
Bank-Kollaps in Paraguay: Präsident Peña stürzt über Ueno-Pleite!

Paraguays Präsident Santiago Peña ist zurückgetreten. Am Donnerstag, dem 5. November 2026, gab der 47-jährige Ökonom seinen Rücktritt per Videobotschaft bekannt. Zwei Tage zuvor hatte die Zentralbank die Digitalbank Ueno unter Zwangsverwaltung gestellt. Millionen Kunden kamen danach nicht mehr an ihr Geld, und in der Hauptstadt Asunción gingen die Menschen auf die Straße.
In seiner Ansprache sagte Peña, er handle mit Blick auf die Stabilität des Landes, den sozialen Frieden und den Schutz der demokratischen Institutionen. Internationalen Agenturberichten zufolge soll Vizepräsident Pedro Alliana sein Amt übernehmen.
Über Nacht kein Zugriff mehr aufs Konto
Der Vorstand der Zentralbank stimmte am späten Montagabend einstimmig dafür, Ueno abzuwickeln. Die Solvenzquote der Bank war unter die Hälfte des gesetzlichen Minimums gefallen. Seitdem können die Kunden keinen einzigen Guaraní mehr abheben oder überweisen. Die Bank selbst spricht von rund 3 Millionen Kunden, das wären etwa 60 Prozent der erwachsenen Bevölkerung. Örtliche Medien kommen auf rund 1,7 Millionen Kontoinhaber.
Auch der Staat hat dort viel Geld liegen. Ueno soll zwischen 800 und 850 Millionen Dollar an öffentlichen Mitteln verwaltet haben. Davon stammen nach verschiedenen Berichten 355 bis 380 Millionen Dollar aus der staatlichen Renten- und Krankenkasse IPS. Die Kasse verspricht, dass die Renten weiter pünktlich gezahlt werden. Rund 32.000 Rentner, die ihr Geld bisher über Ueno bekamen, sollen zu einer anderen Bank wechseln.
Schwere Vorwürfe gegen die Bankspitze
In einer Strafanzeige der Zentralbank heißt es laut Medienberichten, Ueno habe Firmen aus dem eigenen Konzern große Kredite ohne Sicherheiten gegeben. Mit neuen Schulden habe die Bank wiederholt Überziehungen gedeckt. Außerdem soll ein Kreditverkauf über 74,4 Millionen Dollar nur zum Schein abgewickelt worden sein, um diese Risiken zu verbergen. Nach der Korrektur der Bücher fehlten bei den Rückstellungen für Verluste angeblich mehr als 1,6 Billionen Guaraníes, also etwa 260 Millionen Dollar.
Die Staatsanwaltschaft ließ acht Personen festnehmen, darunter Bankpräsident Juan Manuel Gustale und Vorstandschef Federico Miguel Vázquez Villasanti. Ein Richter ließ bis Mittwochabend Anklagen gegen 27 Personen zu. Für alle Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung.
Die Verbindungen zum Präsidenten
Politisch gefährlich wurde der Fall durch Peñas persönliche Nähe zur Bank. Ueno gehört zur Grupo Vázquez. Bis März 2025 hielt Peña Anteile an deren Holdinggesellschaft. Er betonte jedoch, er sei nie Aktionär der Bank selbst gewesen. Hinzu kommt eine Personalie: 2023 machte Peña Carlos Carvallo zum Zentralbankchef. Carvallo hatte bis Mitte 2023 den Vorläufer Financiera Ueno geleitet. Nach Angaben der Zentralbank hielt er sich aus allen Entscheidungen zu Ueno heraus. Inzwischen ist auch er zurückgetreten.
Warnsignale gab es seit Monaten
Gekommen ist der Zusammenbruch nicht aus heiterem Himmel. Schon im Juni rügte die Aufsicht, dass Ueno zu viele Kredite an Firmen der Eigentümer vergebe. Im September leitete sie ein Verwaltungsverfahren ein, und die Ratingagentur Fitch senkte ihren Ausblick auf negativ. Peña hat die Bedenken laut Berichten trotzdem immer wieder abgetan und den Medien Panikmache vorgeworfen. Im Rückblick wirkt diese Gelassenheit fatal.
Die staatliche Einlagensicherung deckt pro Person nur rund 38.000 Dollar ab. Ersten Schätzungen zufolge sind damit etwa 97 Prozent der Kunden vollständig geschützt. Wer mehr auf dem Konto hatte, bekommt von der Aufsicht bisher nur den „größtmöglichen Schutz“ versprochen. Was das konkret heißt, ist offen.
Die Lehre für deutsche Sparer
Paraguay hat Investoren lange mit niedrigen Steuern, wenig Regulierung und Stabilität gelockt und erst vor Kurzem die Bonitätsstufe Investment Grade erreicht. Im Korruptionsindex von Transparency International für 2025 belegte das Land allerdings nur Platz 150 von 182.
Doch das Muster ist nicht auf Südamerika beschränkt. Eine Bank, ein Beschluss in der Nacht, eine gesperrte App, und schon ist das Ersparte nicht mehr erreichbar. Auch in der EU sind Einlagen nur bis 100.000 Euro pro Bank und Kunde gesetzlich geschützt. Physisches Gold und Silber dagegen hängen von keiner Bank-App, keiner Solvenzquote und keinem Zentralbankbeschluss ab. Als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen können sie deshalb eine sinnvolle Absicherung sein.
Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Er gibt die Meinung unserer Redaktion und die uns vorliegenden Informationen wieder. Bitte informieren Sie sich selbst, bevor Sie Anlageentscheidungen treffen. Für diese Entscheidungen sind Sie allein verantwortlich.
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