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Kettner Edelmetalle
07.03.2026
10:57 Uhr

Berliner Kliniken üben für den Ernstfall – doch das System ist längst am Limit

Berliner Kliniken üben für den Ernstfall – doch das System ist längst am Limit

Während die geopolitische Lage in Europa immer bedrohlicher wird, proben Berliner Krankenhäuser gemeinsam mit der Bundeswehr den NATO-Bündnisfall. Die Übung „Medic Quadriga" – die größte Sanitätsübung der Bundeswehr seit Beginn des Ukraine-Krieges – offenbart dabei schonungslos, was viele Bürger längst ahnen: Deutschlands Gesundheitsinfrastruktur ist selbst in Friedenszeiten kaum noch funktionsfähig. Wie soll ein System, das bereits im Normalbetrieb an allen Ecken und Enden knirscht, einen militärischen Ernstfall bewältigen?

Ein Szenario, das erschreckend realistisch geworden ist

Das Übungsszenario klingt wie aus einem Thriller, ist aber bittere Realität geworden: Verwundete Soldaten aus einem Konflikt an der NATO-Ostflanke werden nach Deutschland geflogen, in einem medizinischen Verteilzentrum nahe dem Flughafen BER aufgenommen und anschließend in umliegende Kliniken verlegt. Angesichts des andauernden Ukraine-Krieges, der jüngsten Eskalation im Nahen Osten und der iranischen Raketentests ist dieses Szenario alles andere als hypothetisch.

Marc Schreiner, Geschäftsführer der Berliner Krankenhausgesellschaft, findet dafür drastische Worte: Man sitze „auf einem Pulverfass". Er verweist dabei auf den iranischen Raketenangriff auf die Türkei – einen NATO-Mitgliedsstaat. Wie schnell ein Bündnisfall eintreten könne, sei vielen Menschen offenbar noch nicht bewusst.

Organisatorisch auf dem Weg – finanziell am Abgrund

Immerhin: Auf dem Papier scheint Berlin nicht völlig unvorbereitet. Ein „Rahmenplan Zivile Verteidigung Krankenhäuser" wurde erarbeitet, der kontinuierlich weiterentwickelt werde. Ärzte entwickelten kriegsmedizinische Curricula, also Ausbildungsprogramme für den Umgang mit Kriegsverletzungen, die in Deutschland bislang weitgehend unbekannt seien. Doch diese Schulungen kosten Geld – viel Geld. Und genau hier beginnt das eigentliche Drama.

Berlins Krankenhäuser stehen schon jetzt unter extremem finanziellem Druck. Häuser mussten schließen, andere stehen kurz davor. Schreiner benennt drei gewaltige Herausforderungen, die gleichzeitig bewältigt werden müssten: den notwendigen Umbau der Kliniklandschaft hin zu mehr Effizienz, die Anpassung an Klimaschutzanforderungen – Krankenhäuser verursachten immerhin rund fünf Prozent des nationalen CO₂-Ausstoßes – und die Vorbereitung auf die zivile Verteidigung.

Der Berliner Senat versagt auf ganzer Linie

Schreiners Urteil über die politisch Verantwortlichen fällt vernichtend aus. Der Berliner Senat nehme keine dieser Kernaufgaben ernst. Um die volle Bundesförderung für den sogenannten Transformationsfonds zu erhalten, müsste das Land Berlin 1,2 Milliarden Euro beisteuern. Tatsächlich bereitgestellt würden lediglich 600 Millionen Euro – „immerhin", wie Schreiner mit kaum verhohlener Ironie anmerkt. Das Klimaschutzprogramm sei gleich wieder eingestellt worden, die allgemeinen Investitionen würden weiter zurückgefahren. Und das sei kein Problem des aktuellen Senats allein: Auch die vorhergehenden Koalitionen hätten diesen Aufgaben keine Priorität eingeräumt.

Man muss sich das einmal auf der Zunge zergehen lassen: Seit Jahren, ja Jahrzehnten, wird die kritische Infrastruktur dieses Landes systematisch kaputtgespart. Während Milliarden in ideologische Prestigeprojekte fließen, fehlt es an den grundlegendsten Dingen – an Krankenhausbetten, an Personal, an Investitionen in die Sicherheit der Bürger. Es ist ein Armutszeugnis für die deutsche Politik, dass ein Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft öffentlich erklären muss, man müsse „mit dem arbeiten, was man hat".

Lehren aus der Ukraine – und deutsche Bürokratie-Mentalität

Besonders aufschlussreich sind Schreiners Beobachtungen aus der Ukraine. Bei einer Reise dorthin habe er gesehen, wie man sich unter dem Eindruck des Krieges auf das Notwendige und Machbare konzentriere. In Dnipro, wo sich das größte erstversorgende Krankenhaus hinter der Front befinde, sei ein Haus von einer Rakete getroffen worden – und dennoch schnell wieder instand gesetzt worden. Der Betrieb gehe weiter.

In Deutschland hingegen meine man noch immer, alles „durchdeklinieren, durchregulieren und durchfinanzieren" zu müssen, bevor man handele. Diese typisch deutsche Bürokratie-Mentalität könnte sich im Ernstfall als tödlich erweisen. Denn eines ist klar: Ein Krieg wartet nicht darauf, dass alle Formulare ausgefüllt sind.

Das eigentliche Problem heißt Prioritätensetzung

Die Frage, die sich jeder Bürger stellen sollte, lautet: Wofür gibt dieser Staat eigentlich sein Geld aus? Während die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz ein 500 Milliarden Euro schweres Sondervermögen für Infrastruktur aufgelegt hat – finanziert auf Pump und zu Lasten kommender Generationen –, reicht es offenbar nicht einmal, die Krankenhäuser der Hauptstadt auf einen Mindeststandard der Verteidigungsfähigkeit zu bringen. Man investiert lieber in abstrakte Klimaziele als in die konkrete Sicherheit der eigenen Bevölkerung.

Dabei zeigt die geopolitische Realität des Jahres 2026 überdeutlich, dass die Friedensdividende längst aufgebraucht ist. Die Eskalation zwischen Iran und Israel, der andauernde Krieg in der Ukraine, Trumps unberechenbare Außenpolitik – all das macht deutlich, dass Europa und insbesondere Deutschland sich nicht länger hinter dem Schutzschild anderer verstecken können. Wer seine Krankenhäuser nicht auf den Ernstfall vorbereitet, spielt mit dem Leben seiner Bürger.

Die Übung „Medic Quadriga" ist ein wichtiger erster Schritt. Doch sie darf nicht zur Beruhigungspille verkommen, die darüber hinwegtäuscht, dass die eigentlichen Probleme – chronische Unterfinanzierung, Personalmangel und politische Ignoranz – weiterhin ungelöst sind. Deutschland muss endlich aufwachen. Das Pulverfass, auf dem wir sitzen, wird nicht kleiner, nur weil wir die Augen davor verschließen.

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