
Erst Sanktionen weg, dann reden: Teheran stellt Trump die nächste Bedingung

Irans Präsident Masoud Pezeshkian legt die Latte für Gespräche mit den USA noch einmal höher. Bevor es wieder einen direkten Dialog mit Washington gebe, müssten zuerst Sanktionen spürbar zurückgenommen werden. Das schrieb er in dieser Woche auf der Plattform X. Mitten im Krieg und unter einer US-Seeblockade wirkt das wie ein Pokerspiel mit sehr hohem Einsatz.
Pezeshkians Botschaft: Erst Taten, dann Verhandlungen
Der Präsident wirft Washington vor, mit immer neuem wirtschaftlichem Druck jeden diplomatischen Ausweg zu verbauen. Ehrliche Gespräche seien nur möglich, wenn der Druck tatsächlich nachlasse und nicht bloß auf dem Papier. Auf X formulierte er es so (übersetzt):
„Drohungen und Sanktionen müssen in der Praxis beseitigt werden, um den Weg für einen Dialog zu ebnen. Wir können nicht jeden Tag die Intensität von Sanktionen und Druck erhöhen, die Wege der Interaktion verschließen und gleichzeitig über Verhandlungen reden."
Neu ist der Ton nicht. Neu ist aber, dass Teheran seine Liste der Vorbedingungen immer weiter verlängert. Die Frage drängt sich auf: Wer verhandelt hier eigentlich aus einer Position der Stärke?
Das Moskau-Vorbild: Hofft Teheran auf Trumps Kehrtwende?
Beobachter vermuten, dass Pezeshkian genau nach Moskau schaut. Dort hat Präsident Trump das weitreichende Sanktionspaket von Senator Lindsey Graham Berichten zufolge kurz vor dem Inkrafttreten ausgesetzt. Zudem soll er Anfang des Monats einen Diesel-Deal mit Wladimir Putin ermöglicht haben. Seitdem reden Washington und Moskau wieder öfter direkt miteinander.
Teheran setzt offenbar darauf, dass das Weiße Haus nach einem Friedensabkommen giert und am Ende Zugeständnisse macht. Ob diese Rechnung aufgeht, ist völlig offen.
Krieg, Blockade, Inflation: Wie lange hält Iran noch durch?
Der Hintergrund ist dramatisch. Seit dem 28. Februar 2026 führen die USA und Israel Krieg gegen die Islamische Republik. Nach einer 38 Tage dauernden Großoffensive verhängte Washington im April eine Seeblockade gegen Iran-nahe Schifffahrt. Seitdem kommt iranisches Öl kaum noch auf den Weltmarkt.
Laut US-Zentralkommando CENTCOM habe man Rohölexporte im Wert von mindestens 25 Milliarden Dollar verhindert. CENTCOM-Chef Admiral Brad Cooper behauptete vergangene Woche:
„Die finanzielle Belastung für Irans Militär ist so erheblich geworden, dass es Berichte gibt, wonach mit Iran verbündete Milizen in der Region Zahlungen an ihre Soldaten zurückhalten, um Geld an die Revolutionsgarden zurückzuleiten, die ihre Truppen ebenfalls nicht bezahlen."
Teheran spricht von „Illusion"
Die iranische Führung widerspricht. Zwar räumten Offizielle wiederholt tiefe finanzielle Schmerzen ein, und der Rial befindet sich bei galoppierender Inflation im freien Fall. Doch Zentralbankchef Abdolnaser Hemmati erklärte, die Wirtschaft habe trotz aller Belastungen „sehr gute Widerstandsfähigkeit" gezeigt. Die Behauptung, sie stehe vor dem Kollaps, sei „nichts weiter als eine Illusion".
Gleichzeitig warnt Außenminister Abbas Araghchi Medienberichten zufolge: Jede Eskalation gefährde Zivilisten, alle Staaten der Region und die Weltwirtschaft. Eine kaum verhüllte Drohung.
Was das für deutsche Sparer bedeutet
Beide Seiten spielen auf Zeit. Jede will testen, wie viel wirtschaftlichen und politischen Schaden die andere aushält. Für Europa ist das alles andere als ein fernes Schauspiel: Die Straße von Hormus bleibt ein Nadelöhr für die Energieversorgung der Welt, und jede neue Eskalation kann die Preise an den Zapfsäulen und auf der Heizkostenabrechnung nach oben treiben.
In solchen Zeiten zeigt sich, warum viele Bürger auf Werte setzen, die nicht vom Wohlwollen einer Regierung oder einer Notenbank abhängen. Physisches Gold und Silber haben sich in geopolitischen Krisen über Generationen als Stabilitätsanker bewährt. Als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen können sie sinnvoll sein.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt die Meinung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger muss selbst recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich.
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