
FDP-Machtkampf: Höne sammelt Rückenwind für den Showdown gegen Kubicki

Während die FDP auf Bundesebene nach ihrem desaströsen Ausscheiden aus dem Bundestag noch immer um ihre politische Existenzberechtigung ringt, formieren sich im Hintergrund die Lager für den entscheidenden Kampf um die Parteiführung. Am vergangenen Samstag verschaffte sich der nordrhein-westfälische Landesvorsitzende Henning Höne auf dem Landesparteitag in Duisburg eine beachtliche Ausgangsposition: Mit rund 85 Prozent der Delegiertenstimmen wurde er als Landeschef wiedergewählt – ein Ergebnis, das sich sehen lassen kann, zumal es einen deutlichen Aufwärtstrend markiert.
Vom Wackelkandidaten zum Hoffnungsträger?
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. 2023 konnte Höne – wohlgemerkt ohne Gegenkandidaten – gerade einmal magere 54 Prozent auf sich vereinen. Ein Jahr später waren es immerhin 79 Prozent. Nun also 85 Prozent. Man könnte fast meinen, die FDP in Nordrhein-Westfalen habe ihren inneren Frieden gefunden. Oder aber die Delegierten haben schlicht erkannt, dass man in stürmischen Zeiten nicht auch noch den eigenen Kapitän über Bord werfen sollte.
Höne selbst gab sich kämpferisch und beschwor den Zusammenhalt: Man wolle gemeinsam das „Comeback für Nordrhein-Westfalen schaffen" und „gegen den fetten Staat" kämpfen, damit die Wirtschaft wieder wachsen könne. Worte, die man von der FDP seit Jahrzehnten hört – und die angesichts der aktuellen wirtschaftspolitischen Realität in Deutschland beinahe wie ein verzweifelter Hilferuf klingen.
Der Kampf um den Bundesvorsitz
Das eigentlich Brisante an diesem Landesparteitag liegt freilich nicht in Duisburg, sondern in dem, was Ende Mai auf dem Bundesparteitag folgen soll. Höne hat seinen Hut in den Ring geworfen und will Bundesvorsitzender der FDP werden. Sein Kontrahent: kein Geringerer als Wolfgang Kubicki, der streitbare Vizepräsident des Bundestages a.D. und liberale Urgestein, das die Partei seit Jahrzehnten wie kaum ein Zweiter polarisiert.
Es zeichnet sich also eine echte Kampfkandidatur ab – ein Novum, das die ohnehin angeschlagene Partei entweder beleben oder endgültig zerreißen könnte. Die FDP steht vor einer Richtungsentscheidung: Setzt sie auf den jüngeren, pragmatischeren Höne aus dem bevölkerungsreichsten Bundesland? Oder vertraut sie dem erfahrenen Kubicki, der zwar für markige Sprüche bekannt ist, aber auch für eine gewisse Unberechenbarkeit?
Auch die Stellvertreter stehen
Neben Höne wurden in Duisburg auch die weiteren Führungspositionen besetzt. Frank Schäffler erhielt als stellvertretender Landesvorsitzender 65 Prozent – ein eher bescheidenes Ergebnis. Besser schnitt Katrin Helling-Plahr mit 74 Prozent ab. Neu im Führungsteam ist Alexander Steffen aus Ratingen, der 71 Prozent der Stimmen auf sich vereinen konnte. Generalsekretär Moritz Körner wurde mit 77 Prozent bestätigt.
Eine Partei auf der Suche nach sich selbst
Man darf sich nichts vormachen: Die FDP befindet sich in der schwersten Krise ihrer Geschichte. Nach dem Bruch der Ampelkoalition im November 2024 und dem anschließenden Scheitern an der Fünf-Prozent-Hürde bei der Bundestagswahl im Februar 2025 ist die Partei aus dem Bundestag geflogen. Die Liberalen sind parlamentarisch auf Bundesebene praktisch unsichtbar geworden. Dass ausgerechnet jetzt ein interner Machtkampf um den Vorsitz tobt, dürfte bei vielen Beobachtern eher Kopfschütteln als Begeisterung auslösen.
Dabei wäre eine funktionierende liberale Kraft im deutschen Parteiensystem durchaus wünschenswert. Gerade in Zeiten, in denen die Große Koalition unter Friedrich Merz ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen auf den Weg bringt und der Staat immer weiter in die Taschen der Bürger greift, bräuchte es eine glaubwürdige Stimme für wirtschaftliche Vernunft, Eigenverantwortung und weniger Bürokratie. Ob die FDP diese Stimme jemals wieder sein kann, steht allerdings in den Sternen. Hönes Kampfansage gegen den „fetten Staat" klingt zwar richtig – doch es waren eben auch die Freien Demokraten, die als Teil der Ampelregierung drei Jahre lang an genau diesem Staat kräftig mitgemästet haben.
Der Bundesparteitag Ende Mai wird zeigen, ob die FDP den Weg zurück in die politische Relevanz findet – oder ob der Machtkampf zwischen Höne und Kubicki nur das letzte Kapitel einer langen Abschiedsgeschichte ist.

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