
Eskalation im Nahen Osten: Ölpreis explodiert nach Angriffen auf Energieanlagen am Golf
Was viele Beobachter seit Monaten befürchtet haben, ist nun bittere Realität geworden: Der Krieg im Nahen Osten hat die Energie-Infrastruktur der gesamten Golfregion erfasst – und die Schockwellen erreichen längst die Zapfsäulen und Heizungskeller der westlichen Welt. Nach einem israelischen Angriff auf das iranische Gasfeld „South Pars" – dem iranischen Teil des weltweit größten Erdgasvorkommens – hat Teheran mit Vergeltungsschlägen gegen gleich mehrere Golfstaaten reagiert. Der Ölpreis schoss in der Folge um rund sechs Prozent nach oben.
Katars Energieherz getroffen
Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet nun über 109 Dollar – sieben Dollar mehr als noch am Vortag. Und ein Ende der Preisspirale ist nicht in Sicht. Denn die Dimension dieser Eskalation ist beispiellos: Der staatliche Energiekonzern QatarEnergy meldete „erhebliche Schäden" durch iranischen Beschuss in der Industriestadt Ras Laffan, einem der wichtigsten Zentren der globalen Energieindustrie. Saudi-Arabien fing nach eigenen Angaben vier auf Riad abgefeuerte ballistische Raketen ab und vereitelte einen Drohnenangriff auf eine Gasanlage im Osten des Landes.
Die Konsequenzen sind verheerend: Katar hat seine gesamte Produktion von verflüssigtem Erdgas (LNG) eingestellt. Dem Weltmarkt fehlen damit auf einen Schlag 20 Prozent des globalen LNG-Angebots. Analysten befürchten, dass Schäden an den Anlagen den Ausfall noch erheblich verlängern könnten. Für ein Deutschland, das sich nach dem selbstverschuldeten Abschied von russischem Gas verzweifelt nach alternativen Lieferquellen umschaut, könnte die Lage kaum ungünstiger sein.
Israel handelte mit Washingtons Segen
Israelischen Medienberichten zufolge habe Israel den Angriff auf „South Pars" mit ausdrücklicher Zustimmung der USA durchgeführt. Das „Wall Street Journal" berichtete unter Berufung auf US-Regierungsvertreter, Präsident Donald Trump habe vorab von dem Schlag gewusst und ihn als Reaktion auf die iranische Blockade der Straße von Hormus gebilligt. Gleichzeitig lehne Trump weitere Angriffe auf die iranische Energie-Infrastruktur vorerst ab. Ein bemerkenswerter Balanceakt – denn die Geister, die man rief, wird man bekanntlich nicht so leicht wieder los.
Bislang hatten die USA und Israel die Energieproduktion des Iran bewusst nicht direkt angegriffen, um genau jene Vergeltungsschläge gegen Nachbarstaaten zu vermeiden, die nun Realität geworden sind. Teheran drohte nach dem Angriff auf „South Pars" mit weiteren Schlägen gegen Öl- und Gasanlagen in der gesamten Golfregion und nannte dabei spezifische Ziele in Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katar. Die für die weltweite Ölversorgung strategisch unverzichtbare Straße von Hormus – durch die täglich rund ein Fünftel des globalen Ölhandels fließt – hat der Iran bereits blockiert.
Steigende Energiepreise setzen Trump unter Druck
Der Preisanstieg bei Energie erhöht auch den politischen Druck auf die US-Regierung. In den Vereinigten Staaten kletterte der Dieselpreis erstmals seit dem Inflationsschub von 2022 wieder über fünf Dollar pro Gallone. Vizepräsident J.D. Vance kündigte an, die Regierung werde in den kommenden ein bis zwei Tagen Maßnahmen gegen steigende Benzinpreise vorstellen. Ob Ankündigungen allein die Märkte beruhigen können, darf bezweifelt werden.
Als eine Art Notfallmaßnahme lockerten die USA ihre Sanktionen gegen den venezolanischen Ölsektor und erlauben nun wieder umfangreiche Geschäfte mit dem Staatskonzern PdVSA. Venezuela mit seinen gewaltigen Ölreserven rückt damit wieder stärker in den Fokus der globalen Energiepolitik. Ausgenommen bleiben allerdings Transaktionen mit Bezug zu Russland, Iran oder Nordkorea – eine Einschränkung, die angesichts der engen Verflechtungen Venezuelas mit diesen Staaten durchaus relevant sein dürfte.
Was bedeutet das für Deutschland und Europa?
Für die deutsche Wirtschaft und die Verbraucher hierzulande verheißt diese Entwicklung nichts Gutes. Ein Ölpreis jenseits der 100-Dollar-Marke, gepaart mit dem Wegfall eines Fünftels des globalen LNG-Angebots, wird die ohnehin angespannte Energieversorgung in Europa weiter belasten. Die Inflation, die man in Berlin bereits für gebändigt hielt, könnte mit voller Wucht zurückkehren. Und das ausgerechnet in einer Zeit, in der die neue Große Koalition unter Friedrich Merz ein 500 Milliarden Euro schweres Sondervermögen plant, das die Staatsschulden ohnehin in schwindelerregende Höhen treiben wird.
Man muss kein Prophet sein, um zu erkennen: Die jahrelange energiepolitische Naivität Deutschlands – der überstürzte Atomausstieg, die einseitige Abhängigkeit erst von russischem, dann von katarischem Gas – rächt sich nun bitter. Wer seine Energieversorgung auf das Wohlwollen geopolitischer Krisenregionen stützt, darf sich nicht wundern, wenn das Kartenhaus zusammenfällt.
In Zeiten wie diesen zeigt sich einmal mehr, warum physische Edelmetalle als Krisenwährung und Inflationsschutz eine unverzichtbare Rolle in jedem breit aufgestellten Anlageportfolio spielen. Gold und Silber haben über Jahrtausende hinweg ihren Wert bewahrt – unabhängig davon, welche Konflikte die Welt erschütterten oder welche Währungen kollabierten. Wer sein Vermögen gegen die Unwägbarkeiten einer zunehmend instabilen Weltordnung absichern möchte, sollte die Beimischung physischer Edelmetalle ernsthaft in Betracht ziehen.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Anlageentscheidung sollte auf Basis eigener, sorgfältiger Recherche getroffen werden. Wir übernehmen keine Haftung für finanzielle Entscheidungen, die auf Grundlage dieses Artikels getroffen werden. Konsultieren Sie im Zweifel einen unabhängigen Finanzberater.

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