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Kettner Edelmetalle
06.03.2026
07:36 Uhr

BlackRock schreibt Privatkredit auf null – das Schattenbankensystem zeigt Risse

Was passiert, wenn ein Kredit an einem Tag noch als vollkommen werthaltig gilt – und nur drei Monate später keinen einzigen Cent mehr wert ist? Genau das geschieht gerade beim weltgrößten Vermögensverwalter BlackRock, und zwar nicht zum ersten Mal. Der Fall wirft ein grelles Schlaglicht auf die tickende Zeitbombe im Schattenbankensystem, die sich seit Jahren unter der Oberfläche der Finanzmärkte aufbaut.

Von 100 auf null – in nur einem Quartal

BlackRock TCP Capital Corp hat den Wert eines Privatkredits in Höhe von rund 25 Millionen US-Dollar an das Unternehmen Infinite Commerce Holdings vollständig auf null abgeschrieben. Das Pikante daran: Noch im dritten Quartal wurde exakt derselbe Kredit mit 100 Cent pro Dollar bewertet – also als vollständig werthaltig eingestuft. Drei Monate später: wertlos. Einfach so. Ein Vertreter von BlackRock habe eine Stellungnahme abgelehnt.

Infinite Commerce ist ein sogenannter Amazon-Aggregator, also ein Unternehmen, das Online-Händler aufkauft, die über die Plattform des Versandriesen Produkte vertreiben – von Spa-Behandlungen bis hin zu Glühbirnen. Was während der Corona-Pandemie wie ein goldenes Geschäftsmodell erschien, entpuppt sich nun als Fass ohne Boden. Die gesamte Branche der Amazon-Aggregatoren steckt in einer dramatischen Krise, geprägt von Umschuldungen, rückläufiger Nachfrage und steigenden Lagerkosten – letztere verschärft durch die von der Trump-Administration eingeführten Zölle.

Kein Einzelfall, sondern ein Muster

Besonders beunruhigend ist, dass es sich keineswegs um einen isolierten Vorfall handelt. Bereits im November hatte BlackRock TCP den Wert von Krediten an Renovo Home Partners, ein angeschlagenes Unternehmen für Heimwerkerbedarf, drastisch gekürzt. Auch die Autowaschkette Zips Car Wash wurde von ihren privaten Kreditgebern noch kurz vor der Insolvenzanmeldung nahezu zum Nennwert bewertet. Man fragt sich unwillkürlich: Wie viele solcher Zeitbomben schlummern noch in den Portfolios der großen Fondsgesellschaften?

Die Abschreibung bei Infinite Commerce erfolgte nur wenige Monate nach einer Fusion des Unternehmens mit der Razor Group – einem weiteren Amazon-Aggregator und ebenfalls BlackRock-Schuldner. Durch die Fusion entstand eine neue Schuldenstruktur, die zunächst zum Nennwert bewertet wurde. Zuvor hatte BlackRock die Kredite an Razor bereits mit hohem Verlust bewertet. Man könnte fast meinen, hier werde durch kreative Umstrukturierungen der unvermeidliche Zusammenbruch lediglich hinausgezögert.

Auch andere Kreditgeber betroffen

BlackRock steht mit seinen Problemen nicht allein. Der Kreditgeber Victory Park hat seine Position bei Infinite Commerce ebenfalls vollständig abgeschrieben und macht dafür die schlechte Performance aufgrund rückläufiger Nachfrage sowie höhere Lagerkosten durch Zölle verantwortlich. BlackRock TCP hat darüber hinaus seine Position bei SellerX – einem weiteren Amazon-Aggregator – teilweise abgeschrieben. Die Konsequenz: Der Fonds senkte seine Dividende von 25 auf 17 Cent pro Aktie, was einen Kurssturz der Aktien auslöste.

Ein 1,8-Billionen-Dollar-Problem

Was hier im Kleinen sichtbar wird, könnte sich zum systemischen Risiko auswachsen. Der Markt für private Kredite umfasst mittlerweile ein Volumen von 1,8 Billionen US-Dollar – das Dreifache des Volumens vor der Finanzkrise 2008. Die Parallelen sind frappierend und sollten jeden aufmerksamen Beobachter alarmieren. Kritiker weisen seit langem auf eine fundamentale Schwachstelle hin: die erhebliche Zeitverzögerung zwischen der Bewertung illiquider Kredite und der tatsächlichen wirtschaftlichen Entwicklung der dahinterstehenden Unternehmen. Wenn ein Kredit noch als vollwertig gilt, während das Unternehmen dahinter längst in Schieflage geraten ist, dann handelt es sich im Grunde um nichts anderes als eine geduldete Bilanzillusion.

BlackRock TCP selbst räumte in seinen Quartalsunterlagen ein, dass 91 Prozent der Bewertungskürzungen im gesamten Portfolio auf Geschäfte zurückzuführen seien, die 2021 oder früher gezeichnet wurden und nun durch „anhaltend höhere Zinssätze" in Frage gestellt würden. Mit anderen Worten: Die Sünden der Niedrigzinsära holen die Branche ein. Jahre des billigen Geldes, befeuert durch die ultralockere Geldpolitik der Zentralbanken, haben ein Monster geschaffen, das sich nun nicht mehr bändigen lässt.

Nervöse Anleger fordern ihr Geld zurück

Die Nervosität unter den Investoren wächst spürbar. Blackstone, ein weiterer Gigant der Branche, gab kürzlich bekannt, Anlegern die Rückgabe von rekordverdächtigen 7,9 Prozent der Anteile aus seinem Flaggschiff-Fonds für private Kredite zu ermöglichen. Wenn Anleger in dieser Größenordnung aus einem Fonds fliehen wollen, spricht das Bände über das Vertrauen in die Anlageklasse. Hinzu kommt, dass die enormen Investitionen der Branche in Softwareunternehmen, die zunehmend durch künstliche Intelligenz bedroht sind, zu beispiellosen Rücknahmeforderungen geführt haben.

Die Branchenführer selbst sind sich uneins über die Zukunft. Marc Rowan, Chef von Apollo Global Management, warnte offen vor einer bevorstehenden Marktbereinigung für private Kreditunternehmen. Mike Arougheti von Ares Management hingegen bezeichnete eine UBS-Prognose, wonach die Ausfallraten bei privaten Krediten 15 Prozent erreichen könnten, als „absolut falsch". Wer recht behält, wird die Zeit zeigen – doch die Zeichen stehen nicht gut.

Die Lehren aus der Geschichte – und warum physische Werte zählen

Was wir hier beobachten, ist im Kern die Wiederholung eines altbekannten Musters. Die Zentralbanken fluteten die Märkte mit billigem Geld, die Risikobereitschaft stieg ins Unermessliche, und nun, da die Zinsen wieder auf einem normalen Niveau angekommen sind, bricht das Kartenhaus zusammen. Die EZB unter Mario Draghi mit seinem berüchtigten „Whatever it takes" hat mit ihrer Niedrigzinspolitik und den unzähligen Anleihekaufprogrammen den Grundstein für genau diese Verwerfungen gelegt. Anstatt den Euro 2012 in einen Nord- und Südeuro aufzuteilen und damit eine ehrliche Lösung zu finden, wurde das Problem mit immer mehr Geld zugeschüttet. Die Altlasten dieser Politik müssen nun in jahrelanger Kleinarbeit beseitigt werden.

Für den deutschen Sparer und Anleger ist die Botschaft klar: Komplexe Finanzprodukte, undurchsichtige Kreditstrukturen und das Versprechen hoher Renditen bei vermeintlich geringem Risiko – all das kann sich über Nacht in Luft auflösen. In Zeiten, in denen selbst der weltgrößte Vermögensverwalter Kredite von 100 auf null abschreiben muss, gewinnen physische Werte wie Gold und Silber einmal mehr an Bedeutung. Sie kennen keinen Ausfall, keine Insolvenz und keine kreative Umschuldung. Ein Gramm Gold bleibt ein Gramm Gold – unabhängig davon, was in den Bilanzen der Schattenbanken steht. Als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio bieten Edelmetalle genau jene Stabilität und Wertbeständigkeit, die in diesen turbulenten Zeiten wichtiger denn je ist.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Die dargestellten Informationen und Einschätzungen entsprechen der Meinung unserer Redaktion und den uns vorliegenden Quellen. Jede Anlageentscheidung sollte auf eigener, sorgfältiger Recherche basieren. Wir übernehmen keine Haftung für finanzielle Entscheidungen, die auf Grundlage dieses Artikels getroffen werden. Konsultieren Sie im Zweifelsfall einen unabhängigen Finanzberater.

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