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Kettner Edelmetalle
05.03.2026
12:02 Uhr

Berliner Autozulieferer IAV vor dem Aus: Wenn die Deindustrialisierung ganze Familien zerreißt

Berliner Autozulieferer IAV vor dem Aus: Wenn die Deindustrialisierung ganze Familien zerreißt

Es ist ein Trauerspiel, das sich in der deutschen Automobilindustrie abspielt – und es nimmt kein Ende. Der Berliner Autozulieferer IAV, einst ein stolzer Entwicklungsdienstleister der deutschen Premiumhersteller, steht vor der Schließung seines Berliner Standorts. Rund 1.200 Beschäftigte in der Hauptstadt bangen um ihre Existenz. Deutschlandweit sollen 1.500 Stellen gestrichen werden. Die IG Metall nennt es einen „Schlag ins Gesicht". Man könnte auch sagen: Es ist ein weiterer Sargnagel für den Industriestandort Deutschland.

Eine Branche im freien Fall

Die Zahlen sprechen eine brutale Sprache. Seit 2018 hat die deutsche Zuliefererindustrie rund 120.000 Arbeitsplätze verloren. Eine Studie des Center of Automotive Management (CAM) prognostizierte 2017, dass bis 2030 etwa 20 bis 25 Prozent der Arbeitsplätze in der Branche wegfallen würden. Das Erschreckende: Diese Schwelle sei bereits jetzt erreicht – vier Jahre vor dem prognostizierten Zeitpunkt. Stefan Bratzel, Leiter des CAM, warnt eindringlich vor weiteren Stellenstreichungen, Produktionsverlagerungen und Insolvenzen in den kommenden Jahren.

Im Vergleich zu 2019 seien die Neuzulassungen in Deutschland um 16 Prozent eingebrochen. Mittlerweile würden rund 2,5 Millionen Autos weniger gebaut. Die Logik dahinter ist so simpel wie gnadenlos: Weniger Produktion bedeutet weniger Zulieferer, weniger Zulieferer bedeuten weniger Arbeitsplätze. Eine Abwärtsspirale, die sich immer schneller dreht.

Bürokratie als Standortkiller

IAV-Geschäftsführer Jörg Astalosch macht keinen Hehl aus den Ursachen der Misere. Deutschland stecke „in ernsten Problemen", so der Manager. Besonders die überbordende Bürokratie sei ein massives Hindernis. Eine Anekdote, die er auf einer Tagung gehört habe, bringt das ganze Ausmaß der deutschen Regulierungswut auf den Punkt: Bei einer noch nicht einmal fertig gebauten Autobahn stünden bereits die Geschwindigkeitsschilder. Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen. Während andere Länder massiv aufholen, erstickt Deutschland an seinem eigenen Regelwerk.

Astalosch räumte ein, dass sich IAV zu lange auf die deutschen Premiumhersteller konzentriert habe. Das habe hervorragend funktioniert – bis es das nicht mehr tat. Die extern vergebenen Entwicklungsaufträge gingen zurück, während Wettbewerber längst internationale Standorte aufgebaut hätten, um ihre Kosten zu senken. Der Stellenabbau sei „sehr schmerzhaft", aber die Alternative – Nichtstun – hätte dem gesamten Unternehmen die Zukunft geraubt.

Die menschliche Dimension der Krise

Hinter den nüchternen Zahlen verbergen sich Schicksale. Bei einer Kundgebung am Dienstag demonstrierten zahlreiche Beschäftigte gegen die Schließungspläne. „Ich kenne leider nichts anderes in der Welt, also muss ich hierbleiben", sagte der Techniker Mario Lange dem RBB. Er sei Berliner, hier verwurzelt. Solche Sätze treffen ins Mark. Denn es geht nicht nur um Arbeitsplätze – es geht um Familien, um Lebensentwürfe, um Existenzen, die über Nacht auf der Kippe stehen.

Die Betriebsratsvorsitzende Tanja Schneider zeigte sich fassungslos. Ursprünglich habe es geheißen, alle Standorte sollten erhalten bleiben. Dann kam die kalte Dusche: Berlin und Stollberg in Sachsen sollen dichtgemacht werden. „Das hat uns kalt überrascht", so Schneider. Auch Berlins Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey erschien bei der Kundgebung und forderte den Erhalt des Standorts. Ob warme Worte aus der Politik allerdings Arbeitsplätze retten, darf bezweifelt werden.

Systemversagen auf ganzer Linie

Die IG Metall Berlin sieht in dem Stellenabbau ein „weiteres Alarmzeichen" für die gesamte Zulieferindustrie. Ines Beeck, Geschäftsführerin der IG Metall Berlin, kritisierte, dass eine Strategie nach vorne fehle. Die Beschäftigten würden kaum über ihre Zukunft informiert, die Stimmung sei entsprechend katastrophal. Bei einigen Mitarbeitern gebe es schlicht keine Möglichkeit mehr, den Lebensmittelpunkt zu verschieben.

Was wir hier beobachten, ist kein Einzelfall, sondern das Ergebnis jahrelanger politischer Fehlsteuerung. Explodierende Energiekosten, eine erdrückende Bürokratie, ideologiegetriebene Regulierung und ein Wettbewerbsdruck aus China, dem deutsche Unternehmen immer weniger entgegenzusetzen haben – all das bildet den toxischen Cocktail, der die deutsche Industrie systematisch aushöhlt. Hinzu kommen die Zölle von US-Präsident Donald Trump, die europäische Exporte massiv verteuern, sowie geopolitische Verwerfungen wie der Iran-Konflikt.

Die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz hat zwar ein 500 Milliarden Euro schweres Sondervermögen für Infrastruktur auf den Weg gebracht. Doch ob dieses schuldenfinanzierte Mammutprojekt tatsächlich die strukturellen Probleme des Standorts Deutschland lösen kann, bleibt mehr als fraglich. Was die Industrie braucht, sind nicht noch mehr Schulden, sondern weniger Bürokratie, niedrigere Energiekosten und eine Politik, die den Mittelstand nicht als Melkkuh betrachtet.

Ein Weckruf, der verhallen wird?

Die Frage, die sich stellt, ist nicht mehr, ob weitere Zulieferer fallen werden – sondern wie viele. Branchenexperten rechnen mit einer regelrechten Insolvenzwelle in den kommenden Jahren. Die deutsche Automobilindustrie, einst das Kronjuwel der Volkswirtschaft, befindet sich in einer existenziellen Krise. Und mit jedem Standort, der schließt, mit jeder Familie, die in die Unsicherheit gestürzt wird, schwindet ein Stück mehr von dem, was dieses Land einmal ausgemacht hat: industrielle Stärke, technologische Exzellenz und der Glaube daran, dass Leistung sich lohnt.

In Zeiten wie diesen, in denen ganze Industriezweige ins Wanken geraten und die Kaufkraft des Einzelnen durch Inflation und steigende Abgaben erodiert, gewinnt die Frage der Vermögenssicherung an Bedeutung. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich über Jahrhunderte als krisenfester Wertspeicher bewährt und können als sinnvolle Ergänzung eines breit gestreuten Anlageportfolios dienen – gerade dann, wenn das Vertrauen in politische Lösungen schwindet.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investitionsentscheidung sollte auf eigener, sorgfältiger Recherche basieren. Konsultieren Sie im Zweifel einen unabhängigen Finanzberater. Für Anlageentscheidungen, die auf Grundlage dieses Artikels getroffen werden, übernehmen wir keinerlei Haftung.

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