hat ihre kurzfristigen Prognosen zwar gesenkt, erwartet für 2027 aber wieder einen Anstieg auf 5.200 Dollar, weil die Notenbanken weiter Gold kaufen. Auch die Bestände der Gold-ETFs sollen Berichten zufolge auf Rekordniveau liegen.

Unser Fazit: Hohe Inflationserwartungen, unruhige Ölmärkte und gestresste Verbraucher sind kein Umfeld, in dem Papiergeld an Wert gewinnt. Wer sein Vermögen langfristig sichern will, kann physisches Gold und Silber als Teil eines breit gestreuten Portfolios in Betracht ziehen. Rücksetzer wie der aktuelle gehören dazu.

Hinweis: Dieser Beitrag dient nur der Information und ist keine Anlageberatung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten oder Edelmetallen. Jeder Anleger sollte sich selbst informieren und ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich.

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