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Kettner Edelmetalle
17.06.2026
08:29 Uhr

Brandbrief der Gründer-Elite: Wie Merz das Vertrauen der Wirtschaft verspielt

Es ist ein selten deutliches Signal, das da aus dem Maschinenraum der deutschen Innovationswirtschaft kommt. Über einhundert Gründerinnen und Gründer – darunter klingende Namen wie Ecosia-Macher Christian Kroll oder Flix-Mitgründer Daniel Krauss – haben einen Brandbrief an Bundeskanzler Friedrich Merz adressiert. Der Tenor: „Deutschland muss umsteuern.“ Und das, bitteschön, sofort. Initiiert vom Startup-Verband, liest sich das Schreiben wie ein verzweifelter Hilferuf an eine Regierung, die offenbar das Vertrauen ihrer eigenen Wirtschaft längst verspielt hat.

Ein Geschäftsmodell unter Druck – und eine Regierung im Tiefschlaf

„Deutschlands Geschäftsmodell steht unter Druck“ – so beginnt der Appell, der unter dem pathetischen Motto „Für eine neue Gründerzeit, jetzt!“ firmiert. Man muss kein Wirtschaftsweiser sein, um die Lage zu erkennen: Die Bundesrepublik ächzt unter den Nachwehen der Corona-Politik, dem Ukraine-Krieg, explodierenden Energiekosten infolge des Nahost-Konflikts und einem gnadenlosen Technologie-Rennen mit China. Hinzu kommen die saftigen Zölle, die Donald Trump aus Washington verhängt – zwanzig Prozent auf europäische Importe. Das einst stolze deutsche Exportmodell, so warnen die Gründer, stoße „an seine Grenzen“.

Die Diagnose der Unternehmer ist erstaunlich nüchtern und ehrlich – ehrlicher jedenfalls, als man es aus dem Berliner Regierungsviertel gewohnt ist. Noch immer, so heißt es, gebe es in Deutschland eine solide industrielle Basis, Weltklasse-Forschung und „Top-Talente“. Doch was nützt das beste Fundament, wenn die Politik darauf nichts mehr baut?

Zehn Punkte, die das Ruder herumreißen sollen

Die Wunschliste der Gründer ist umfangreich. Sie reicht von der Flexibilisierung des Kündigungsschutzes für Gutverdiener über einen konsequenten Bürokratieabbau bis hin zur sogenannten 24-Stunden-Gründung. Auch die steuerliche Erleichterung von Mitarbeiterbeteiligungen, der massive Ausbau von Rechenzentren und KI-Infrastruktur sowie ein „Moratorium für neue bürokratische Belastungen“ stehen auf der Agenda. Besonders pikant: Die Unternehmer fordern, dass Sozialabgaben auf Mitarbeiterbeteiligungen erst dann fällig werden, wenn tatsächlich Geld fließt – nicht schon bei der bloßen Vergabe von Anteilen.

„Es geht nicht um Signale oder Absichtserklärungen, sondern um eine wirtschaftspolitische Wende.“

Konkret pochen die Gründer darauf, dass beim Koalitionsausschuss am 1. Juli endlich Nägel mit Köpfen gemacht werden. Ein frommer Wunsch. Denn wer die schwarz-rote Koalition in den vergangenen Monaten beobachtet hat, der weiß: Zwischen Ankündigung und Umsetzung klafft in Berlin ein Graben von beachtlicher Tiefe.

Das vernichtende Urteil der Unternehmer

Und genau hier liegt der eigentliche Skandal. Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey – durchgeführt ausgerechnet im Auftrag des SPD-eigenen Wirtschaftsforums – fördert ein verheerendes Ergebnis zutage: 78,4 Prozent der befragten Unternehmen trauen der Merz-Regierung schlichtweg nicht zu, spürbare Veränderungen umzusetzen. Mehr als drei Viertel! Man stelle sich das einmal vor: Eine Regierung, die mit dem Versprechen wirtschaftlicher Erneuerung angetreten ist, hat bei der eigenen Wirtschaft bereits abgewirtschaftet, ehe sie überhaupt richtig liefern konnte.

Selbst aus den Reihen der Sozialdemokratie hagelt es Kritik. Ines Zenke, Präsidentin des SPD-Wirtschaftsforums, spricht von einem „Warnsignal“ und mahnt: Der Streit müsse aufhören. „Ein Reförmchen hier, das ‚Klein-Klein‘ da“ werde der Wirtschaft den dringend erhofften Aufschwung nicht bringen. Wenn schon die eigenen Leute derart deutlich werden, wie schlimm muss es dann erst um die Substanz dieser Koalition bestellt sein?

Versprechen über Versprechen – und kaum Taten

Das eigentlich Tragische: Viele der Forderungen finden sich längst im Koalitionsvertrag „Verantwortung für Deutschland“ wieder. Der Bürokratieabbau, die KI-Industrie, die 24-Stunden-Gründung, die Mitarbeiterbeteiligung – alles bereits vereinbart, alles bereits versprochen. Doch zwischen Papier und Praxis liegen offenbar Welten. Während Friedrich Merz im Wahlkampf noch vollmundig erklärte, keine neuen Schulden machen zu wollen, segnete er klammheimlich ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen ab und verankerte die Klimaneutralität bis 2045 im Grundgesetz. Die Zeche dafür zahlen die kommenden Generationen – über Steuern, Abgaben und eine Inflation, die das Ersparte der Bürger schleichend auffrisst.

Es ist dieses Muster aus großen Worten und kleinen Taten, das die deutsche Wirtschaft zermürbt. Die Gründer haben recht, wenn sie eine echte Wende fordern. Die Frage ist nur, ob diese Regierung überhaupt willens oder fähig ist, sie zu liefern.

Was bleibt dem Bürger? Sachwerte statt Versprechen

Wer dieser Tage beobachtet, wie eine Regierung Milliarden auf Pump verteilt und gleichzeitig die produktive Substanz des Landes verkümmern lässt, der sollte sich Gedanken über den realen Wert seines Vermögens machen. Während Aktien volatil bleiben und politische Versprechen sich in Luft auflösen, haben physische Edelmetalle wie Gold und Silber über Jahrhunderte hinweg bewiesen, dass sie auch in Krisenzeiten ihren Wert bewahren. Als Beimischung zu einem gesunden und breit gestreuten Vermögen können sie ein solider Anker sein – gerade dann, wenn das Vertrauen in die Politik schwindet.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar und gibt ausschließlich die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder. Genannte Einschätzungen zu Anlageklassen ersetzen keine individuelle Beratung. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigenständig zu recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst. Wir betreiben weder Steuer- noch Rechtsberatung.

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