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Börsenbeben in Peking: Chinas Leitindex rutscht in den Bärenmarkt!

Börsenbeben in Peking: Chinas Leitindex rutscht in den Bärenmarkt!
Symbolbild: KI-generiert

Zehn Wochen in Folge nur abwärts, jetzt ist die rote Linie überschritten: Chinas wichtigster Aktienindex CSI 300 ist am Donnerstag in einen Bärenmarkt gerutscht. Seit dem Hoch im Juni hat das Börsenbarometer 20 Prozent verloren. Für Anleger, die auf das Comeback des Reichs der Mitte gesetzt hatten, ist das ein bitteres Erwachen.

Eine Serie, die Geschichte schreibt

Der CSI 300 bündelt die 300 größten Werte der Börsen in Shanghai und Shenzhen. Er gilt damit als Fieberthermometer der chinesischen Wirtschaft. Und das zeigt derzeit tiefrot: Daten des Finanzdienstleisters LSEG zufolge ging es allein in dieser Woche um 2,6 Prozent nach unten, am Donnerstag nochmals um mehr als ein Prozent.

Zehn Verlustwochen am Stück, das ist Berichten zufolge die längste Durststrecke in der Geschichte des Index. Von einem Kursrutsch zu sprechen, wäre fast schon untertrieben. Das ist eine Zermürbung in Zeitlupe.

Der Fluch der Überkapazitäten

Woran krankt der Markt? Jordan Cvetanovski, Chairman und Investmentchef bei Pella Funds, verweist im Gespräch mit dem US-Sender CNBC auf strukturelle Probleme. China kämpfe noch immer mit den Folgen jahrelanger Überinvestitionen und aufgeblähter Produktionskapazitäten, sagte er.

„I think China is really struggling with reining in the problems that they've had in the past from the overbuild of capacity and other things."

Selbst in weltweit konkurrenzfähigen Branchen wie der Batterieproduktion gebe es Schwierigkeiten, so Cvetanovski. Einzelne Chancen sehe er dort allerdings weiterhin. Das Grundproblem bleibt: Der gnadenlose Preiskampf frisst die Margen auf. Er ist so heftig geworden, dass sich inzwischen sogar die Regierung eingeschaltet hat. Im September meldete China das schwächste Wachstum der Industriegewinne in diesem Jahr.

Immobilienkrise und lahmer Konsum

Dazu kommt der Blick auf die Gesamtwirtschaft. Im zweiten Quartal wuchs die Volkswirtschaft so langsam wie seit mehr als drei Jahren nicht mehr. Die seit Jahren schwelende Immobilienkrise und eine hartnäckig schwache Verbrauchernachfrage lasten schwer. Wer sein Erspartes im Betongold versenkt hat, gibt eben ungern Geld aus.

Kleinanleger als Brandbeschleuniger

Shaun Rein, Geschäftsführer der China Market Research Group, rechnet mit weiterem Verkaufsdruck. Geopolitische Unsicherheit, die Angst vor einer Blase bei Künstlicher Intelligenz und das schwindende Vertrauen der Verbraucher drückten auf die Stimmung, erklärte er.

Besonders brisant ist eine Zahl der Großbank HSBC. Demnach entfallen an Chinas Börsen rund 90 Prozent des täglichen Handels auf Privatanleger. An der New Yorker Börse sind es gerade einmal 20 bis 25 Prozent. Laut Rein flüchten Kleinanleger in unsicheren Phasen schneller aus dem Markt, was die Ausschläge verstärke.

Wohin das Geld fließt, ist bezeichnend. Den Chinesen gehe es um Vermögenserhalt, sagt Rein. Angesichts des schwachen Immobilienmarkts und eines lahmenden Arbeitsmarkts setzten viele zunehmend auf sichere Häfen wie Festgeld.

Vertrauenskrise oder Wirtschaftskrise?

Ganz schwarz malt Rein trotzdem nicht. Der Ausverkauf sei übertrieben, meint er, und verweist auf robuste Exporte sowie erste Erholungssignale bei den Immobilienpreisen in den größten Städten.

„It's a crisis of confidence right now not a crisis in the economy."

Für 2027 erwartet er eine kräftige Erholung chinesischer Aktien. Auch Daniel Gerard, Multi-Asset-Stratege bei State Street Markets, gibt sich zuversichtlich. Chinas wachsende Fähigkeiten bei Künstlicher Intelligenz könnten internationale Investoren zurücklocken, und zwar womöglich noch bevor sich die Unternehmensgewinne erholen.

Ob das reicht? Prognosen für 2027 sind ein schwacher Trost für alle, die jetzt Verluste in den Büchern haben. Die Lehre aus Peking gilt auch für deutsche Sparer: Wer sein Vermögen auf eine einzige Anlageklasse oder einen einzigen Markt setzt, spielt mit dem Feuer. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber hängen weder an Gewinnmargen noch an der Stimmung von Kleinanlegern. Als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio können sie deshalb ein sinnvoller Anker sein.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder anderen Anlageprodukten dar. Jeder Anleger muss sich selbst informieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen allein.

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