
Epstein-Skandal erreicht Bratislava: Ficos Sicherheitsberater muss nach brisanten Enthüllungen gehen
Die Schockwellen des Epstein-Skandals haben nun auch die slowakische Regierung erfasst. Ministerpräsident Robert Fico sah sich gezwungen, den Rücktritt seines nationalen Sicherheitsberaters Miroslav Lajčák zu akzeptieren – eines Mannes, der einst zu den einflussreichsten Diplomaten Europas zählte. Was war geschehen?
Millionen Dokumente bringen Licht ins Dunkel
Das US-Justizministerium hat kürzlich Millionen zusätzlicher Akten aus dem Epstein-Komplex freigegeben. Und in diesem Meer aus Dokumenten tauchte ein Name auf, der in Bratislava für Unruhe sorgte: Miroslav Lajčák. Elektronische Nachrichten aus dem Jahr 2018 belegen demnach einen Kontakt zwischen dem damaligen slowakischen Außenminister und dem mittlerweile verstorbenen US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein.
Besonders brisant: Der britische Rundfunksender BBC berichtete von einem SMS-Austausch, in dem Epstein dem Minister offenbar Frauen angeboten haben soll. Eine Enthüllung, die selbst für hartgesottene Beobachter der internationalen Politik schwer zu verdauen ist.
Lajčáks Verteidigungslinie: Schuldig ohne Schuld?
Der ehemalige Spitzendiplomat wies sämtliche Vorwürfe „kategorisch" zurück. In seiner Erklärung betonte er, weder kriminell noch unethisch gehandelt zu haben. Der Austausch mit Epstein sei lediglich informell gewesen und habe „keinerlei Substanz" gehabt. Eine bemerkenswerte Formulierung, die mehr Fragen aufwirft als sie beantwortet.
„Nicht weil ich etwas Unrechtes getan hätte, sondern damit der Ministerpräsident keinen politischen Schaden erleidet."
So begründete Lajčák seinen Rückzug. Eine Erklärung, die man als noble Geste oder als taktisches Manöver interpretieren kann – je nachdem, welchen Blickwinkel man einnimmt.
Fico würdigt den Gefallenen
Robert Fico, der slowakische Regierungschef, zeigte sich in einem Facebook-Video auffallend versöhnlich. Er würdigte Lajčák als Persönlichkeit von „unglaublicher außenpolitischer Erfahrung" und bezeichnete dessen Rücktritt als Beweis dafür, dass er ein „großer Diplomat" sei. Gleichzeitig erklärte Fico die Angelegenheit für abgeschlossen – ein Versuch, den Deckel auf einen Topf zu drücken, der möglicherweise noch lange brodeln wird.
Ein Diplomat mit beeindruckender Karriere
Lajčáks Lebenslauf liest sich wie das Who's Who der internationalen Diplomatie. Zwischen 2009 und 2010 sowie von 2012 bis 2020 bekleidete er das Amt des slowakischen Außenministers. Er stand der UN-Vollversammlung als Präsident vor und leitete die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa. Zuletzt fungierte er als EU-Sonderbeauftragter für den Westbalkan, bevor er in Ficos engsten Beraterkreis wechselte. Eine Karriere, die nun einen bitteren Beigeschmack erhält.
Der lange Schatten Epsteins
Jeffrey Epstein, der US-Investor und verurteilte Sexualstraftäter, soll über Jahre hinweg zahlreiche Minderjährige und junge Frauen missbraucht und an prominente Persönlichkeiten vermittelt haben. Nach einer umstrittenen Verurteilung im Jahr 2008, die ihm lediglich eine milde Haftstrafe einbrachte, wurde er 2019 erneut festgenommen. Wenig später fand man ihn tot in seiner Gefängniszelle – offiziell Suizid, doch die Umstände seines Todes nähren bis heute Spekulationen.
Die jüngsten Aktenfreigaben zeigen einmal mehr, wie weit Epsteins Netzwerk reichte. Von amerikanischen Milliardären über britische Royals bis hin zu europäischen Spitzenpolitikern – die Liste der Kontakte wird immer länger. Und man darf gespannt sein, welche Namen die Dokumente noch ans Tageslicht befördern werden.












