
Atompoker am Genfer See: Washington verschärft den Ton gegen Teheran
Während sich die diplomatischen Delegationen der Vereinigten Staaten und des Iran in Genf zur dritten Verhandlungsrunde über Teherans Atomprogramm zusammenfinden, lässt die Trump-Administration keinen Zweifel daran, dass sie die Islamische Republik als existenzielle Bedrohung für amerikanische Interessen betrachtet. Die Rhetorik aus Washington hat sich in den vergangenen Tagen dramatisch verschärft – und mit ihr die militärische Präsenz im Nahen Osten.
Trumps unmissverständliche Warnung
In seiner Rede zur Lage der Nation beschuldigte Präsident Donald Trump den Iran, sein Nuklearprogramm wieder hochzufahren und an Raketen zu arbeiten, die „bald" in der Lage sein würden, das amerikanische Festland zu erreichen. Zudem machte er Teheran für Straßenbombenanschläge verantwortlich, bei denen US-Soldaten und Zivilisten ums Leben gekommen seien. Es werde ein „sehr schlechter Tag" für den Iran, sollte keine Einigung erzielt werden – so die unmissverständliche Drohung des Präsidenten. Man muss kein Geopolitik-Experte sein, um zu verstehen, was damit gemeint ist.
Die USA haben derweil eine ihrer größten Militäraufmärsche im Nahen Osten seit Jahren vollzogen. Mögliche Angriffe auf die Islamische Republik stehen offenbar als Option im Raum. Der Iran seinerseits hat gedroht, amerikanische Stützpunkte in der Region anzugreifen, sollte es zu einem militärischen Schlag kommen. Ein gefährliches Spiel mit dem Feuer, das die gesamte Region in Brand setzen könnte.
Rubio: Teheran baut sein Arsenal systematisch wieder auf
Außenminister Marco Rubio, der sich auf einer Reise nach St. Kitts und Nevis befand, bekräftigte die harte Linie seines Präsidenten. Nachdem das iranische Atomprogramm im vergangenen Jahr durch amerikanische Luftschläge „ausgelöscht" worden sei, versuche Teheran nun systematisch, die Trümmer wieder zusammenzusetzen. „Man kann sehen, wie sie ständig versuchen, Elemente davon wieder aufzubauen. Sie reichern im Moment nicht an, aber sie versuchen, an den Punkt zu gelangen, an dem sie es letztlich können", so Rubio gegenüber Reportern.
Besonders besorgniserregend sei das konventionelle Waffenarsenal des Iran. Rubio wies darauf hin, dass Teheran über eine enorme Anzahl ballistischer Raketen verfüge, die ausschließlich dazu konzipiert seien, Amerika und Amerikaner anzugreifen. Einige dieser Waffen könnten bereits jetzt weite Teile Europas erreichen. Eine Tatsache, die auch für Deutschland und seine europäischen Partner von höchster Relevanz sein dürfte – und die einmal mehr die Frage aufwirft, ob die europäische Sicherheitsarchitektur den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts gewachsen ist.
Teherans Weigerung als „großes Problem"
Dass der Iran sich kategorisch weigere, das Thema ballistischer Raketen in den Genfer Gesprächen überhaupt zu diskutieren, bezeichnete Rubio als „großes Problem". Er wollte die Donnerstagsgespräche nicht mehr als die „nächste Gelegenheit zum Reden" charakterisieren, äußerte aber die Hoffnung auf Fortschritte. Letztlich müsse man über mehr sprechen als nur das Nuklearprogramm. Laut dem US-Büro des Direktors der Nationalen Nachrichtendienste verfügt der Iran über das größte Arsenal ballistischer Raketen im gesamten Nahen Osten – mit einer selbst auferlegten Reichweite von 2.000 Kilometern, die nach iranischer Darstellung ausreiche, um Israel zu erreichen und damit die eigene Sicherheit zu gewährleisten.
Vance: „Iran darf keine Atomwaffe besitzen"
Vizepräsident J.D. Vance formulierte die amerikanische Position mit bestechender Klarheit: „Das Prinzip ist sehr einfach: Der Iran darf keine Atomwaffe besitzen." Die US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner würden in Genf ausloten, ob eine Einigung möglich sei. Es ist bemerkenswert, dass die Trump-Administration mit Kushner einen Mann an den Verhandlungstisch schickt, der bereits in der ersten Amtszeit Trumps als Architekt der Abraham-Abkommen eine zentrale Rolle in der Nahostpolitik spielte.
Trump kritisierte zudem die iranische Führung scharf für die Tötung tausender Demonstranten bei den jüngsten regierungskritischen Protesten. Die von ihm genannte Zahl von 32.000 Getöteten liegt allerdings deutlich über den meisten öffentlich verfügbaren Schätzungen. Ob diese Zahl belastbar ist, darf bezweifelt werden – doch dass das Mullah-Regime mit brutaler Gewalt gegen die eigene Bevölkerung vorgeht, ist unbestritten.
Teherans Gegenposition
Auf iranischer Seite traf Außenminister Abbas Araqchi am Mittwoch in Genf ein und konsultierte zunächst den omanischen Außenminister Badr al-Busaidi, der als Vermittler fungiert. Araqchi habe dabei „Irans Standpunkte und Überlegungen zur Nuklearfrage sowie zur Aufhebung der illegalen und einseitigen US-Sanktionen" vorgebracht, berichtete der iranische Staatssender Press TV. Die Wortwahl ist bezeichnend: Teheran betrachtet die amerikanischen Sanktionen nach wie vor als unrechtmäßig und fordert deren vollständige Aufhebung – eine Maximalposition, die kaum Raum für Kompromisse lässt.
Ein Pulverfass, das die Welt in Atem hält
Die Genfer Verhandlungen finden vor dem Hintergrund einer ohnehin hochexplosiven Lage im Nahen Osten statt. Erst im vergangenen Jahr eskalierte der Konflikt zwischen Israel und dem Iran dramatisch, als Israel iranische Atomanlagen angriff und Teheran mit Raketenbeschuss reagierte. Die Region gleicht einem Pulverfass, und die Nuklearfrage ist der Funke, der alles zur Explosion bringen könnte.
Für Europa und insbesondere für Deutschland hat diese Konfrontation weitreichende Konsequenzen. Sollte es zu einer militärischen Eskalation kommen, wären die Auswirkungen auf die Energiemärkte und damit auf die ohnehin angeschlagene deutsche Wirtschaft verheerend. Der Goldpreis dürfte in einem solchen Szenario weiter steigen – ein Umstand, der einmal mehr unterstreicht, wie wichtig physische Edelmetalle als Absicherung gegen geopolitische Risiken sind. Wer in Zeiten wie diesen nicht zumindest einen Teil seines Vermögens in Gold und Silber hält, handelt fahrlässig.
Die kommenden Tage werden zeigen, ob Diplomatie oder militärische Gewalt das letzte Wort haben. Die Geschichte lehrt uns, dass Verhandlungen mit autoritären Regimen nur dann Früchte tragen, wenn sie von einer Position der Stärke aus geführt werden. Trumps Strategie des maximalen Drucks mag riskant sein – aber sie ist der einzige Ansatz, der Teheran jemals zu echten Zugeständnissen bewogen hat.

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