
Fracking-Debatte neu entfacht: Schwarz-Rot entdeckt plötzlich Deutschlands Bodenschätze

Es mutet geradezu grotesk an: Deutschland, das Land, das seine eigenen Kernkraftwerke in einem beispiellosen Akt ideologischer Verblendung abgeschaltet hat, das sich von russischem Gas abhängig machte und nach dessen Wegfall teures amerikanisches Flüssiggas importiert – dieses Deutschland sitzt auf gewaltigen Erdgasreserven. Und jetzt, nach Jahren der energiepolitischen Geisterfahrt, scheint die schwarz-rote Koalition zumindest zaghaft an der Tür zu kratzen, hinter der die Lösung liegt.
Bis zu 2.030 Milliarden Kubikmeter – und niemand will sie anfassen
Der Koalitionsausschuss von CDU/CSU und SPD hat in einem Ergebnispapier beschlossen, „ausgewählte heimische Gasvorkommen" zu erschließen. Die Formulierung ist bewusst vage gehalten – diplomatisch würde man sagen, politisch feige wäre ehrlicher. Denn was sich hinter diesen Worten verbirgt, ist nichts Geringeres als die Frage, ob Deutschland endlich seine Schiefergasvorkommen mittels Fracking fördern wird. Vorkommen, die laut der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) auf 320 bis 2.030 Milliarden Kubikmeter geschätzt werden – vor allem in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen.
Der ehemalige BGR-Präsident Hans-Joachim Kümpel beziffere einen realistischen Mittelwert auf rund 800 Milliarden Kubikmeter. Das entspräche dem Zwanzigfachen der noch vorhandenen konventionellen Reserven. Jährlich könnten demnach bis zu 20 Milliarden Kubikmeter gefördert werden – ein Viertel des gesamten deutschen Gasbedarfs. Ein Viertel! Und dieses Potenzial liegt seit Jahren ungenutzt unter deutschem Boden, während die Bürger explodierende Energiepreise bezahlen.
Die Absurdität der deutschen Energiepolitik in einem Satz
Man muss sich die Ironie auf der Zunge zergehen lassen: Deutschland importiert Fracking-Gas aus den USA – gefördert mit genau jener Methode, die hierzulande seit 2017 gesetzlich verboten ist. Wir bezahlen also Premiumpreise für amerikanisches Gas, das mit einer Technologie gewonnen wird, die wir uns selbst untersagt haben. Kümpel brachte es treffend auf den Punkt: Man mache sich „abhängiger von Lieferländern und deren Förderstandards, auf die wir keinen Einfluss haben" und verkaufe das als vernünftig, obwohl man sich damit „selbst teurer und verwundbarer" mache.
Die Konsequenzen dieser Politik sind längst spürbar. Mitte Februar waren die deutschen Gasspeicher laut dem Verband Gas Infrastructure Europe nur noch zu 21,6 Prozent gefüllt. In Bayern lag der Füllstand sogar bei mageren 17,5 Prozent. Norwegen deckte 2025 rund 48 Prozent des deutschen Gasbedarfs, ein Viertel kam aus den Niederlanden, weitere 18 Prozent über Belgien. Etwa zehn Prozent entfielen auf LNG-Importe, überwiegend aus den USA. Eine Abhängigkeit, die in Zeiten geopolitischer Verwerfungen – man denke an Trumps aggressive Zollpolitik – alles andere als beruhigend ist.
Merz bremst, die eigene Partei drängt
Bundeskanzler Friedrich Merz zeigte sich zuletzt erstaunlich zurückhaltend. In einer Regierungsbefragung im Bundestag erklärte er, es gebe auch „andere Methoden, Öl und Gas zu fördern, außer Fracking". Es sei nicht seine Absicht, Fracking vorzuschlagen, und das Thema sei kein Gegenstand von Erörterungen in der Bundesregierung. Ein Kanzler, der vor der Wahl große Töne spuckte und nun wieder einmal einknickt? Das Muster ist leider allzu bekannt. Doch in seiner eigenen Partei mehren sich die Stimmen, die genau diese Debatte einfordern – und das zu Recht.
Die von Fracking-Gegnern gebetsmühlenartig vorgetragenen Risiken hält der ehemalige BGR-Präsident Kümpel für maßlos übertrieben. Die „Schreckensszenarien" seien „ausgedacht und politisch ausgeschlachtet" worden. Das Erdbebenrisiko bei unkonventionellen Lagerstätten sei vernachlässigbar, das Grundwasser unter strengen Auflagen durchaus schützbar. Das Verbot sei nicht das Ergebnis wissenschaftlicher Erkenntnis, sondern emotionaler Kampagnen – und strategischer Interessen, die einer heimischen Gasförderung von Anfang an entgegenstanden.
Ideologie statt Pragmatismus – der deutsche Sonderweg
Es ist das immer gleiche Trauerspiel deutscher Politik: Statt pragmatisch die eigenen Ressourcen zu nutzen, unterwirft man sich ideologischen Dogmen, die am Ende den Bürger teuer zu stehen kommen. Man hat die Kernkraft abgeschaltet, obwohl sie CO₂-arm und zuverlässig Strom lieferte. Man hat sich von russischem Gas abhängig gemacht, obwohl die geopolitischen Risiken offensichtlich waren. Und man verbietet Fracking im eigenen Land, während man das gleiche Gas für teures Geld aus Übersee importiert.
Dass die Koalition nun zumindest verbal die Tür einen Spalt breit öffnet, ist ein winziger Schritt in die richtige Richtung. Doch solange die Formulierungen derart schwammig bleiben und der Kanzler selbst auf die Bremse tritt, darf man skeptisch sein, ob daraus jemals konkrete Politik wird. Eine Gesetzesnovelle im Bundestag sowie Anpassungen auf Länderebene wären erforderlich – ein Prozess, der in der deutschen Konsensdemokratie Jahre dauern könnte, wenn er überhaupt jemals in Gang kommt.
Was Deutschland bräuchte, wäre ein energiepolitischer Befreiungsschlag: die Nutzung aller verfügbaren Energiequellen, von Kernkraft über heimisches Erdgas bis hin zu erneuerbaren Energien – ohne ideologische Scheuklappen. Doch dafür fehlt es offenkundig an politischem Mut. Stattdessen wird weiter laviert, formuliert und vertagt. Der deutsche Bürger zahlt derweil die Zeche – mit den höchsten Energiepreisen Europas und einer Industrie, die in Scharen das Land verlässt.
„Die Schreckensszenarien sind ausgedacht und wurden politisch ausgeschlachtet." – Hans-Joachim Kümpel, ehemaliger Präsident der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe
Es bleibt zu hoffen, dass die Vernunft am Ende siegt. Denn eines ist klar: Ein Land, das auf Milliarden Kubikmetern Erdgas sitzt und gleichzeitig seine Gasspeicher auf historische Tiefstände leerlaufen lässt, handelt nicht im Interesse seiner Bürger – sondern im Interesse einer Ideologie, die sich Deutschland schlicht nicht mehr leisten kann.

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