
Chinas Autokonzern BYD deklassiert Ford – und Europa schaut tatenlos zu
Was sich seit Jahren abzeichnete, ist nun amtlich: Der chinesische Elektroautobauer BYD hat den amerikanischen Traditionskonzern Ford beim weltweiten Absatz überholt und gehört damit zu den sechs größten Automobilherstellern der Welt. Eine tektonische Verschiebung in der globalen Automobilindustrie – und ein Weckruf, der in den Chefetagen von Wolfsburg bis Stuttgart wie ein Donnerschlag nachhallen sollte.
Während Ford Milliarden abschreibt, baut BYD seine Dominanz aus
Die Zahlen sprechen eine unmissverständliche Sprache. Während Ford derzeit fast 20 Milliarden Dollar abschreiben muss, um sich in die vermeintliche Sicherheit der Verbrennerwelt zurückzuziehen, demonstriert BYD die brutale Effizienz technologischer Konsequenz. Das chinesische Unternehmen, das bereits im Vorjahr Tesla als weltweit größten Hersteller rein batteriegetriebener Fahrzeuge ablöste, profitiert massiv von seiner vertikalen Integration – also der Kontrolle über nahezu die gesamte Wertschöpfungskette, von der Batterie bis zum fertigen Fahrzeug.
Man muss sich das einmal auf der Zunge zergehen lassen: Ein Unternehmen, das vor wenigen Jahren im Westen kaum jemand kannte, verdrängt eine über hundert Jahre alte amerikanische Ikone. Das ist nicht einfach nur ein Wechsel an der Spitze einer Rangliste. Es ist das Ende einer Ära, in der westliche Giganten die Richtung der globalen Mobilität bestimmten.
Europas Autoindustrie auf dem Beifahrersitz
Für die europäische und insbesondere die deutsche Automobilindustrie ist diese Entwicklung ein unüberhörbarer Warnschuss. Wer in diesem historischen Moment den Anschluss verliert, wird künftig nur noch auf den Beifahrersitzen chinesischer Technologie Platz nehmen dürfen. Und was tut die deutsche Politik? Statt die heimische Industrie mit klaren Rahmenbedingungen und einer pragmatischen Energiepolitik zu stärken, hat man sich jahrelang in ideologischen Debatten über Verbrennerverbote und utopische Klimaziele verloren.
Die Zulassungszahlen von BYD in Deutschland stiegen zuletzt um atemberaubende 1.018 Prozent innerhalb von nur zwölf Monaten. Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis einer strategischen Offensive, der Europa wenig entgegenzusetzen hat. Während hierzulande über Gendersternchen und Lastenfahrräder debattiert wird, baut China die Mobilität der Zukunft.
Private Konzerne verdrängen Staatsunternehmen
Bemerkenswert ist auch die Dynamik innerhalb des chinesischen Marktes selbst. Private Konzerne wie Geely und Chery rücken immer stärker in den Vordergrund, während staatliche Giganten wie SAIC-Motor, FAW Group und BAIC Group zunehmend unter Druck geraten. Die Marktanteile wandern zu Unternehmen mit höherer Reaktionsgeschwindigkeit und besserer Softwareintegration – ein Muster, das man auch als Triumph des unternehmerischen Geistes über bürokratische Schwerfälligkeit lesen kann.
Selbst branchenfremde Akteure mischen mittlerweile kräftig mit. Xiaomi hat sich mit seinen Fahrzeugmodellen als ernstzunehmender Spieler etabliert, und der von Huawei unterstützte Verbund rund um Aito baut seinen Marktanteil ebenfalls deutlich aus. Zusammen erreichen diese neuen Kräfte bereits mehr als 30 Prozent des Marktes für Fahrzeuge mit alternativen Antrieben.
Schwacher Jahresauftakt trübt das Bild nur oberflächlich
Trotz dieser beeindruckenden Machtverschiebung startete der chinesische Automarkt mit spürbarer Schwäche ins neue Jahr. Im Januar wurden laut der China Passenger Car Association (CPCA) rund 1,54 Millionen Pkw an Endkunden verkauft – ein Rückgang von fast 14 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Die reinen Inlandsverkäufe brachen sogar um etwa 19,5 Prozent auf rund 1,4 Millionen Fahrzeuge ein. Es handelte sich um den stärksten Rückgang seit Anfang 2024.
Auch das lange dominante Segment der Elektro- und Plug-in-Hybridfahrzeuge verlor vorübergehend an Schwung. Die Verkäufe sanken um rund 23 Prozent auf etwa 600.000 Einheiten. Ein zentraler Grund: Seit Januar gilt eine halbierte Kaufsteuer, nachdem die vollständige Steuerbefreiung ausgelaufen ist. Viele Käufer hatten ihre Anschaffung bereits auf Ende des Vorjahres vorgezogen – ein klassischer Vorzieheffekt, der die Januarzahlen verzerrt.
Kalendereffekte und gedämpfte Konsumstimmung
Der schwache Jahresauftakt erklärt sich teilweise durch die Terminierung des chinesischen Neujahrsfests. Doch dieser Kalendereffekt wird von einer grundlegend schwachen Konsumstimmung überlagert. Die Korrektur am chinesischen Immobilienmarkt belastet Vermögen und Vertrauen der Verbraucher, unsichere Beschäftigungsverhältnisse im Dienstleistungssektor erhöhen den Sparzwang vieler Haushalte. Autos gelten zunehmend als verzichtbare Anschaffung – insbesondere in den Metropolen mit hohen Lebenshaltungskosten und gut ausgebauten öffentlichen Verkehrsnetzen.
Wer allerdings glaubt, diese temporäre Schwäche werde den Aufstieg chinesischer Autobauer nachhaltig bremsen, der irrt gewaltig. Denn während der Binnenmarkt schwächelte, erreichten die Exporte mit rund 576.000 Einheiten ein historisches Allzeithoch – ein Zuwachs von über 50 Prozent. Fast die Hälfte der Ausfuhren entfiel auf elektrifizierte Fahrzeuge.
Export als strategische Waffe
Die chinesischen Hersteller verlagern zunehmend Teile der Endmontage direkt in die Zielmärkte und nutzen CKD-Bausätze sowie lokale Lieferketten, um ihre Position nachhaltig abzusichern. Das ist keine kurzfristige Exportoffensive, sondern eine langfristig angelegte Strategie zur globalen Marktdurchdringung. Europa, das sich hinter Zollmauern verschanzen möchte, wird diese Entwicklung nicht aufhalten können – bestenfalls verzögern.
Interessant ist auch die Disziplinierung des Preiskampfes: Statt ungeordneter Rabattschlachten stabilisierte sich die Nachlass-Quote bei Fahrzeugen mit alternativen Antrieben über fünf Monate bei etwa 10 Prozent. Die Hersteller korrigierten eher ihre Listenpreise als kurzfristige Nachlässe zu gewähren – ein Zeichen zunehmender Marktreife.
Was bedeutet das für den deutschen Anleger?
Die Umwälzungen in der globalen Automobilindustrie sollten jeden Anleger nachdenklich stimmen. Traditionsmarken, die jahrzehntelang als sichere Investments galten, stehen vor existenziellen Herausforderungen. Die Aktienkurse westlicher Autobauer spiegeln diese Unsicherheit bereits wider. In Zeiten solch fundamentaler Umbrüche erweisen sich physische Edelmetalle wie Gold und Silber einmal mehr als verlässlicher Anker im Portfolio. Während Aktienkurse von technologischen Disruptionen und geopolitischen Verwerfungen erschüttert werden können, bieten Edelmetalle jene zeitlose Wertbeständigkeit, die in einer Welt des permanenten Wandels unbezahlbar ist.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investitionsentscheidung sollte auf eigener, gründlicher Recherche basieren. Wir übernehmen keine Haftung für finanzielle Entscheidungen, die auf Grundlage dieses Artikels getroffen werden. Konsultieren Sie im Zweifelsfall einen qualifizierten Finanzberater.
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