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Kettner Edelmetalle
11.08.2026
09:38 Uhr
KI-generiert

Gaspreis auf 61 Euro, Speicher halb leer: Der Winter kann teuer werden

Gaspreis auf 61 Euro, Speicher halb leer: Der Winter kann teuer werden
Symbolbild: KI-generiert

Europas Gasmarkt gerät ins Rutschen. Der Terminmarktpreis ist auf rund 61,60 Euro pro Megawattstunde geklettert – allein binnen einer Woche ein Sprung um etwa 9 Euro. Zugleich sind die deutschen Gasspeicher nur zu knapp der Hälfte gefüllt, mitten im Sommer, wo sie eigentlich randvoll werden müssten.

Vom Krisenpreis zum Dauerzustand

Zum Beginn des Krieges gegen den Iran im März notierte Gas noch bei 32 Euro. Am 23. Juni waren es 42 Euro – damals hofften die Märkte auf einen Deal zwischen Washington und Teheran. Seit Ende Juni ist von dieser Hoffnung wenig übrig.

Denn durch die Straße von Hormus fließen weiterhin keine Öl- und Gasmengen. Ein einzelner Seeweg von wenigen Kilometern Breite entscheidet damit über die Heizkostenrechnung in Gelsenkirchen, Görlitz und Garmisch. Wer geglaubt hatte, Europa habe nach 2022 aus seiner Abhängigkeit gelernt, sieht sich erneut belehrt.

Beobachter sehen US-Präsident Donald Trump in einer selbstgestellten Falle: Öffentlich spricht er nur noch davon, den wirtschaftlichen Druck zu erhöhen und verweist auf die hohe Inflation im Iran. Von neuen Angriffen ist derzeit keine Rede. In Teheran gibt man sich betont gelassen – zuletzt seien dort sogar Hardliner in wichtige Positionen befördert worden.

Norwegen fällt teilweise aus – bis 2027

Der zweite Preistreiber liegt nicht im Nahen Osten, sondern im Nordatlantik. Am norwegischen Gasfeld Ormen Lange läuft eine Wartung, die die Fördermenge um 60 Prozent drückt und laut Berichten bis Februar 2027 andauern soll.

Norwegen ist seit dem Wegfall russischer Pipelinemengen die Lebensversicherung der europäischen Gasversorgung. Fällt dort Kapazität aus, gibt es kein Reserverad mehr – nur teureres LNG vom Weltmarkt, das mit Asien ersteigert werden muss.

48 Prozent statt 64 Prozent: Die nackten Zahlen

Die deutschen Speicher liegen bei rund 48,5 Prozent. Vor genau einem Jahr waren es am selben Augusttag 63,93 Prozent – fast 15 Prozentpunkte mehr. Der Branchenverband BDEW wies zum 8. August 2026 einen Füllstand von 48,2 Prozent aus. Europaweit liegt der Schnitt bei 59 Prozent, deutlich unter dem saisonalen Fünfjahresmittel von 76 Prozent.

Warum füllt niemand nach? Weil das Geschäftsmodell zerstört ist: Normalerweise kaufen Speicherbetreiber im Sommer billig und verkaufen im Winter teuer. Jetzt müssten sie teuer einkaufen – mit dem Risiko, im Winter günstiger verkaufen zu müssen, falls der Krieg endet.

Warum 20 Prozent die kritische Marke sind

Ein Speicher ist keine Tankstelle. Unter 50 Prozent Füllstand sinkt der Innendruck spürbar, die Ausspeiseleistung fällt. Bei 20 Prozent – in Deutschland als kritische Schwelle eingestuft – reicht insbesondere bei Porenspeichern der Eigendruck kaum noch aus; Kompressoren müssen unter höchstem Energieaufwand arbeiten.

Zum Ende der stärksten Kältephase dieses Jahres lag der Füllstand am 21. Februar bei nur 20,5 Prozent. Wiederholte sich dieser Winter, könnten die Speicher auf etwa 5 Prozent absacken.

Rechnung zahlt der Bürger

Aus Sicht unserer Redaktion offenbart diese Lage vor allem eines: Eine Energiepolitik, die planbare eigene Erzeugung abgeschaltet und auf Importe gesetzt hat, macht Deutschland zum Spielball geopolitischer Zufälle. Höhere Gaspreise treffen Industrie, Mittelstand und Mieter gleichzeitig – als Kostenschub, der still in jede Nebenkostenabrechnung wandert.

Wer sein Vermögen gegen solche Energie- und Inflationsschocks abfedern will, hält traditionell einen Teil in physischen Edelmetallen – als Beimischung, nicht als Wettschein.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er spiegelt unsere Einordnung auf Basis der uns vorliegenden Informationen. Jeder Anleger muss eigenständig recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Entscheidungen selbst.

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