
Bessent lässt China zappeln: Washington spielt auf Zeit im Handelspoker

Es ist ein bemerkenswerter Tonwechsel aus Washington, der in Paris zu hören war. US-Finanzminister Scott Bessent gab am Rande des G7-Finanzministertreffens zu Protokoll, dass die Trump-Administration keinerlei Eile habe, den im November auslaufenden Zoll- und Rohstoff-Waffenstillstand mit der Volksrepublik China zu verlängern. Während Berlin und Brüssel sich noch immer in selbstverschuldeten energie- und industriepolitischen Sackgassen verheddern, demonstriert Washington wieder einmal, wie man eine Verhandlungsposition aus einer Position der Stärke heraus aufbaut.
"Wir haben keine Eile" – Washington gibt den Takt vor
Bessent erklärte gegenüber Reuters, die Lage sei stabil, man könne die Vereinbarung in späteren Treffen dieses Jahres erneuern. Zwischen den Zeilen schwingt jedoch eine deutliche Drohgebärde mit: Sollte Peking nicht spuren, könnten die alten US-Zollsätze durch neue Section-301-Abgaben schlicht wiederhergestellt werden. Bessent zeigte sich überzeugt, dass China dies akzeptieren werde – solange die Sätze nicht weiter angehoben würden.
Interessant ist der Hinweis des Finanzministers, dass China zuletzt sogar von einem niedrigeren Zollniveau profitiert habe. Hintergrund sei eine Entscheidung des US-Supreme Court, die Trumps globale Notstandszölle gekippt habe. Für Peking sei das ein unverhoffter Glücksfall gewesen – einer, der jedoch nicht von Dauer sein müsse.
Kritische Rohstoffe: Pekings Trumpf wird stumpfer
Besonders aufschlussreich sind Bessents Aussagen zum heiklen Thema der kritischen Mineralien. Chinas Erfüllung der Vereinbarungen sei "zufriedenstellend, aber nicht exzellent" gewesen. Eine diplomatische Umschreibung für: Peking liefert nicht so, wie es zugesagt hat. Genau hier liegt der wunde Punkt der westlichen Industrienationen. Wer Seltene Erden, Lithium oder Gallium für die Produktion von Halbleitern, Elektromotoren und Rüstungsgütern benötigt, hängt am Tropf der chinesischen Förder- und Verarbeitungskapazitäten.
Während Deutschland sich in ideologischen Debatten über Genderfragen und Klimaneutralität im Grundgesetz verliert, hat Washington längst erkannt, dass die wirtschaftliche Souveränität an der Verfügbarkeit dieser Rohstoffe hängt. Die Trump-Regierung nutzt die Zollpolitik als Hebel, um Peking zur vertraglich zugesagten Lieferung zu zwingen.
Xi reist nach Washington – Treffen im September geplant
Der chinesische Staatspräsident Xi Jinping werde im September ins Weiße Haus reisen, um Donald Trump persönlich zu treffen. Im Vorfeld dieses Gipfels werde Bessent seinen Amtskollegen, Chinas Wirtschafts-Strategen He Lifeng, treffen, um die Detailfragen des Handelsverhältnisses auszuarbeiten. Dass Trump den chinesischen Führer im eigenen Haus empfängt, ist ein nicht zu unterschätzendes symbolisches Signal – Washington setzt sich an den Kopf des Verhandlungstisches.
Was bedeutet das für deutsche Anleger?
Während die Großmächte ihre Handelsbeziehungen neu ordnen, gerät der deutsche Mittelstand zwischen die Mahlsteine. Höhere US-Zölle auf europäische Produkte – Trump hatte bekanntlich 20 Prozent auf EU-Importe verhängt – belasten die ohnehin angeschlagene deutsche Exportwirtschaft. Gleichzeitig droht ein neuer Zollkonflikt zwischen Washington und Peking, der globale Lieferketten erneut zerreißen könnte. Hinzu kommen die schwelenden Konflikte im Nahen Osten und der anhaltende Ukraine-Krieg.
In Zeiten, in denen Währungen unter politischem Druck stehen, Staatsschulden explodieren und das von der Großen Koalition unter Merz und Klingbeil beschlossene 500-Milliarden-Sondervermögen die Inflation weiter anheizen dürfte, gewinnt physisches Edelmetall als krisenfester Vermögensanker wieder an Bedeutung. Gold und Silber kennen weder Zollschranken noch Sanktionen – sie behalten ihren intrinsischen Wert, gleich wie die geopolitischen Karten neu gemischt werden.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Die hier geäußerten Einschätzungen geben ausschließlich die Meinung unserer Redaktion auf Basis der vorliegenden Informationen wieder. Anlageentscheidungen sollten stets nach eigener gründlicher Recherche oder nach Konsultation eines qualifizierten Beraters getroffen werden. Jeder Anleger ist für seine Entscheidungen selbst verantwortlich.

Die großeUmverteilungDie große UmverteilungVermögensabgabe, Steuer-Hammer & digitaler Euro – wie sich Staat & EU 2026 bedienen
Erbschaftsteuer-Reform, Wegzugsteuer, MwSt-Erhöhung, digitaler Euro: Dominik Kettner zeigt mit 7 Top-Experten LIVE, wie sich Staat & EU 2026 an Ihrem Vermögen bedienen – und wie Sie es jetzt schützen.
Das Star-Aufgebot 2026

DominikKettner

DieterBohlen

ErnstWolff

RolandTichy

Prof.Otte

PhilipHopf

T.-O.Regenauer

JochenStaiger
- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik



















