
Der Nahe Osten brennt: Iran feuert ballistische Raketen auf halbe Golfregion – während Washington 170 Ziele pulverisiert

Es ist genau jenes Szenario, vor dem besonnene Beobachter seit Monaten gewarnt hätten – und das die politische Elite des Westens mit einem Achselzucken abgetan haben dürfte. Der brüchige Waffenstillstand im Nahen Osten ist Makulatur. In der Nacht zum Donnerstag und bis in den Tag hinein hat der Iran ballistische Raketen und Drohnen auf gleich vier Länder abgefeuert: Kuwait, Katar, Bahrain – und, bemerkenswert weit entfernt, sogar Jordanien. Die Region steht wieder in Flammen, und die Ölmärkte reagieren nervös. Wer hätte es geahnt?
Ein militärischer Schlagabtausch von neuer Dimension
Die jüngste US-Angriffswelle war ungleich massiver als alles, was man im Juni erlebt habe. Nach Angaben des US-Zentralkommandos CENTCOM sollen amerikanische Streitkräfte binnen zweier Tage über 170 iranische Militärziele attackiert haben – Luftabwehrsysteme, Drohnen- und Raketenlager, Schnellboote und logistische Infrastruktur entlang der Küste nahe der Straße von Hormus. Die Schlagzahl, so CENTCOM, sei rund vierzehnmal höher als beim letzten Aufflammen der Kämpfe Ende Juni.
Teheran ließ sich nicht lange bitten. Die iranischen Revolutionsgarden, die sogenannte IRGC, verkündeten Angriffe auf zwei US-Basen in Kuwait und zwei in Bahrain – und drohten unverhohlen mit weiteren Schlägen, sollten die USA nicht ablassen. Auch die jordanische Muwaffaq-Salti-Luftwaffenbasis, gemeinsam von amerikanischen und jordanischen Kräften betrieben, sei ins Visier geraten.
„Jordanien hat acht iranische Raketen in seinem Luftraum abgefangen, nachdem im ganzen Land Sirenen ertönten.“ – so die Meldung der jordanischen Streitkräfte laut Al Jazeera.
Wenn Sirenen zum Alltag werden
Kuwait meldete den Abschuss von drei ballistischen Raketen, einem Marschflugkörper und zehn Drohnen; herabfallende Trümmer hätten eine Person verletzt und Sachschäden verursacht. Bahrain will mehrere Drohnen und Raketen abgefangen haben. Katar – ausgerechnet der wichtigste Vermittler zwischen Teheran und Washington – gab eine öffentliche Sicherheitswarnung heraus, die später wieder aufgehoben wurde. Iranischen Staatsquellen zufolge sollen die zwei Tage amerikanischer Angriffe 14 Menschen getötet und 78 verletzt haben. Zahlen, die im Zweifel geschönt sein dürften.
Trumps Poker: Zwischen Deal-Rhetorik und Bombenteppich
Und mittendrin US-Präsident Donald Trump, der weiterhin behauptet, Teheran wolle „unbedingt“ einen Deal. Der Iran habe „vor einer Weile angerufen“, ließ er Reporter an Bord der Air Force One wissen. Man kennt diese Platte inzwischen. Beobachter und Journalisten, die den Satz in den vergangenen Monaten Dutzende Male gehört hätten, reagierten – gelinde gesagt – skeptisch.
Bezeichnend ist der Kontrast zwischen öffentlicher Bühne und interner Einschätzung. Einem Bericht des Wall Street Journal zufolge habe Trump seine engsten Berater gefragt, ob der Iran es mit einem finalen Abkommen ernst meine. Das Ergebnis der Beratung: Nein. Auf dem NATO-Gipfel in Ankara wurde der Präsident noch deutlicher:
„Ich will mit ihnen nichts zu tun haben. Sie sind Lügner, sie sind Betrüger, sie sind kranke Menschen.“
Kriegsminister Pete Hegseth legte nach: Man werde den Iran „noch härter und noch tiefer“ treffen. Das Pentagon kündigte an, Teherans Fähigkeit, die freie Schifffahrt durch die Straße von Hormus zu bedrohen, „weiter zu zersetzen“. Der Bericht von Axios spricht von einer Vorbereitung auf eine Militärkampagne, die sich über Tage oder gar Wochen erstrecken könne.
Zivile Infrastruktur im Fadenkreuz
Besonders brisant: In einigen Fällen sollen zivile Anlagen wie Bahnlinien und Brücken getroffen worden sein – eine Rückkehr zu den ersten Monaten der Operation „Epic Fury“, als Ziele im ganzen Land beschädigt oder ausradiert wurden. Explosionen wurden entlang der iranischen Küste beobachtet, unter anderem in Bushehr, Chabahar, Bandar Abbas und Sirik. Iranische Staatsmedien berichteten gar von einem Marschflugkörper-Einschlag am Kernkraftwerk Bushehr – was die iranischen Behörden umgehend dementierten.
Was das für Europa – und Deutschland – bedeutet
Während in Berlin die Große Koalition unter Kanzler Merz mit Milliarden-Sondervermögen jongliert und sich in Klimazielen verliert, tobt vor der Haustür Europas ein Konflikt, der die Energiepreise erneut in die Höhe treiben könnte. Die Ölpreise verharrten am Donnerstag über dem Vorkriegsniveau. Man muss kein Prophet sein, um zu erahnen, was ein längeres Aufflammen für einen ohnehin schon gebeutelten deutschen Verbraucher bedeuten würde: steigende Energiekosten, weiter befeuerte Inflation, zusätzlicher Druck auf eine kränkelnde Industrie.
Deutschland hat sich in eine gefährliche Abhängigkeit manövriert und besitzt außenpolitisch kaum noch Gewicht, um in solchen Krisen mäßigend einzugreifen. Stattdessen verlässt man sich – wie so oft – auf die Launen anderer. Ein Land, das seine eigene Souveränität in Energie- und Sicherheitsfragen jahrelang leichtfertig verspielt hat, sieht solchen Eskalationen weitgehend hilflos zu.
Krisen häufen sich – und Gold bleibt der Fels
In Zeiten, in denen ein einziger nächtlicher Schlagabtausch am Persischen Golf globale Märkte erschüttert und die Ölpreise durch die Decke schießen lässt, zeigt sich einmal mehr die Bedeutung krisenfester Werte. Papiervermögen, Aktienportfolios und schuldenfinanzierte Wohlstandsversprechen sind so verwundbar wie eh und je. Physisches Gold und Silber hingegen kennen weder Ländergrenzen noch politische Willkür – sie sind seit Jahrtausenden der stille Anker, wenn die Welt aus den Fugen gerät. Eine kluge Beimischung physischer Edelmetalle zu einem breit gestreuten Portfolio bleibt gerade in solchen unsicheren Zeiten eine der solidesten Formen der Vermögenssicherung.
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