
Die Inflation kehrt zurück: 3,2 Prozent – und die EZB hat den Brand wieder einmal verschlafen

Es ist das alte Lied, nur die Strophe wird teurer: Die Teuerung im Euroraum hat sich im Mai erneut beschleunigt und kletterte auf 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Das geht aus einer Schnellschätzung des europäischen Statistikamts Eurostat hervor. Ein Wert, wie man ihn zuletzt im Herbst 2023 gesehen habe – und ein Wert, der den Bürgern erneut eindrucksvoll vor Augen führt, wie wenig die hochbezahlten Währungshüter in Frankfurt im Griff haben, was sie eigentlich kontrollieren sollten.
Vom vermeintlichen Sieg zur erneuten Niederlage
Man erinnere sich: Zu Jahresbeginn lag die Inflationsrate noch bei vergleichsweise harmlosen 1,7 Prozent. Im April waren es bereits 3,0 Prozent, nun also 3,2. Wer hier ein Muster erkennt, liegt richtig. Die Preisspirale dreht sich wieder nach oben, und der Iran-Krieg, der die Energiemärkte erneut in Aufruhr versetzt, wirkt dabei wie Benzin auf glimmende Glut. In Deutschland lagen die Verbraucherpreise im Mai um 2,6 Prozent über dem Vorjahresniveau.
Die Europäische Zentralbank betrachtet eine Inflationsrate von zwei Prozent mittelfristig als Ziel für Preisstabilität – ein Ziel, das einmal mehr in weite Ferne gerückt ist.
Die EZB als ewiger Feuerwehrmann, der zu spät kommt
Nun, da das Kind erneut in den Brunnen gefallen ist, will die Notenbank wieder handeln. Fachleute und Investoren rechnen damit, dass die EZB ihre Leitzinsen am 11. Juni anheben werde – der maßgebliche Einlagensatz dürfte von 2,0 auf 2,25 Prozent steigen. EZB-Direktorin Isabel Schnabel habe eine solche Zinserhöhung bereits als notwendig bezeichnet, und auch der Bundesbank-Präsident sehe die Notenbank auf entsprechendem Kurs.
Doch was nützt das Hinterherrennen? Die bittere Wahrheit lautet: Geldpolitik wirkt mit Verzögerung. Wer erst reagiert, wenn die Preise bereits davongaloppieren, der dämpft nicht, sondern verwaltet den Schaden. Der kleine Sparer, der brave Arbeitnehmer, die Familie mit dem mühsam aufgebauten Notgroschen – sie alle zahlen die Zeche für eine Geldpolitik, die jahrelang die Geldschleusen geöffnet hielt und nun staunt, dass das Wasser steigt.
Der schleichende Diebstahl am Bürger
Inflation ist nichts anderes als eine Enteignung auf leisen Sohlen. Während die Politik mit Sondervermögen in Höhe von 500 Milliarden Euro jongliert und neue Schuldenberge anhäuft – allen Wahlversprechen zum Trotz –, verliert der Euro auf dem Sparbuch Monat für Monat an Kaufkraft. Wer sein Vermögen ausschließlich in Papierwährung hält, sieht zu, wie es sich in Echtzeit auflöst.
Genau hier zeigt sich, warum kluge Anleger seit jeher auf das setzen, was keine Notenbank drucken und keine Regierung per Knopfdruck entwerten kann: physische Edelmetalle. Gold und Silber haben über Jahrhunderte bewiesen, dass sie Kaufkraft bewahren, wenn das Papiergeld an Wert verliert. Als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio bieten sie einen verlässlichen Anker in stürmischen Zeiten – und solche Zeiten erleben wir gerade.
Ein hausgemachtes Problem
Der Iran-Krieg mag als Brandbeschleuniger dienen. Doch die strukturellen Ursachen der Geldentwertung liegen tiefer: in einer ausufernden Schuldenpolitik, in immer neuen Ausgabenprogrammen und in einer Energiepolitik, die Deutschland in die Abhängigkeit getrieben hat. Wer Wohlstand sichern will, sollte sich nicht auf die Versprechen der Geldpolitiker verlassen, sondern selbst Vorsorge treffen.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt ausschließlich die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger ist für seine Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte vor jeder Investition eigenständig recherchieren oder fachkundigen Rat einholen.
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