
Deutsche Börse greift zu: 1,1 Milliarden Euro für die komplette Kontrolle über ISS Stoxx
Während der deutsche Mittelstand unter Bürokratie und Energiekosten ächzt, kennt Deutschlands größter Börsenbetreiber offenbar keine Zurückhaltung. Die Deutsche Börse hat angekündigt, die verbleibenden 20 Prozent am Daten- und Indexanbieter ISS Stoxx für satte 1,1 Milliarden Euro vom Finanzinvestor General Atlantic zu übernehmen. Ein Deal, der den Konzern zum alleinigen Eigentümer macht – und gleichzeitig Fragen aufwirft, wohin die Reise des deutschen Finanzplatzes eigentlich steuert.
Vom geplatzten Börsengang zur Komplettübernahme
Ursprünglich hatte die Deutsche Börse einen Börsengang von ISS Stoxx ins Auge gefasst. Daraus wurde bekanntlich nichts. Statt den Datenanbieter an die Märkte zu bringen, entschied man sich nun für den umgekehrten Weg: die vollständige Einverleibung. Der Kaufpreis soll bar und über Kredite finanziert werden, der Ausstieg von General Atlantic bereits Ende März vollzogen sein. Man könnte meinen, es handle sich um eine Routinetransaktion – doch der politische Hintergrund verleiht dem Geschäft eine ganz andere Dimension.
Trumps Feldzug gegen ESG trifft auch ISS Stoxx
Denn ISS Stoxx ist nicht irgendein Datenanbieter. Das Unternehmen erstellt Indizes für Fonds, liefert Research-Ergebnisse und bietet sogenannte Nachhaltigkeitslösungen an. Genau hier liegt der Sprengstoff. US-Präsident Donald Trump hat bekanntlich den ESG-Regeln – also den Nachhaltigkeits- und Diversitätsvorgaben für Unternehmen – den Kampf angesagt. Und er meint es ernst.
Man muss kein Freund Trumps sein, um anzuerkennen, dass die ESG-Bewegung in den vergangenen Jahren bisweilen groteske Züge angenommen hat. Wenn Unternehmen nicht mehr primär nach wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit, sondern nach ideologischen Kriterien bewertet werden, dann stimmt etwas grundlegend nicht. Dass ein US-Präsident diesen Wildwuchs beschneidet, dürfte vielen konservativ denkenden Anlegern durchaus einleuchten. Die Frage ist nur: Was bedeutet das für ein Unternehmen wie ISS Stoxx, dessen Geschäftsmodell zu einem erheblichen Teil auf eben diesen Nachhaltigkeitsbewertungen fußt?
Die Deutsche Börse auf Einkaufstour
Die Komplettübernahme von ISS Stoxx ist dabei nur das jüngste Kapitel einer regelrechten Akquisitionsoffensive. Erst im Januar hatte die Deutsche Börse verkündet, die Fondsplattform Allfunds für mehr als fünf Milliarden Euro kaufen zu wollen – die größte Übernahme in der Unternehmensgeschichte, sofern die Behörden grünes Licht geben. Bereits 2023 schluckte der Konzern den dänischen Softwarehersteller Simcorp für rund 3,9 Milliarden Euro. Die Strategie ist offensichtlich: Wachstum durch Zukäufe, koste es, was es wolle.
Immerhin konnte die Deutsche Börse am Vorabend der Ankündigung Rekordergebnisse für das Geschäftsjahr 2025 vermelden. Der Konzern erwartet zudem, dass die Ratingagenturen ihm trotz der milliardenschweren Übernahmen weiterhin die erstklassige Bonitätsnote „AA" bescheinigen werden. Das ist entscheidend, denn ohne diese Bewertung würden die Finanzierungskosten für weitere Zukäufe empfindlich steigen.
Ein Spiegelbild der deutschen Wirtschaftspolitik?
Man kann die Expansionsstrategie der Deutschen Börse durchaus als symptomatisch für den Zustand der deutschen Wirtschaft betrachten. Während die Realwirtschaft – Handwerk, Industrie, Mittelstand – unter der Last von Regulierung, Energiepreisen und einer zunehmend erdrückenden Steuerlast stöhnt, floriert die Finanzbranche. Milliarden werden hin und her geschoben, Übernahmen getätigt, Indizes berechnet. Doch was produziert das alles eigentlich? Welchen Mehrwert schafft es für den einfachen Bürger, der morgens zur Arbeit fährt und abends feststellt, dass sein Gehalt immer weniger wert ist?
Die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz hatte versprochen, die Wirtschaft zu stärken und keine neuen Schulden zu machen. Stattdessen wurde ein 500 Milliarden Euro schweres Sondervermögen aufgelegt, das kommende Generationen belasten wird. In diesem Umfeld wirkt die Einkaufstour der Deutschen Börse fast schon wie eine Flucht nach vorn – ein Versuch, durch schiere Größe gegen die Unwägbarkeiten einer zunehmend instabilen Weltwirtschaft gewappnet zu sein.
Ob diese Strategie aufgeht, wird die Zukunft zeigen. Sicher ist nur eines: In Zeiten, in denen politische Entscheidungen Märkte über Nacht auf den Kopf stellen können – sei es durch Trumps Zollpolitik, ESG-Regulierungen oder die nächste europäische Schuldenkrise – tun Anleger gut daran, nicht alles auf eine Karte zu setzen. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber bleiben in einem solchen Umfeld ein bewährter Anker der Vermögenssicherung, der weder von Ratingagenturen abhängt noch von politischen Launen aus Washington oder Brüssel.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investitionsentscheidung sollte auf Basis eigener, sorgfältiger Recherche getroffen werden. Wir übernehmen keine Haftung für finanzielle Entscheidungen, die auf Grundlage dieses Artikels getroffen werden.
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