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Kettner Edelmetalle
05.03.2026
09:34 Uhr

Gefangen auf hoher See: Tausende deutsche Kreuzfahrt-Urlauber als Geiseln der Nahost-Eskalation

Was als entspannter Traumurlaub auf dem Persischen Golf geplant war, hat sich für Tausende deutsche Touristen in einen Albtraum verwandelt. Mindestens 7.000 Passagiere sitzen auf Kreuzfahrtschiffen in den Häfen von Abu Dhabi, Doha und Dubai fest – eingesperrt im Inneren ihrer schwimmenden Hotels, während in unmittelbarer Nähe Raketen einschlagen. Der verzweifelte Hilferuf einer Passagierin bringt die Lage auf den Punkt: „Holt uns zurück nach Deutschland!"

Raketen neben dem Traumschiff

Die Bilder, die sich auf den Kreuzfahrtschiffen „Mein Schiff 4" und „Mein Schiff 5" abspielen, könnten kaum surrealer sein. Während die Crew an Bord der „Mein Schiff 5" tapfer versucht, mit Grillabenden an Deck eine Fassade der Normalität aufrechtzuerhalten, brechen Passagiere in Tränen aus. Familien mit Kindern verlieren die Nerven. Panik macht sich breit. Und das aus gutem Grund: In unmittelbarer Nähe der „Mein Schiff 4" in Abu Dhabi schlug eine iranische Rakete ein, die offenbar einem US-Stützpunkt im Hafen Port Zayed galt. Rund 3.500 Menschen befanden sich zu diesem Zeitpunkt an Bord – 2.500 Urlauber und 1.000 Besatzungsmitglieder.

„Es war ein lauter Knall in unmittelbarer Nähe", schilderte ein Passagier die beklemmende Situation. Die Crew habe angewiesen, ins Schiffsinnere zu gehen, Fenster zu meiden und ruhig zu bleiben. Ruhig bleiben – während draußen der Krieg tobt. Man fragt sich unwillkürlich, ob die Verantwortlichen bei den Reedereien jemals ernsthaft darüber nachgedacht haben, was es bedeutet, Tausende Zivilisten in eine der volatilsten Regionen der Welt zu schippern.

Eingesperrt wie in einem schwimmenden Gefängnis

Die Zustände an Bord verschärfen sich von Tag zu Tag. Landausflüge wurden komplett gestrichen, die Außenbereiche der Schiffe sind gesperrt, niemand darf von Bord gehen. „Es ist wie ein Gefängnis", beschreibt eine anonyme Passagierin der „Mein Schiff 5" ihre Lage gegenüber Medien. Die Drohnenangriffe seien „sehr einschüchternd" gewesen, Passagiere hätten sich „hilflos und alleingelassen" gefühlt.

Besonders grotesk mutet die Versorgungslage an. Da die Urlauber ihr Gepäck teilweise am Flughafen zurücklassen mussten – einige saßen bereits im Flieger, als die Maschinen nach stundenlangem Flug wieder umkehren mussten –, fehlt es an den grundlegendsten Dingen. Der Bordshop sehe „wie geplündert" aus, Unterwäsche sei bereits vollständig vergriffen. Man wird an den Schiffsshop verwiesen, um sich mit Hygieneartikeln und Wechselkleidung einzudecken. Ein Kreuzfahrturlaub der besonderen Art.

25 deutsche Schiffe in der Gefahrenzone

Das Ausmaß der Krise ist gewaltig. Nach Einschätzung des Verbands Deutscher Reeder befinden sich mindestens 25 Schiffe von sieben deutschen Reedereien in den Gewässern des Persischen Golfs – und damit in unmittelbarer Nähe zum Kriegsgebiet. Die Straße von Hormus, jene strategisch bedeutsame Meerenge zwischen Iran und der Arabischen Halbinsel, kann aus Sicherheitsgründen derzeit nicht passiert werden. Darüber hinaus seien im Arabischen Meer und im Roten Meer noch weitaus mehr Schiffe deutscher Reedereien von der Lage betroffen.

Bislang seien deutsche Schiffe und Seeleute „nach aktueller Kenntnislage" nicht direkt angegriffen worden, so der VDR. Allerdings gebe es Berichte über Angriffe auf die zivile Schifffahrt mit Verletzten und Toten. Ein schwacher Trost für die eingesperrten Passagiere, die nicht wissen, ob die nächste Rakete nicht doch ihr Schiff trifft.

Erste Evakuierungen – doch Tausende warten noch

Immerhin: Ein erster Sonderflug konnte 218 Passagiere der „Mein Schiff 4" von Dubai nach München bringen. TUI Cruises arbeite gemeinsam mit den zuständigen Behörden und Airline-Partnern am sicheren Transfer für die restlichen Passagiere, hieß es. Doch bei gesperrtem Luftraum und eingestelltem regulärem Flugverkehr gleicht dies einem logistischen Kraftakt, dessen Ausgang völlig ungewiss bleibt.

Auch die Schweizer Reederei MSC Cruises hat reagiert und die geplante Orient-Reise der „MSC Euribia" ab Doha komplett abgesagt. Die griechische Reederei Celestyal Cruises lässt ihre Schiffe „Celestyal Journey" und „Celestyal Discovery" in Doha beziehungsweise Dubai vor Anker liegen. AIDA bietet derzeit ohnehin keine Reisen im Nahen Osten an – eine vorausschauende Entscheidung, die sich nun als goldrichtig erweist.

Wenn Reisewarnungen zu spät kommen

Das Auswärtige Amt hat inzwischen zahlreiche Reisewarnungen ausgesprochen – unter anderem für die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar und Jordanien. Doch für die Tausenden, die bereits vor Ort festsitzen, kommen diese Warnungen reichlich spät. Man darf durchaus die Frage stellen, ob die deutsche Außenpolitik die sich seit Monaten abzeichnende Eskalation im Nahen Osten nicht hätte früher und deutlicher kommunizieren müssen. Die Spannungen zwischen Iran, Israel und den USA waren schließlich kein Geheimnis.

Es ist ein weiteres Beispiel dafür, wie deutsche Bürger im Ernstfall auf sich allein gestellt sind. Während in Berlin über Gendersternchen und Klimaneutralität debattiert wird, sitzen Tausende Deutsche in einer Kriegszone fest und flehen um Hilfe. Die Prioritäten der deutschen Politik scheinen einmal mehr fragwürdig verteilt zu sein. Statt sich um die Sicherheit der eigenen Bürger zu kümmern, verliert man sich in ideologischen Grabenkämpfen.

Lehren aus der Krise

Diese Situation sollte jedem Reisenden eine Mahnung sein. Wer in politisch instabile Regionen reist – und der Persische Golf war dies seit geraumer Zeit –, geht ein erhebliches Risiko ein. Die Kreuzfahrtbranche, die in den vergangenen Jahren immer exotischere Routen anbot, um zahlungskräftige Kunden zu locken, muss sich nun unbequeme Fragen gefallen lassen. Profit vor Sicherheit? Die Rechnung zahlen am Ende die Passagiere – mit ihrer Angst, ihrer Gesundheit und möglicherweise ihrem Leben.

Bleibt zu hoffen, dass die Evakuierung aller gestrandeten Deutschen zügig und sicher gelingt. Und dass die Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft endlich die richtigen Schlüsse ziehen. Denn eines steht fest: Die Sicherheit deutscher Bürger darf niemals zum Kollateralschaden geopolitischer Versäumnisse werden.

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