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Kettner Edelmetalle
20.01.2026
17:15 Uhr

Chinesische Elektroautos vor dem Sprung in die USA: Trumps überraschende Kehrtwende

Chinesische Elektroautos vor dem Sprung in die USA: Trumps überraschende Kehrtwende

Die amerikanische Automobilindustrie steht möglicherweise vor einem tektonischen Wandel. Während die Biden-Administration noch eisern an Strafzöllen von 100 Prozent auf chinesische Elektrofahrzeuge festhielt, sendet Präsident Donald Trump nun völlig andere Signale. Seine jüngsten Äußerungen beim Detroit Economic Club lassen aufhorchen – und dürften bei Tesla-Chef Elon Musk für schlaflose Nächte sorgen.

Trumps überraschende Einladung an Peking

„Wenn sie kommen und eine Fabrik bauen wollen, euch und eure Freunde und Nachbarn einstellen wollen, dann ist das großartig. Ich liebe das. Lasst China kommen, lasst Japan kommen", verkündete Trump vor versammelter Automobilprominenz. Eine bemerkenswerte Aussage von einem Präsidenten, der sich sonst als Hardliner gegenüber dem Reich der Mitte präsentiert. Doch der Pragmatiker Trump scheint erkannt zu haben, dass amerikanische Arbeitsplätze wichtiger sind als ideologische Grabenkämpfe.

Der chinesische Automobilgigant Geely hat die Botschaft offenbar verstanden. Auf der Technologiemesse CES in Las Vegas kündigte Ash Sutcliffe, der globale Kommunikationschef des Unternehmens, eine mögliche große Ankündigung zur US-Expansion innerhalb der nächsten 24 bis 36 Monate an. Die Frage sei nicht mehr ob, sondern wann und wo man in die Vereinigten Staaten expandieren werde.

Die regulatorischen Hürden bleiben beträchtlich

UBS-Analyst Joseph Spak dämpft allerdings überschwängliche Erwartungen. Zwar würden in den USA produzierte Fahrzeuge die drakonischen Importzölle umgehen, doch ab 2027 verbieten amerikanische Vorschriften chinesische Software in Fahrzeugen, ab 2029 folgt ein Verbot chinesischer Hardware. Ein erhebliches Problem für Hersteller wie BYD oder Geely, deren Wettbewerbsvorteil gerade in ihrer integrierten Software- und Hardwareentwicklung liegt.

Der Aufbau von Fabriken, Zulieferparks, Händlernetzwerken und Servicestationen würde Jahre in Anspruch nehmen. Dennoch signalisierten viele amerikanische Autohändler bereits ihre Bereitschaft, chinesische Fahrzeuge zu verkaufen. Der Einstieg über Mietwagen- und Flottengeschäfte könnte den chinesischen Herstellern einen ersten Brückenkopf im US-Markt verschaffen.

Europa als warnendes Beispiel für Detroit

Ein Blick nach Europa verdeutlicht die Dynamik, die chinesische Hersteller entfalten können. Im Dezember erreichten chinesische Fahrzeuge einen Marktanteil von 18 Prozent in Großbritannien und 12 Prozent in Spanien. Der Jahresanteil in Großbritannien stieg von 4,8 Prozent im Jahr 2024 auf beachtliche 9,7 Prozent – maßgeblich getrieben durch die Marke MG, die zwar britisches Erbe besitzt, aber längst in chinesischer Hand ist.

Ford-Chef Jim Farley hat die Bedrohung längst erkannt. Bei der Präsentation der Quartalszahlen stellte er unmissverständlich klar: „Wir sehen nicht die globalen Automobilhersteller als unsere Konkurrenz für die nächste Generation von Elektrofahrzeugen. Wir sehen die Chinesen, Unternehmen wie Geely und BYD."

Kanada öffnet die Hintertür

Besonders brisant erscheint die jüngste Entscheidung Kanadas, bis zu 49.000 chinesische Elektrofahrzeuge pro Jahr zu einem Zollsatz von lediglich 6,1 Prozent zuzulassen – zuvor galten auch dort 100 Prozent Strafzölle. US-Handelsbeauftragter Jamieson Greer bezeichnete diese Entscheidung als „problematisch für Kanada". Die Befürchtung: Chinesische Fahrzeuge könnten über den nördlichen Nachbarn in den amerikanischen Markt sickern.

Tesla und Rivian unter Druck

Sollten chinesische Hersteller tatsächlich Produktionsstätten in den USA errichten, würde dies den Wettbewerbsdruck auf Tesla, Rivian und Lucid massiv erhöhen. Die chinesischen Konkurrenten verfügen über erhebliche Kostenvorteile und haben ihre Fähigkeit zur schnellen Marktdurchdringung in Europa eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

Interessanterweise dürften die traditionellen amerikanischen Hersteller Ford und General Motors zunächst weniger betroffen sein. Ihre profitablen Segmente – große Pickup-Trucks und SUVs – bedienen eine markentreue Kundschaft, die sich von chinesischen Anbietern kaum abwerben lässt. Kleinwagen und kompakte SUVs hingegen, Domänen japanischer und koreanischer Hersteller, stehen im Fadenkreuz der chinesischen Offensive.

„Es ist wahrscheinlich nur eine Frage der Zeit, bis die chinesischen Automobilhersteller in den USA sind", resümiert UBS-Analyst Spak eine Einschätzung, die er bereits 2023 formulierte.

Die politische Dimension bleibt unberechenbar

Trotz Trumps einladender Rhetorik bleibt China ein heikles Thema in der amerikanischen Innenpolitik. Als das Wall Street Journal berichtete, Ford erwäge den Kauf von BYD-Batterien für Hybridfahrzeuge außerhalb der USA, reagierte Handelsberater Peter Navarro scharf: „Ford will also gleichzeitig die Lieferkette eines chinesischen Konkurrenten stützen und sich selbst verwundbarer machen?"

Vor den Zwischenwahlen dürfte die Administration kaum größere Zugeständnisse an chinesische Automobilinvestoren machen. Doch langfristig scheint die Strategie klar: Lieber die Vordertür öffnen und amerikanische Arbeitsplätze schaffen, als die Hintertüren über Kanada und Mexiko unkontrolliert offenstehen zu lassen.

Die amerikanische Automobilindustrie steht vor Jahren des Umbruchs. Wer sich nicht anpasst, wird von der chinesischen Welle überrollt – eine Lektion, die Europa gerade auf schmerzhafte Weise lernt.

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