
Chinas Investitionskollaps erschüttert Finanzsystem: Kreditrisiken explodieren
Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt taumelt. Was sich in den vergangenen Monaten in China abspielt, gleicht einem wirtschaftlichen Erdbeben, dessen Nachbeben nun auch Banken, Immobilienentwickler und selbst die Staatsfinanzen erfassen. Die Ratingagentur Fitch schlägt Alarm und zeichnet ein düsteres Bild der chinesischen Wirtschaftslage.
Historischer Einbruch der Investitionen
Die Zahlen sprechen eine unmissverständliche Sprache: Die Anlageinvestitionen in China sanken 2025 um 3,8 Prozent auf 48,52 Billionen Yuan – umgerechnet etwa 6,8 Billionen Dollar. Es handelt sich dabei um den ersten jährlichen Rückgang seit Jahrzehnten. Ein Alarmsignal, das selbst hartgesottene Analysten aufhorchen lässt.
Der dramatische Investitionseinbruch in der zweiten Jahreshälfte 2025 hat laut Fitch erhebliche sektorübergreifende Kreditrisiken für bewertete Emittenten in China geschaffen. Die Ratingagentur stufte bereits im April Chinas Staatsrating von "A+" auf "A" herab – ein Schritt, der die wachsenden Sorgen über schwächelnde Staatsfinanzen und steigende öffentliche Verschuldung widerspiegelt.
Der Immobiliensektor im freien Fall
Besonders dramatisch gestaltet sich die Lage im Immobiliensektor, der traditionell als Rückgrat der chinesischen Wirtschaft galt. Die Immobilieninvestitionen brachen im vierten Jahr in Folge ein – diesmal um erschreckende 17,2 Prozent. Die landesweiten Wohnungsverkäufe stürzten auf 7,3 Billionen Yuan ab, den niedrigsten Stand seit 2015.
Die Folgen dieser Entwicklung sind verheerend. Millionen chinesischer Haushalte haben ihre Ausgaben drastisch gekürzt, Unternehmen unterbieten sich gegenseitig bei den Preisen, und die Gewinnmargen schrumpfen zusehends. Eine Abwärtsspirale, die sich selbst verstärkt.
Der brutale Abschwung am Immobilienmarkt hat mehrere finanziell angeschlagene Entwickler in die Krise getrieben.
Prominente Opfer der Krise
Die Liste der Gefallenen liest sich wie ein Who's Who der chinesischen Immobilienbranche. China Vanke, einst der größte Entwickler des Landes, wurde von Fitch auf "eingeschränkten Zahlungsausfall" herabgestuft, nachdem das Unternehmen eine Fristverlängerung für eine Anleihezahlung beantragte. Auch die Dalian Wanda Commercial Management Group und Wanda Commercial Properties erlitten dasselbe Schicksal. Jingrui Holdings wurde vergangene Woche zur Abwicklung in Hongkong gezwungen.
Lokalregierungen unter Druck
Die sogenannten Local Government Financing Vehicles (LGFVs) – Finanzierungsvehikel der Lokalregierungen – sind weit davon entfernt, ihre Schulden eigenständig bedienen zu können. Samuel Kwok von Fitch Ratings warnt eindringlich: Ein stärker als erwartetes Konjunkturprogramm, das durch lokale öffentliche Schulden finanziert wird, könnte die Aussichten für den Sektor verschlechtern.
Die Lokalregierungen leiden unter dem Verlust von Einnahmen aus Grundstücksverkäufen, während Peking die Zügel bei den Finanzierungsvehikeln straffer anzieht. Eine Zwickmühle, aus der es keinen einfachen Ausweg gibt.
Banken im Krisenmodus
Auch das Bankensystem bleibt von den Turbulenzen nicht verschont. Fitch erwartet zwar nur eine "leichte Verschlechterung" der Vermögensqualität bei den Banken, warnt jedoch vor den Risiken eines tieferen Investitionseinbruchs. Sollte die Arbeitslosigkeit deutlich steigen – sie kletterte bereits auf 5,2 Prozent – könnte dies die Qualität der Bankaktiva erheblich belasten.
Die chinesische Zentralbank dürfte ihren vorsichtigen geldpolitischen Kurs beibehalten. Fitch prognostiziert eine Senkung des 7-Tage-Reverse-Repo-Satzes um 20 Basispunkte auf 1,2 Prozent – mehr Spielraum für aggressive Lockerungen gebe es angesichts der bereits gedrückten Bankprofitabilität nicht.
Ein Warnsignal für die Weltwirtschaft
Die Entwicklungen in China sollten auch hierzulande aufmerksam verfolgt werden. Wenn die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt ins Straucheln gerät, bleiben die Auswirkungen nicht auf Asien beschränkt. Die deutsche Exportwirtschaft, ohnehin durch hausgemachte Probleme geschwächt, könnte weitere Einbußen erleiden.
Fitch erwartet für China ein Wirtschaftswachstum von lediglich 4,1 Prozent – weit entfernt von den glorreichen Zeiten zweistelliger Wachstumsraten. Ein anhaltender zweistelliger Rückgang der Anlageinvestitionen werde ein Wachstum von 4 bis 5 Prozent im Jahr 2026 kaum aufrechterhalten können, so die Ratingagentur.
Goldman Sachs merkt zwar an, dass die Sorgen über den scharfen Investitionsrückgang möglicherweise übertrieben seien – der Rückgang könnte teilweise auf statistische Korrekturen zuvor überhöhter Daten zurückzuführen sein. Doch selbst wenn dies zutrifft, offenbart es ein anderes Problem: Die Verlässlichkeit chinesischer Wirtschaftsdaten steht einmal mehr in Frage.
In Zeiten solcher globaler Unsicherheiten zeigt sich einmal mehr der Wert physischer Edelmetalle als Instrument der Vermögenssicherung. Gold und Silber haben über Jahrhunderte hinweg Krisen überdauert und bieten auch heute einen soliden Anker in stürmischen Zeiten.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger ist selbst für seine Investitionsentscheidungen verantwortlich und sollte vor einer Anlageentscheidung eigene Recherchen durchführen oder einen qualifizierten Finanzberater konsultieren.
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