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16.03.2026
11:55 Uhr

Gauck in der Sinnkrise: Der Ex-Präsident und sein rätselhaftes Unverständnis für den Wählerwillen

Gauck in der Sinnkrise: Der Ex-Präsident und sein rätselhaftes Unverständnis für den Wählerwillen

Es gibt Momente im deutschen Fernsehen, die so entlarvend sind, dass man sie kaum erfinden könnte. Ein solcher Moment ereignete sich am Sonntagabend in der ARD-Sendung von Caren Miosga, als der ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck vor laufender Kamera eingestand, dass er sich den Wahlerfolg der AfD in Westdeutschland schlichtweg nicht erklären könne. Man reibt sich die Augen. Ein Mann, der einst das höchste Staatsamt bekleidete, steht vor einem Phänomen, das Millionen Deutsche längst verstanden haben – und zuckt ratlos mit den Schultern.

Die „altdeutschen" Ostdeutschen und der herrschaftskritische Diskurs

Gaucks Erklärungsversuch für die starken AfD-Ergebnisse im Osten ist dabei so vorhersehbar wie ein Sonnenaufgang. Die Ostdeutschen seien eben „altdeutsch", so der 86-Jährige. Sie hätten weder die 68er-Bewegung mit ihrem „herrschaftskritischen Diskurs" erlebt, noch die – man höre und staune – „Erweiterung der Lebensräume durch Zuwanderung und vielfältige Kontakte mit anderen Kulturen". Eine Formulierung, die in ihrer Weltfremdheit kaum zu überbieten ist. Denn was für den ehemaligen Bundespräsidenten offenbar eine kulturelle Bereicherung darstellt, empfinden viele Bürger als unkontrollierte Massenmigration, die ihre Sicherheit, ihren Wohlstand und ihre kulturelle Identität bedroht.

Dass eine Gesellschaft, die 56 Jahre in „politischer Ohnmacht" gelebt habe, andere Haltungsprägungen entwickle als eine, die nur zwölf Jahre unter einer Diktatur gelitten habe – so Gaucks These –, mag auf den ersten Blick plausibel klingen. Doch sie erklärt eben gerade nicht, warum in „gut funktionierenden Wahlkreisen in Bayern und Baden-Württemberg" zwanzig Prozent der Wähler ihr Kreuz bei der AfD setzen. Und genau hier offenbart sich die intellektuelle Bankrotterklärung des Altpräsidenten.

Das eigentlich Interessante: Der Westen wacht auf

Gauck selbst räumte ein, dass die zwanzig Prozent AfD-Wähler im Westen das „interessantere Thema" seien als die vierzig Prozent in Sachsen-Anhalt. Doch anstatt sich dieser unbequemen Frage ernsthaft zu stellen, flüchtete er in seine gewohnten Erklärungsmuster über die DDR-Vergangenheit. Die Wahrheit, die er nicht aussprechen wollte oder konnte, liegt auf der Hand: Die Menschen im Westen wählen die AfD nicht, weil ihnen die 68er-Bewegung fehlt. Sie wählen sie, weil sie sehen, wie ihr Land vor die Hunde geht.

Steigende Kriminalität, eine deindustrialisierte Wirtschaft, explodierende Energiekosten, eine marode Infrastruktur, ein Bildungssystem im freien Fall und eine Migrationspolitik, die seit Jahren jedes Maß verloren hat – das sind die Gründe, die auch der westdeutsche Bürger am eigenen Leib spürt. Dafür braucht es keine DDR-Sozialisation. Dafür reicht ein Blick auf den eigenen Kontostand, auf die Zustände in deutschen Innenstädten oder auf die Zukunftsaussichten der eigenen Kinder.

Widerspruch aus den eigenen Reihen

Immerhin fand sich in der Runde ein Gesprächspartner, der Gaucks simplifizierender Analyse widersprach. Der Schriftsteller Lukas Rietzschel, selbst SPD-Mitglied, merkte an, dass es nicht ausreiche, sich „kleine Versatzstücke einer vermeintlichen Psychologisierung herauszuziehen und daraus den Rechtsextremismus oder Rechtspopulismus abzuleiten". Als Beispiel führte er Polen an, wo trotz eines früh angelegten liberalen Marktes die konservative PiS-Partei gewählt worden sei. Ein bemerkenswerter Einwand, der Gaucks These elegant zerlegte.

Rietzschel ging sogar noch weiter und stellte fest, dass die AfD den Effekt habe, dass wieder mehr Menschen wählen gingen und sich aktiv an der Demokratie beteiligten. Eine Beobachtung, die man in den Redaktionsstuben der öffentlich-rechtlichen Sender ungern hört, weil sie das Narrativ von der demokratiegefährdenden Partei empfindlich stört. Allerdings schob er fast entschuldigend nach, dass er wisse, wie „problematisch" das klinge – ein bezeichnendes Symptom für den Zustand der Meinungsfreiheit in diesem Land, wenn selbst offensichtliche Wahrheiten nur noch mit vorauseilendem Bedauern ausgesprochen werden können.

Die Lebenswirklichkeit eines Ehrensold-Empfängers

Vielleicht liegt das Problem weniger in der Analyse als im Analysten selbst. Joachim Gauck, der als ehemaliger Bundespräsident einen üppigen Ehrensold bezieht, keine Sozialbeiträge zahlt und sich per Chauffeur auf Staatskosten durch die Republik kutschieren lässt, ist von der Lebenswirklichkeit der normalen Bürger so weit entfernt wie der Mond von der Erde. Wer in einer solchen Blase lebt, dem mag es tatsächlich schwerfallen zu verstehen, warum ein Handwerker in Schwaben, eine Krankenschwester in Niedersachsen oder ein Rentner in Nordrhein-Westfalen die Nase voll hat von einer Politik, die seit Jahrzehnten an den Interessen der eigenen Bevölkerung vorbeiregiert.

Die ehemalige Verlagschefin Julia Jäkel brachte es in der Sendung immerhin auf den Punkt: Ein Teil der AfD-Wähler wähle die Partei, weil sie sähen, dass es wirtschaftlich mit Deutschland bergab gehe. Eine so banale wie zutreffende Feststellung, die Gauck offenbar nicht in sein Weltbild integrieren kann oder will.

Die eigentliche Frage, die niemand stellt

Statt sich zu fragen, warum so viele Menschen die AfD wählen, sollte man vielleicht die umgekehrte Frage stellen: Warum wählen immer noch so viele Menschen die etablierten Parteien, obwohl deren Bilanz nach fast drei Jahrzehnten an der Macht verheerend ist? Hohe Steuern, gescheiterte Energiewende, leere Rentenkassen, Wirtschaftsmigration statt Fachkräftezuwanderung, steigende Kriminalität, Abwanderung von Unternehmen, Verlust von Arbeitsplätzen – die Liste des Versagens ist lang. Und keines dieser Probleme wurde von der AfD verursacht.

Dass ein ehemaliger Bundespräsident diese offensichtlichen Zusammenhänge nicht erkennen kann – oder nicht erkennen will –, ist vielleicht das eigentlich Beunruhigende an diesem Fernsehauftritt. Es zeigt, wie tief die Kluft zwischen der politischen Elite und dem Volk geworden ist. Eine Kluft, die nicht durch herablassende Psychologisierung der Wähler geschlossen wird, sondern nur durch eine Politik, die endlich wieder die Interessen der eigenen Bürger in den Mittelpunkt stellt. Doch davon scheint Deutschland weiter entfernt denn je – trotz einer neuen Regierung unter Friedrich Merz, die bislang wenig erkennen lässt, dass sie die Zeichen der Zeit wirklich verstanden hat.

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