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Eklat bei Lanz: Linken-Chefin sieht Merz hinter den Krawallen

Eklat bei Lanz: Linken-Chefin sieht Merz hinter den Krawallen
Symbolbild: KI-generiert

Brennende Mülltonnen, geplünderte Läden, mehr als 100 verletzte Polizisten. Nach den Ausschreitungen am Rande der „Gen Z regelt“-Demos war am Dienstagabend bei Markus Lanz im ZDF die große Aufarbeitung angesagt. Linken-Chefin Ines Schwerdtner machte dabei vor allem eine Ursache aus: das Klima, das Kanzler Friedrich Merz geschaffen habe.

Frankfurt: Eine Nacht der Gewalt

Zur Erinnerung: Am Samstag waren in 34 Städten Zehntausende vorwiegend junge Menschen auf die Straße gegangen. Am Nachmittag blieb es meist friedlich. Am Abend aber kippte die Lage, vor allem in Frankfurt am Main. Medienberichten zufolge beschädigten Randalierer auf der Zeil 17 Geschäfte, fünf davon wurden geplündert, sogar ein Waffengeschäft wurde angegriffen.

Nach Angaben der Behörden standen bis zu 1.500 gewaltbereite Störer gegen die Polizei, die nach diesen Angaben weit überwiegend aus dem migrantischen Milieu kamen. Die ersten Steine und Flaschen sollen allerdings Linksextremisten aus dem Demonstrationszug heraus geworfen haben. 54 Personen zwischen 13 und 29 Jahren wurden festgenommen, die meisten mit deutscher Staatsangehörigkeit. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) sprach von „eindeutig Landfriedensbruch“.

Wut, Frust und eine „rassistische Debatte“

Schwerdtner hatte dafür eine eigene Lesart. Die Gewalttäter seien Trittbrettfahrer berechtigter Proteste einer enttäuschten Jugend, die das Gefühl habe, nicht gehört zu werden. Anstatt deren Probleme ernst zu nehmen, führe man eine „rassistische Debatte“, in der Demonstranten „als Menschen zweiter Klasse gesehen werden“. Ihr Fazit:

„Vielen wurde gesagt: Ihr seid nichts wert, und das ist dann das, was dabei herauskommt.“

Man müsse die sozialen Ursachen bekämpfen, so die Linken-Vorsitzende. Auch die alte Stadtbild-Debatte holte sie wieder hervor. Lanz ließ daraufhin ein Straßeninterview des TikTokers Aron Morhoff einspielen. Darin gaben junge Männer offen zu, es sei ihnen ums Randalieren und Plündern gegangen. Lanz’ Reaktion: „Denen geht’s doch nicht um die Schule, da geht’s um Krawall!“

Ausgerechnet ein Sozialdemokrat hält dagegen

Klare Worte kamen von Sebastian Fiedler, SPD-Bundestagsabgeordneter und früherer Chef des Bundes Deutscher Kriminalbeamter. Für ihn seien das „Straftäter, die in jeder Hinsicht völlig lost sind“. Schwerdtner direkt anredend sagte er, ihm bereite es „wirklich Bauchschmerzen“, wenn sie die Brücke zu Merz schlage. Es brauche „handfeste Urteile“.

Ganz anders sah es „Spiegel“-Kolumnistin Sabine Rennefanz. So groß seien die Krawalle gar nicht gewesen, sie habe Schlimmeres befürchtet. Sie erkenne darin Nihilismus und Zerstörungslust, aber nichts, was mit der Herkunft zu tun habe. Ihr Satz des Abends: „Das sind unsere Jungs!“

Warnung vor der Polizei?

So richtig hitzig wurde es bei einem Video, in dem Schwerdtner die linke Jugend kürzlich aufgefordert hatte, sich zu organisieren und auf die Straße zu gehen. Sollten Medien oder Polizei sie angreifen, stelle sie sich „schützend vor Euch“. Lanz empörte sich, da warne eine deutsche Spitzenpolitikerin vor der deutschen Polizei. Fiedler zeigte sich fassungslos.

Schwerdtner wich nicht zurück. Auch Polizeigewalt gehöre zur Realität in Deutschland, sagte sie. Die Gewaltspirale gehe „von beiden Seiten oftmals aus“. Fiedler warf der Linken daraufhin ein grundsätzliches Problem mit den Sicherheitsbehörden vor. Schwerdtner konterte mit der Forderung, den Verfassungsschutz besser demokratisch zu kontrollieren, da er auch von rechts unterwandert sei.

Ein Abend, der vieles offenlegt

Auch auf die Berichterstattung über die Berliner Linke und Vorwürfe zu Kontakten ins Clan-Milieu angesprochen, blieb die Parteichefin ausweichend. Das sei Sache des Berliner Landesverbands. Den Abgeordneten Ferat Koçak verteidigte sie, er habe alles „offen und transparent hingelegt“.

Für viele Bürger dürfte nach diesem Abend eine Frage hängen bleiben: Wer schützt eigentlich die Händler auf der Zeil, die verletzten Beamten und die friedlichen Demonstranten, wenn Teile der Politik die Täter zuerst als Opfer sehen? Aus Sicht unserer Redaktion ist klar, dass ein Rechtsstaat, der Gewalt mit Verständnis begegnet, das Vertrauen seiner Bürger verspielt. Gebraucht werden konsequente Strafverfolgung und eine Politik, die Recht und Ordnung wieder ernst nimmt, statt Ausreden zu liefern.

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