
Feuerlöscher statt Brandmauer: Gabriel feuert die Gen-Z-Proteste an!

Ex-SPD-Chef Sigmar Gabriel stellt sich hinter die jungen Demonstranten, die am 31. Oktober in rund 30 deutschen Städten auf die Straße gehen wollen. In einem Video auf X zeigt der frühere Außenminister viel Verständnis für den „Zorn“ der Generation Z. Gleichzeitig nimmt er die Brandmauer seiner eigenen Partei ins Visier. Und das ausgerechnet, während in Frankreich nach Krawallen noch die Scherben zusammengekehrt werden.
Ein Boomer entdeckt den Zorn der Jugend
Gabriel beginnt mit großen Worten. Überall in Europa würden derzeit Hunderttausende junge Menschen demonstrieren, weil sie sich von Politik und Wirtschaft im Stich gelassen fühlten.
„Sie fühlen sich ohnmächtig gegenüber den Eliten der Länder, die sich um alles Mögliche kümmern, bloß nicht um die nächste Generation.“
Dann zählt er die Probleme auf: steigende Lebenshaltungskosten, unbezahlbare Wohnungen, marode Schulen und Unis, Unterrichtsausfall, Lehrermangel. Dazu komme das Gefühl, die ältere Generation „verfrühstücke“ alles, was man künftig für ein gutes Leben brauche. Gabriel beruft sich auf den Jugendforscher Klaus Hurrelmann, der vor der „Ruhe vor dem Sturm“ warne.
Die Rechnung für Jahre des Stillstands
Die Schuld sieht Gabriel bei der etablierten Politik. Wer schlechte Ergebnisse in Bildungsstudien ignoriere und keinen bezahlbaren Wohnraum schaffe, brauche sich nicht zu wundern, dass junge Wähler den etablierten Parteien den Rücken kehrten. Gemeint ist vor allem die AfD.
Die Analyse stimmt in vielen Punkten. Pikant ist nur, wer sie vorträgt. Die SPD regiert seit 1998 fast durchgehend mit, nur zwischen 2009 und 2013 saß sie in der Opposition. Gabriel selbst war Parteichef, Vizekanzler, Wirtschaftsminister und Außenminister. Wenn jemand über Jahre an den Hebeln saß, dann er.
Auch die aktuelle Regierung sorgt bei der Generationengerechtigkeit eher für Stirnrunzeln. Union und SPD haben ein Sondervermögen von 500 Milliarden Euro auf den Weg gebracht. Kritiker sehen darin einen gewaltigen Schuldenberg, den am Ende genau die Generation abzahlen muss, die jetzt demonstriert.
Frontalangriff auf die eigene Parteilinie
Der eigentliche Paukenschlag kommt zum Schluss. Angesichts der vielen Probleme brauche es „Feuerlöscher“ statt „Brandmauern“, sagt Gabriel. Damit stellt er sich offen gegen den Kurs der SPD-Spitze.
Das ist bemerkenswert. Im Jahr 2015 hatte derselbe Gabriel rechte Randalierer im sächsischen Heidenau noch als „Pack“ bezeichnet. Jetzt schließt er sein Video mit einem Appell:
„Als Boomer will ich mich damit genauso wenig abfinden, wie diejenigen Jugendlichen und Jungerwachsenen, die am kommenden Wochenende in den Städten demonstrieren gehen. Hoffentlich kommen viele.“
Halloween-Demos unter Beobachtung
Zu den Protesten ruft die Bewegung „Gen Z regelt“ auf. Wer genau dahintersteckt, ist Medienberichten zufolge unklar. Das Impressum der Website soll binnen einer Woche zweimal geändert worden sein, zuletzt stand dort eine Schweizer Adresse. Gefordert werden unter anderem mehr Geld für Schulen, ein bezahlbares Leben, ein Nein zur Wehrpflicht und „konsequenter Klimaschutz“.
Die Sicherheitsbehörden bleiben wachsam. Laut Bundesinnenministerium gibt es zwar keine konkreten Gewaltaufrufe. Teile der linksextremistischen Szene würden aber mitmobilisieren. In Niedersachsen hat sich der Landesschülerrat von dem Aufruf distanziert, weil es an Transparenz fehle.
Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) wird deutlich:
„Gewaltexzesse und Straftaten in Frankreich dürfen kein Vorbild für Deutschland sein.“
Nach seinen Worten gibt es konkrete Hinweise, dass Linksextremisten die Demonstration in Frankfurt unterwandern wollen.
Richtige Diagnose, falscher Zeitpunkt?
Gabriel trifft einen Nerv. Viele junge Leute haben das Gefühl, dass sich Leistung in diesem Land kaum noch lohnt und die Rechnung für politische Versäumnisse bei ihnen landet. Wer aber zwei Tage vor einem heiklen Protestwochenende auf möglichst viele Teilnehmer hofft, trägt Mitverantwortung dafür, wie dieser Tag ausgeht. Ob am Samstag friedlich demonstriert wird oder Bilder wie aus Frankreich drohen, entscheidet sich auf der Straße und nicht auf X.
Kostenloses Live-Webinar
Der Great Reset fürs Geldsystem
Was sich bis 2029 an Ihrem Geld ändert und was Sie vorher tun können.

PeterHahne
ErnstWolff
Dr.Brandenburg
Prof. Dr.Polleit
MichaelMross
OutdoorChiemgau
- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik













