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Bohren statt Verbieten: Le Pen will Frankreichs Ölverbot kippen!

Bohren statt Verbieten: Le Pen will Frankreichs Ölverbot kippen!
Symbolbild: KI-generiert

Marine Le Pen geht beim Thema Energie auf Konfrontation zu Macron. Zum Auftakt ihrer Präsidentschaftskampagne am 25. Oktober 2026 in Orléans kündigte die Kandidatin des Rassemblement National an, die „Loi Hulot“ abzuschaffen. Das Gesetz aus dem Jahr 2017 verbietet in Frankreich neue Genehmigungen für die Suche nach Öl und Gas.

Bei der Wortwahl hielt sie sich nicht zurück. Der französische Sender BFMTV gibt sie so wieder:

„Wir werden zum Beispiel das dumme Hulot-Gesetz abschaffen, das die Suche nach Kohlenwasserstoffen auf französischem Boden verbietet.“

Ein Gesetz als grünes Aushängeschild

Benannt ist das Gesetz nach dem früheren Umweltminister Nicolas Hulot. Verabschiedet wurde es am 30. Dezember 2017, also im ersten Amtsjahr von Emmanuel Macron. Seitdem gibt es weder an Land noch auf See neue Explorationslizenzen. Die heimische Förderung soll bis 2040 schrittweise ganz auslaufen.

Ein Ölstaat war Frankreich allerdings nie. Im Jahr 2024 waren nach Angaben französischer Medien noch rund 64 Felder in Betrieb, die meisten im Pariser Becken und in Aquitanien. Zusammen deckten sie etwa ein Prozent des nationalen Verbrauchs. Paris hat sich also eine Quelle verboten, die ohnehin wenig lieferte. Das wirkt eher wie ein Signal an die Klimadiplomatie als wie echte Energiepolitik.

Kampfansage an die Logik der Schrumpfung

Le Pen stellt die Ankündigung in einen größeren Rahmen. Sie wendet sich gegen die „Logik der Degrowth“, also gegen eine Politik, die Energieverbrauch und Industrie bewusst schrumpfen lässt. Aus ihrer Sicht führe dieser Kurs Frankreich in die Unterentwicklung und in den wirtschaftlichen Ruin. Stattdessen wolle sie „alle unsere natürlichen und industriellen Ressourcen“ nutzen.

Der Vergleich mit Donald Trumps Parole „Drill, baby, drill“ liegt nahe, und auch internationale Beobachter ziehen ihn. Die Botschaft an die Wähler ist einfach: Erst die eigenen Bodenschätze, dann die Moral.

Diesel für 2,33 Euro

Der Zeitpunkt ist mit Bedacht gewählt. Die Spritpreise in der EU bleiben hoch. Mitte Oktober kostete ein Liter Diesel in Frankreich 2,33 Euro, das sind rund neun Prozent mehr als im EU-Durchschnitt. Die Regierung gab daraufhin strategische Reserven frei. Bezahlen müssen die Rechnung der Pendler, der Handwerker und die Familie auf dem Land, die ohne Auto nicht auskommt.

Kritiker: Viel Lärm um wenig Öl

Gegner des Vorhabens verweisen auf frühere Erfahrungen. Bohrungen von TotalEnergies vor der südamerikanischen Küste hätten nur geringe Mengen ergeben und sich wirtschaftlich nicht gelohnt. Große Funde seien deshalb kaum zu erwarten.

Der Einwand hat etwas für sich, greift aber zu kurz. Wer nicht sucht, kann auch nichts finden. Ein Land, das sich die Erkundung eigener Rohstoffe per Gesetz verbietet, bleibt dauerhaft auf Importe angewiesen, mit allen geopolitischen Risiken, die das mit sich bringt. Und am Ende zahlen die Bürger dafür mit ihrer Kaufkraft.

Auch eine Lektion für Berlin

Ob unter einer Präsidentin Le Pen nennenswerte Mengen Öl gefördert würden, ist offen. Wichtiger ist die politische Aussage: Frankreich soll wieder selbst über seine Energiequellen entscheiden, statt sich nach Brüssel und nach Klimasymbolik zu richten.

Die Hürden für Le Pen sind allerdings hoch. Ein Berufungsgericht bestätigte im Juli 2026 ihren Schuldspruch wegen Veruntreuung von EU-Geldern. Le Pen hat den Kassationshof angerufen, das Urteil ist also noch nicht rechtskräftig. Kandidieren darf sie trotzdem.

Für deutsche Leser lohnt der Blick nach Westen. Deutschland hat die Kernkraft abgeschaltet, Fracking praktisch verboten und das Ziel der Klimaneutralität bis 2045 ins Grundgesetz geschrieben. Gleichzeitig ächzen Industrie und Verbraucher unter hohen Energiepreisen. In Frankreich wird nun offen gefragt, ob Verzicht wirklich die einzige Antwort ist. In Berlin traut sich das bisher kaum jemand.

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10.07.2026
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