
Banken wittern Milliardengeschäft in Venezuela – JPMorgan in Pole Position

Während die geopolitischen Karten in Südamerika neu gemischt werden, positionieren sich die großen Wall-Street-Banken bereits für das, was viele als lukratives Comeback-Geschäft betrachten: Venezuela. Die Trump-Administration plant offenbar, Sanktionen gegen das ölreiche Land selektiv zurückzufahren – und die Finanzgiganten stehen Gewehr bei Fuß.
JPMorgan: 60 Jahre Präsenz als Trumpfkarte
Unter den internationalen Geldhäusern könnte sich JPMorgan Chase als klarer Favorit herauskristallisieren. Die größte US-Bank verfügt über eine bemerkenswerte Kontinuität in dem südamerikanischen Land: Seit sechs Jahrzehnten unterhält das Institut dort eine Präsenz. Obwohl die Bank ihre aktiven Geschäfte bereits 2002 stark einschränkte, behielt sie ein ruhendes Büro in Caracas – eine strategische Entscheidung, die sich nun als weitsichtig erweisen könnte.
María Paola Figueroa vom Institute of International Finance bestätigt diese Einschätzung: JPMorgan gehöre zu den wenigen US-Banken mit einer physischen Präsenz vor Ort, wenngleich die Aktivitäten aufgrund der bestehenden Restriktionen minimal seien. Eine mögliche Wiedereröffnung des Ölsektors und eine breitere wirtschaftliche Erholung könnten jedoch bedeutende Chancen für ausländische Banken schaffen.
Handelsbank für Ölexporte – ein bewährtes Modell
Innerhalb von JPMorgan wird offenbar bereits über konkrete Geschäftsmodelle nachgedacht. Eine Idee, die kursiert: die Gründung einer spezialisierten Handelsbank zur Finanzierung von Ölexporten. Das Institut verfügt hier über einschlägige Erfahrung – schließlich führte JPMorgan einst das Bankenkonsortium an, das nach der US-geführten Invasion 2003 die Trade Bank of Iraq betrieb.
Darüber hinaus könnte die Bank Mittel aus ihrer "Security and Resiliency Initiative" einsetzen, einem gewaltigen 1,5-Billionen-Dollar-Plan über zehn Jahre. Venezuela verfügt nicht nur über die größten nachgewiesenen Ölreserven der Welt, sondern auch über bedeutende Vorkommen kritischer Mineralien – ein Bereich, der im Rahmen dieser Initiative explizit gefördert werden soll.
Wells-Fargo-Analyst: "JPMorgan ist die beste Bank ihrer Klasse"
Mike Mayo, Bankenanalyst bei Wells Fargo, bringt es auf den Punkt: JPMorgan sei schlicht die beste globale Bank ihrer Klasse. Wenn sich global oder speziell in Venezuela neue Möglichkeiten ergäben, sollte das führende Institut einen fairen Anteil davon erhalten. Derzeit handelt die Bank bereits venezolanische Staatsanleihen, die nicht unter Sanktionen fallen, mit Offshore-Gegenparteien.
Citigroup als "dunkles Pferd" im Rennen
Doch JPMorgan ist nicht der einzige Kandidat. Die Citigroup, die ihre venezolanischen Geschäfte 2021 an den Banco Nacional de Crédito verkaufte, könnte sich als Überraschungskandidat entpuppen. Ihre jahrzehntelange Erfahrung in Lateinamerika verschafft ihr einen nicht zu unterschätzenden Vorteil. Die Bank selbst hüllt sich allerdings in Schweigen.
Die spanische BBVA ist derzeit die einzige große ausländische Bank mit signifikanter Präsenz in Venezuela. Ein Sprecher erklärte jedoch, es sei angesichts der hohen Unsicherheit noch zu früh für konkrete Aussagen.
Sanktionen und Risiken bleiben erheblich
Venezuela steht seit 2006 unter US-Sanktionen, die 2017 verschärft wurden und US-Finanzinstituten untersagen, der Regierung oder dem staatlichen Ölkonzern PDVSA frisches Kapital zur Verfügung zu stellen. 2019 folgten umfassende Sanktionen gegen den gesamten Ölsektor. Nun plant Washington, diese selektiv zurückzufahren – Erlöse aus Ölverkäufen sollen künftig auf von den USA kontrollierten Konten bei globalen Banken landen.
Dennoch warnen Experten vor überzogenem Optimismus. Christopher Hodge, Chefökonom bei Natixis, mahnt zur Vorsicht: Dies sei keineswegs ein Szenario nach dem Motto "Bau es, und sie werden kommen". Selbst nach der Aufhebung von Sanktionen gegen den Iran 2016 zeigten sich globale Banken äußerst zurückhaltend.
"Venezuela ist ein Land mit enormer geopolitischer und wirtschaftlicher Bedeutung"
So formulieren es Ökonomen der Deutschen Bank in einer aktuellen Analyse. Trotz eines Anteils von nur 0,1 Prozent am globalen BIP verfügt das Land über strategisch bedeutsame Ölreserven.
Fazit: Goldgräberstimmung mit Fragezeichen
Die Entwicklungen in Venezuela verdeutlichen einmal mehr, wie schnell sich geopolitische Verschiebungen in handfeste Geschäftsmöglichkeiten für die Finanzindustrie übersetzen können. Während die Trump-Administration am Freitag Ölmanager ins Weiße Haus lädt – darunter Vertreter von Chevron, ExxonMobil und ConocoPhillips –, bereiten sich die Banken bereits auf ihre Rolle als Finanziers eines möglichen venezolanischen Wirtschaftsaufschwungs vor.
Für konservative Anleger, die angesichts solcher geopolitischen Unwägbarkeiten nach Stabilität suchen, bleiben physische Edelmetalle wie Gold und Silber eine bewährte Option zur Vermögenssicherung. In Zeiten, in denen Sanktionsregime über Nacht kippen können und Banken in politisch instabile Regionen drängen, bietet das "barbarische Relikt" eine zeitlose Absicherung gegen die Launen der Weltpolitik.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger ist selbst für seine Investitionsentscheidungen verantwortlich und sollte vor einer Anlageentscheidung eigene Recherchen durchführen oder einen qualifizierten Finanzberater konsultieren.
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