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10.03.2026
10:44 Uhr

Diplomatischer Eklat: Spaniens Vize-Regierungschefin nennt Merz einen „Vasallen" – Sánchez lässt Kanzler am Telefon abblitzen

Was für ein Schauspiel auf der europäischen Bühne. Eine Woche nach Friedrich Merz' vieldiskutiertem Besuch bei US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus eskaliert der diplomatische Konflikt zwischen Berlin und Madrid in einer Weise, die man sonst eher aus Schulhof-Dramen kennt als aus der Welt der internationalen Diplomatie. Die spanische Vize-Ministerpräsidentin Yolanda Díaz hat den deutschen Bundeskanzler öffentlich als „Vasallen" Trumps beschimpft – und Pedro Sánchez verweigert schlicht den Rückruf.

Díaz schießt scharf gegen den Kanzler

In einem Interview mit dem Politikportal Politico ließ die stellvertretende Ministerpräsidentin Spaniens jede diplomatische Zurückhaltung fahren. „Was Europa heute braucht, ist Führung, keine Vasallen, die Trump Tribut zollen", erklärte Díaz in einer Schärfe, die selbst für die notorisch temperamentvolle spanische Politik bemerkenswert ist. Merz habe zudem „keine Ahnung", wie er mit dem aktuellen historischen Moment umgehen solle. Starke Worte von einer Politikerin, deren eigene Partei Sumar bei den letzten Wahlen gerade so über die Fünf-Prozent-Hürde kam.

Der Hintergrund des Zerwürfnisses: Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Donald Trump am 3. März hatte der US-Präsident die spanische Regierung als „schrecklich" bezeichnet und unverhohlen mit dem Abbruch sämtlicher Handelsbeziehungen gedroht. Merz – so der Vorwurf aus Madrid – habe daneben gestanden und geschwiegen, statt seinem europäischen Partner beizuspringen. Spanien hatte zuvor den Vereinigten Staaten untersagt, ihre Luftwaffenstützpunkte auf spanischem Boden für Militäreinsätze gegen den Iran zu nutzen.

Sánchez lässt den Kanzler auflaufen

Besonders pikant: Friedrich Merz soll laut dem Politico-Bericht bereits zweimal versucht haben, den spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez telefonisch zu erreichen. Doch seine Bitten um einen Rückruf seien schlicht ignoriert worden. Die offizielle Erklärung aus Madrid klingt dabei wie eine Realsatire – ein Sprecher von Sánchez gab an, der deutsche Kanzler habe eine veraltete Telefonnummer des Ministerpräsidenten kontaktiert. Nun würden ihm zwar die korrekten Kontaktdaten vorliegen, doch zu einem Gespräch zwischen den beiden Regierungschefs sei es seit der Washingtoner Pressekonferenz dennoch nicht gekommen.

Man muss sich das einmal auf der Zunge zergehen lassen: Der Regierungschef der viertgrößten Volkswirtschaft der Eurozone wird vom Kanzler der größten europäischen Wirtschaftsmacht angerufen – und die Antwort lautet: „Falsche Nummer." Wenn das keine diplomatische Ohrfeige ist, was dann?

Sozialisten und Linke gegen den Rest der Welt

Nun sollte man freilich nicht vergessen, wer hier eigentlich spricht. Die spanische Regierung wird getragen von einer Koalition der sozialistischen PSOE und der weit links stehenden Partei Sumar. Yolanda Díaz, die Urheberin der „Vasallen"-Beschimpfung, ist Vorsitzende eben jener Sumar-Partei, die ideologisch irgendwo zwischen Podemos und der deutschen Linkspartei angesiedelt ist. Dass von dieser Seite Kritik an einem CDU-Kanzler kommt, der sich mit dem konservativen US-Präsidenten trifft, überrascht etwa so sehr wie Schnee im Januar.

Die spanische Regierung hatte die Angriffe der USA und Israels auf den Iran scharf verurteilt. Díaz bezeichnete die Militäroperationen als „illegitim" und forderte, dass von jedem EU-Regierungschef erwartet werden müsse, sich „für die Verteidigung des Völkerrechts" auszusprechen. Eine bemerkenswerte Forderung von einer Regierung, die selbst in zahlreichen innenpolitischen Skandalen steckt und deren Migrationspolitik das eigene Land und ganz Europa zusätzlich belastet.

Ein Armutszeugnis für die europäische Einheit

Was dieser Vorfall vor allem offenbart, ist die tiefe Zerrissenheit Europas in einer Zeit, in der Geschlossenheit dringender denn je wäre. Während Donald Trump die transatlantischen Beziehungen nach seinen Vorstellungen neu ordnet und massive Zölle von 20 Prozent auf EU-Importe erhebt, zanken sich europäische Regierungschefs wie Kinder im Sandkasten. Statt gemeinsam eine starke Position gegenüber Washington einzunehmen, beschimpft man sich gegenseitig und verweigert Telefonate.

Doch die Kritik muss auch in Richtung Berlin gehen. Dass Friedrich Merz bei der Pressekonferenz im Weißen Haus nicht den Mut aufbrachte, Trumps verbale Attacke gegen einen EU-Partner zumindest diplomatisch abzufedern, wirft Fragen auf. Ein Bundeskanzler, der im Wahlkampf Führungsstärke versprach und sich als Gegenentwurf zur orientierungslosen Ampel-Politik inszenierte, hätte in diesem Moment Rückgrat zeigen müssen. Stattdessen schwieg er – und lieferte damit seinen Kritikern die Munition, die sie nun genüsslich verschießen.

Die Episode ist symptomatisch für den Zustand der deutschen Außenpolitik. Ob unter Merkel, Scholz oder nun Merz – Deutschland scheint chronisch unfähig, auf der internationalen Bühne eine eigenständige, kraftvolle Rolle einzunehmen. Man laviert, man schweigt, man telefoniert hinterher. Und wenn dann nicht einmal der Rückruf kommt, steht man da wie ein Bittsteller, der vor verschlossener Tür wartet. Das ist keine Diplomatie. Das ist ein Trauerspiel.

Für den deutschen Bürger, der sich nach einer Regierung sehnt, die seine Interessen mit Nachdruck vertritt – sowohl in Washington als auch in Madrid –, bleibt einmal mehr nur Ernüchterung. Die Große Koalition aus CDU/CSU und SPD, die mit dem vollmundigen Koalitionsvertrag „Verantwortung für Deutschland" angetreten ist, muss sich fragen lassen, ob sie dieser Verantwortung auch auf dem internationalen Parkett gerecht wird. Die ersten Signale sind, gelinde gesagt, nicht ermutigend.

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